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Was ist ein Aktiensplit und welche Vorteile bringt er Anlegern und Firmen?

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Ein Aktiensplit ist für Unternehmen ein interessantes Finanz-Instrument. (Foto: Unsplash.com / Roberto Junior)
geschrieben von Christian Erxleben

Im August 2020 haben Tesla und Apple einen Aktiensplit durchgeführt. Dadurch haben die beiden Technologie-Konzerne viel Aufmerksamkeit auf dieses Thema gelenkt. Doch was verbirgt sich dahinter und welche Vorteile entstehen Anlegern und Firmen dadurch?

Was ist ein Aktiensplit?

Grundsätzlich handelt es sich bei einem Aktiensplit um eine finanzpolitische Maßnahme einer Aktiengesellschaft. Dabei setzt das Unternehmen den Nennwert einer Aktie herab oder erhöht die Anzahl der ausgegebenen Aktien. Auf diese Art und Weise sinkt der Börsenkurs eines Unternehmens künstlich.

Was passiert bei einem Aktiensplit?

Konkret teilt ein Unternehmen bei einem Aktiensplit seine ausgegebenen Wertpapiere in einem bestimmten Verhältnis. Bei Apple lag das Verhältnis beispielsweise bei 1:4 und bei Tesla bei 1:5.

Oder anders ausgedrückt: Wer bislang eine Apple-Aktie in seinem Depot liegen hatte, hat nach dem Split jetzt vier Anteile. Bei Tesla sind es dementsprechend fünf Stück. Als Anleger selbst musst du dabei übrigens nicht aktiv werden.

Je nachdem, bei welcher Bank du jedoch dein Depot hast, kann es sein, dass dir Kosten für die Durchführung berechnet werden. Dafür genügt jedoch ein kurzer Anruf bei deiner Bank.

Welche Auswirkungen hat ein Aktiensplit?

Wenn du nur auf deinen Besitz und den Wert deiner Aktien blickst, ändert sich zunächst einmal nur sehr wenig. Schließlich hast du zwar mehr Aktien in deinem Depot. Allerdings ist der Wert der einzelnen Aktie durch den Aktiensplit auch gesunken. Das Endergebnis bleibt jedoch das gleiche.

Rechnung:

  • Vor dem Split: 1 Apple-Aktie je 400 Euro = 400 Euro
  • Nach dem Split: 4 Apple-Aktien je 100 Euro = 400 Euro

Warum ist ein Aktiensplit für Unternehmen attraktiv?

Trotzdem kann sich ein Aktiensplit kurz- oder mittelfristig auf den Wert deines Depots auswirken. Der Gedankengang dahinter ist denkbar einfach. Schließlich sind teure Aktien wie die von Apple, Amazon oder eben auch Tesla insbesondere für Privatanleger irgendwann nicht mehr attraktiv.

Wer beispielsweise 10.000 Euro in sein Depot investieren möchte und dabei eine Tesla-Aktie kaufen möchte, musste bis vor Kurzem ein Viertel seines Investments für eine einzige Aktie ausgeben. Das ist aus verschiedenen Gründen nicht sinnvoll. Doch das führt an dieser Stelle zu weit.

Fest steht jedoch, dass der Split und der niedrige Kurs dazu führen, dass sich wieder mehr Anleger eine Aktie leisten können. Dadurch wiederum steigen dann – so die Spekulation der Firmen – die Kurse wieder, weil mehr Menschen investieren.


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Was bedeutet ein Aktiensplit für den Kurs und die Börse?

Wie bereits erwähnt, sinkt der Kurs nach einem Split zum Teil massiv. Das sieht natürlich in den Verläufen nicht sonderlich gut aus. Deshalb passen die Broker und Dienstleister ihre Kurven und Grafiken nach einem Split entsprechend an.

Für den US-amerikanischen Dow-Jones-Index hat der Aktiensplit von Apple beispielsweise jedoch große Auswirkungen. Schließlich ist für die Gewichtung der aktuelle Kurs einer Aktie entscheidend. Vor dem Split entfielen elf Prozent des gesamten Index alleine auf Apple.

Nach dem durchgeführten Split ist die Bedeutung von Apple und die Rolle des Unternehmens im Dow Jones deutlich gesunken. Jetzt liegt der Wert bei etwa drei Prozent. Das sorgt dafür, dass sich der gesamte Index weniger volatil verändert, weil die Abhängigkeit von einem einzelnen Wert gesunken ist.

Darf jedes Unternehmen unangekündigt einen Aktiensplit durchführen?

Die Antwort auf diese Frage ist ein klares Nein. Bevor eine Aktiengesellschaft zu dieser Maßnahme greifen darf, müssen die Aktionäre auf der Hauptversammlung dem Vorgang zustimmen. Dabei reicht jedoch schon eine einfache Mehrheit. Aus den genannten Gründen ist die Zustimmung in dem meisten Fällen sehr wahrscheinlich.

Was ist das Gegenteil eines Aktiensplits?

Eine Aktienzusammenlegung. Dieses Finanzinstrument funktioniert genau andersherum. Das heißt: Bei einem Split-Verhältnis von 10:1 und 100 gehaltenen Anteilen, hast du danach nur noch zehn Anteile. Deren Preis hat sich jedoch dafür verzehnfacht.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

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