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Neues Facebook-Design: Neu ist nicht immer besser

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Alles weiß: Facebook wird optisch aufgehellt. (Foto: Facebook)
geschrieben von Christian Erxleben

Was lange währt, wird endlich gut. Dieser Spruch passt teilweise zum neuen Facebook-Design. Schließlich sind seit der Ankündigung schon eineinhalb Jahre vergangenen. Doch ist der neue Look wirklich ein Upgrade? Für viele Nutzer sicherlich nicht. Ein Kommentar.

Manche Mühlen mahlen langsam. Facebook gehört sicherlich in vielen Fällen dazu – und das ist auch grundsätzlich in Ordnung. Schließlich wäre es fatal, wenn das soziale Netzwerk jede Neuerung und jedes neue Tool sofort an mehr als 2,5 Milliarden Menschen rund um den Globus ausrollen würde.

Facebook zwingt uns seinen Willen auf

Manchmal jedoch ist es schon ein wenig erstaunlich, wie lange bestimmte Prozesse dauern. Das zeigt beispielsweise das „neue“ Facebook-Design. „Neu“ deshalb, weil das optische Update bereits im Mai 2019 offiziell vorgestellt worden ist.


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Seit dem Frühjahr 2020 konnten sich interessierte Nutzer auch in Deutschland bereits das neue Facebook-Design holen. Standardmäßig sahen die Nutzer den bekannten Look. Das ändert sich im September 2020. Denn jetzt zwingt uns Facebook sein neues Design auf.

Ein Zurück gibt es jetzt nicht mehr.

Neues Facebook-Design: Weiß, groß und unstrukturiert

Ganz grundsätzlich fällt dem Betrachter sofort auf, dass das klassische Facebook-Blau weitestgehend verschwunden ist. Stattdessen dominieren weiße Töne den neuen Newsfeed.

An dessen oberen Ende finden sich der Home-Button, die Verlinkungen zu Facebook Watch und dem Facebook Marketplace sowie bei Seiten-Administratoren das entsprechende Icon. Direkt darunter befinden sich die Facebook Stories und die Video-Konferenz-Funktion Rooms.

An die Seite wurden hingegen die Chat-Funktion und die Benachrichtigungen verbannt. Und die Kontakte stehen auch nicht mehr an erster Stelle. Vielmehr präsentiert Facebook in der rechten oberen Ecke jetzt präsent zwei Werbebanner. Darunter folgen Freundschaftsanfragen und optional eigene Seiten.

Die Chats und der Messenger machen nur noch einen geringen Teil des ersten Bildschirms aus. Ebenso ist gerade einmal der obere Teil des ersten Posts im Newsfeed sichtbar. Das liegt unter anderem daran, dass alle Symbole deutlich größer geworden sind.

Weniger News, weniger Kommunikation, mehr Nonsens

Offensichtlich sieht Facebook also die Kommunikation mit Freunden über den Messenger nicht mehr als Kernbestandteil der eigenen Plattform an. Die Nutzer sollen wohl einfach den Messenger nutzen.

Stattdessen rückt das neue Facebook-Design Business-relevante Punkte (Seiten, Werbung, Stories, Rooms und Gruppen) in den Mittelpunkt.

Das zeigt sich auch beim Scrollen im Feed. Dort tauchen kaum noch Meldungen von News-Portalen auf. Ganz eindeutig hat Facebook sich hierbei auf Gruppen konzentriert. In einem spontanen Test waren mehr als 80 Prozent der ersten Beiträge im Feed neue Mitteilungen in Gruppen.

Erst an der 15. Stelle tauchte erstmals der Beitrag eines Magazins auf.

Zwar ist der Fokus auf das Private grundsätzlich sinnvoll. Schließlich haben die Facebook-Nutzer auch kein Interesse daran, mit News bombardiert zu werden. Umgekehrt ist es jedoch auch nicht förderlich fast zwanghaft neue Beiträge aus Gruppen in den Feed zu pushen.

Schließlich ist Facebook nach wie vor für viele Menschen eine Nachrichtenquelle. Dazu hat uns das soziale Netzwerk selbst über Jahre hinweg erzogen. Diesen Trend unterstützt das neue Facebook-Design überhaupt nicht mehr – und das ist schade und potenziell sogar gefährlich.

