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So will der „Regrets Reporter“ herausfinden, wie YouTube-Vorschläge entstehen

Vivien Stellmach
YouTube zeigt Nutzern manchmal fragwürdige Vorschläge an. (Foto: Unsplash.com / nordwood)

Die YouTube-Vorschläge stehen bei vielen Nutzen seit Jahren in der Kritik, weil der Algorithmus ihnen oftmals unpassende Empfehlungen ausspricht. Mozilla will das Problem mit der Browser-Erweiterung „Regrets Reporter“ jetzt lösen.

Der Algorithmus von YouTube ist schon fragwürdig. Manchmal spuckt er Empfehlungen aus, die zu vollkommen absurden und unpassenden Videos führen. Wie genau es dazu kommt, weiß niemand. YouTube hält nämlich geheim, welche Prozesse im Hintergrund laufen.

Doch genau diesen Prozessen will Mozilla nun auf den Grund gehen. Das Unternehmen hat eine Browser-Erweiterung entwickelt, mit deren Hilfe es anonyme Nutzerdaten sammeln und anschließend analysieren will.

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So will der „Regrets Reporter“ herausfinden, wie YouTube-Vorschläge entstehen

Wie das US-Technik-Portal The Verge berichtet, heißt sie „Regrets Reporter“ und soll Nutzern die Möglichkeit einräumen, YouTube-Vorschläge zu melden, die sie „bedauern“, gesehen zu haben.

Die Browser-Erweiterung merkt sich gleichzeitig, welche empfohlenen Inhalte zu diesen „bedauernswerten“ YouTube-Vorschlägen geführt haben – und schickt sie zur Analyse an Mozilla weiter.

Der „Regrets Reporter“ ist sowohl für Mozilla Firefox als auch für Google Chrome kostenfrei verfügbar.

Darum stehen die YouTube-Vorschläge so in der Kritik

Die US-amerikanische Non-Profit-Organisation Mozilla Foundation hat schon 2019 innerhalb der Kampagne „YouTube Regrets“ eine öffentliche Liste mit verstörenden YouTube-Vorschlägen erstellt.

So erzählte ein Nutzer beispielsweise davon, dass er nach lustigen „Fail Videos“ gesucht habe. YouTube schlug ihm daraufhin zunächst einige Clips mit harmlosen Autounfällen vor, die von Video zu Video allerdings immer schwerwiegender wurden.

Letztendlich spuckte der Algorithmus Videos von grausamen Unfällen aus, bei denen Menschen eigentlich hätten sterben müssen.

Der Fall ist ein Beispiel dafür, dass viele YouTube-Nutzer nicht ständig aktiv nach neuen Videos schauen, sondern sich von den Empfehlungen der Plattform mitziehen lassen. Natürlich steht jeder Mensch selbst in der Verantwortung, die dortigen Inhalte bewusst zu konsumieren.

Das Problem ist vielmehr, dass YouTube Videos von grausamen Unfällen und Co. überhaupt zulässt. Gewalt, Diskriminierung und Hass dürfen keinen Platz finden. Dass der Algorithmus aktiv dafür sorgt, dass solche Inhalte früher oder später in den YouTube-Vorschlägen auftauchen, ist schlichtweg unzulässig.

Kann der „Regrets Reporter“ wirklich helfen?

Laut Ashley Boyd, Vice President of Advocacy and Engagement bei Mozilla, werde YouTube in Sachen Fehlinformationen bislang auch zu wenig beachtet.

„Wir haben uns angesehen, wie die Plattform nach eigenen Angaben Inhalte untersucht und wie der Algorithmus funktioniert“, sagt sie gegenüber The Verge. „Laut der Video-Plattform gab es hier Fortschritte, aber bislang war es nicht möglich, diese Behauptung zu verifizieren.“

Ob der „Regrets Reporter“ nun helfen kann, auf das Problem aufmerksam zu machen und YouTube dazu zu bringen, selbst etwas zu tun, bleibt abzuwarten. Er macht es Nutzern aber schon einmal einfach, bei der Analyse zu helfen.

Nach dem Download zeigt die Browser-Erweiterung in der Adresszeile nämlich ein unglückliches rotes Emoji an. Nutzer können ein momentan laufendes Video mit einem Klick darauf melden und Mozilla damit beim Datensammeln unterstützen.

Mozilla will die Daten sechs Monate lang sammeln und anschließend einen darauf basierenden Bericht zusammenstellen. Die eigene Nutzer-Privatsphäre ist laut dem Unternehmen geschützt, denn die verschickten Daten sind mit automatisch erstellten, anonymen Profilen verbunden.

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Vivien Stellmach war von Mai 2019 bis November 2020 Redakteurin bei BASIC thinking.