Denn wie die letzten Monate deutlich gezeigt haben, sind insbesondere Facebook-Gruppen eine Brutstätte für Falschmeldungen. Diesen Orten nun noch mehr Platz und Bedeutung in den Augen und Köpfen der Nutzer einzuräumen, kann durchaus bedenklich sein.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Mit der Zeit werden wir uns sicherlich auch ein Stück weit an das neue Facebook-Design gewöhnen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass wir es aus der mobilen Facebook-App bereits kennen. Trotzdem muss sich Facebook mit den Kritikpunkten beschäftigen.

Doch für alle Menschen, denen die zwischenmenschliche Kommunikation und auch der Fluss an Nachrichten fehlt, gibt es Hoffnung. Schließlich ist Facebook darauf bedacht, seinen Nutzern das beste Erlebnis zu bieten.

Wenn also die Nutzungsdauer und die Interaktionsraten aufgrund des neuen Looks zurückgehen, ist Mark Zuckerberg der erste Mensch, der die Neuerungen in Frage stellt und gegebenenfalls überarbeitet.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Durch seine Arbeit im Social-Media- und Marketing-Ressort der INTERNET WORLD Business, am Newsdesk von Focus Online und durch sein Journalismus-Studium sowie sein redaktionelles Volontariat hat er in den Bereichen der Redaktion und des Social Media Managements mehrjährige, fundierte Erfahrung gesammelt. Beruflich und privat beschäftigt er sich mit Social Media, New-Work-Konzepten und persönlicher Entwicklung.

12 Kommentare

  • Ich fühle mich mit den neuen Buttons, Schriftgrößen und riesigen Abständen ein bisschen antioptimiert. Weder bin ich augenkrank, noch habe ich Interesse daran, das Facebook Fenster auf die volle Breite meines 16×9 Monitors auszufahren. Aus dem Spielalter bin ich auch raus. Das schlimmste ist allerdings, dass sicherheitsrelevante Funktionen im Bereich der Freundeslisten nicht mehr vorhanden sind. Derzeit nutze ich fast ausschließlich den Messanger. Falls FB nicht nachrüstet, wird das System für mich einfach im Boden der Versenkung verschwinden – so wie Google+.

  • Das new design, ist nicht zu ertragen,
    ich sehe nur noch wie ein loop, Tagelang, die selben Beträge, und als hätte man, nur noch 10 freunde auf Facebook
    und das schlimmst ist, ich sehe nur noch shit viele photos, in big format
    & all eine music freunde, und der music austauch, ist am arsch, nicht mehr vorhanden
    seit dem new shit design
    ich sag auch, bey facebook, macht euern shit allein
    das hier hat nicht mehr mit austausch zutun, das ist nur noch ein lästiges übel

  • Leute, es gibt eine Lösung für das neue Design. Obwohl Facebook die Option zum Zurückschalten auf die alte (klassische) Version der Website entfernt hat, ist dies weiterhin möglich. Alles, was Sie brauchen, ist ein Browser-Add-On namens „Site wiederherstellen“. Es ist sicher, kostenlos und sehr einfach zu bedienen. Nach der Installation werden alle von Ihnen geöffneten Facebook-Seiten in der geöffnet altes Layout / Design.

    • Ach ja? Wie soll das gehen? Wo finde ich das Addon, für welchen Browser kann es installiert bzw verwendet werden? ICH HÄTTE NICHTS DERGLEICHEN GEFUNDEN.

      Würde mich aber interessieren!

  • Wenn wir einmal die Diksussion über für und wieder des neues designs weglassen. hätte ich eine Frage wie wir wieder darauf wechseln können. Wir waren mit einer Public Page auf dem neuen design, dann wollte meine Frau heute etwas im alten design ausprobieren, hat auf das alte umgeschalten. jetzt gibt es aber keine Möglichkeit mehr auf das neue zurück zu wechseln. Im Menü gibt es zwar den darkmodus aber den switch zum neuen design nicht mehr. z.B. das letzte live Video dass im neuen design gemacht wurde ist im alten nicht zu sehen.

    Danke und viele Grüsse

    Oli

  • Ich habe auch deutlich das Gefühl, dass die Desktop-Version von Facebook – die Likes aus der App und dem Desktop sind nicht dieselben, man kann also zweimal liken – total langsam ist und überhaupt nicht gut funktioniert.

  • am neuen fb-layout ist keine „verbesserung“ zu erkennen, sehr schade, das alte layout war aufgeräumter und „professioneller“. die infantilisierung hat anscheinend zugeschlagen.

  • Das neue Design ist eine einzige Katastrophe. Vieles ist verschwunden. Ich als Fotograf folge schon etliche Seiten. Die sind nicht mehr da. Alles weg. Und das Liken der Seiten sind auch weg. Die Seiten leben aber von Likes. Und Abos. Das einladen einer Seite zu liken ist auch weg. Das war überlebenswichtig. Wie kann ich das wieder aktivieren. Wenn man auf das alte Design zurück kehrt, verschwinden etliche Beiträge und als würde man bestraft. Die Reichweite sind dann fast auf null.

  • Betreibe auch eine Seite auf Fb u. stimme meinen Vorrednern zu. Nach der Designumstellung, die ich bis zuletzt hinausgezögert habe, erreichen meine Posts nicht mal mehr die Stammfans meiner Seite. Als Seitenbetreiber bist du für Facebook eh nur Geldgeber, der mit immer umständlicheren Einstellungen, die noch mehr Klicks benötigen, konfrontiert wird, um Informationen als erledigt abzuhaken, die keine Sekunde des lebens wert sind.
    Dafür, dass das neue Design von narzistischen Nerds stammt, denen die User der Plattform völlig egal sind, beschweren sich auffallend wenige darüber. Fb könnte kackbraun sein, die Leute würden es einfach hinnehmen, falls sie überhaupt noch einen Unterschied wahrnehmen.
    Das neue Fb Design sieht aus wie billig nachgemachtes Twitter u. orientiert sich mit den großen bunten Icons, höchstens am Lese- u. Schreibniveau von Analphabeten.
    Obwohl ich nie Fans gekauft, noch Werbung geschaltet habe, sind mindesten 85 % der Fan Profile auf meiner Seite inaktiv. Zudem weisen alle das gleiche Merkmal auf, nämlich 500 gelikte Seite. Die Zahl 2,5 Milliarden halte ich deswegen für eine rein mediale Zahl, die nicht der Realität entspricht.
    Die Qualität der Postings ist einfach unterirdisch. Gefälschte Zitate ranken weit oben, herab würdigende Sprüche, die sich über andere stellen auch.
    Nachrichtenportale zahlen heute lieber Geld für Kommentare und Likes, als für guten Journalismus. Gerne berichten sie auch über Dinge, die ihnen Geld einbringen. Kommentare, die nicht dem Wunschbild der Auftraggeber entsprechen, kriegt der Leser nicht gezeigt, oder es hagelt (bezahlte) Beleidigungen, die immer dem gleichen primitiven Schema folgen. Digitalisierte Kommentare, die auf bestimmte Wörter u. Begriffe reagieren, halte ich nicht für ausgeschlossen.
    Die Beta Version sieht auf dem Desktop wie heran gezoomt aus (Fb habe ich auf 90 % reduziert). Gepostete Bilder, die dem unflexiblen breiten Format nicht entsprechen, werden mit Farbbalken links u. rechts aufgefüllt. Solche Bilder hätten früher auf Fb keine Chance gehabt zu ranken. Der Abstand zwischen den Postings ist so gering, dass ich schon zwei Mal versehentlich einen falschen Beitrag kommentiert habe.
    Wenn ich jetzt eine Freundschaftsanfrage erhalte, wird die so lange prominent angezeigt, bis ich sie angenommen oder gelöscht habe. Indes werde ich über Interaktionen auf meiner eignen (Fan)Seite, nicht mehr informiert.
    Das aufdringliche Einwirken von Fb auf seine User in Bezug auf das c. Virus und die Impfung dagegen, halte ich für unseriös (bezahlte Gehirnwäsche).
    Da die Betreiber zwar nach meiner Meinung fragten, diese aber keine Resonanz fand, hilft wirklich nur das konsequente Abmelden, sobald ich fertig bin.
    Wenn jemand behauptet, er hätte sein Profil gelöscht, erregt das bei mir Skepsis, weil das Löschen von Profil u. Seite auf Fb nicht möglich ist.
    Herzlichen Dank dafür, dass ich das hier mal los werden durfte.

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