Technologie Testbericht

Interstuhl Pure Active im Test: So schneidet der smarte Bürostuhl ab

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Wir haben den Interstuhl Pure Active getestet.
geschrieben von Christina Widner

Wie lange sitzen wir jeden Tag auf unserem Bürostuhl? Der Großteil von uns kommt sicher auf einige Stunden. Die Qualität des Stuhls ist für viele dabei zweitrangig – zum Nachteil unserer Gesundheit. Wir haben den smarten Bürostuhl Interstuhl Pure Active ausführlich getestet. Unser Bericht.

In den letzten Monaten hat sich das Home Office immer mehr etabliert. In der Regel ist der Mitarbeiter selbst dafür verantwortlich, die Büroausstattung zu besorgen. Das Augenmerk liegt für die meisten auf der technischen Ausstattung, um reibungslos arbeiten zu können.

Das führt dazu, dass meistens irgendein Stuhl zum Einsatz kommt. Denn wer hat schon einen richtigen Bürostuhl im Haus? Der Esszimmer-Stuhl erfüllt ja auch seinen Zweck. Dieser Irrglaube sorgt dafür, dass viele von uns einen Stuhl mit harter Rückenlehne, ohne Armlehnen, ohne Rollen und ohne jegliche Ergonomie für die tägliche Arbeit verwenden.

Interstuhl Pure Active: Was ist das Besondere?

Die Firma Interstuhl hat sich auf die Entwicklung und Herstellung von Bürostühlen spezialisiert. Nach eigenen Angaben sei ein ergonomischer Büro- und Schreibtischstuhl der erste Schritt, um gesünder zu sitzen. Das Design ist minimalistisch und auf das Wesentliche reduziert.

Es gibt eine Auswahl aus insgesamt zwölf verschiedenen Designs, die sich lediglich in den Farben des Sitzes und der Rückenlehne unterscheiden.

Zum Interstuhl Pure Active

Dynamisches Sitzen muss gelernt sein

Was wir in der Schule nicht durften, jetzt aber unbedingt wieder lernen sollen, ist das dynamische Sitzen. Das Schlimmste für die Gesundheit ist, wenn du eine Position einnimmst und dich stundenlang nicht bewegst.

Dynamisches Sitzen bedeutet, dass man verschiedene Sitzpositionen einnimmt, indem man das eigene Gewicht verlagert. Das ähnelt dem Schaukeln mit dem Stuhl.

Der einfache Aufbau des Interstuhl Pure Active ermöglicht eine intuitive Nutzung. Du musst den Stuhl nicht umständlich anpassen. Der Stuhl passt sich den Bedürfnissen des Nutzers an und ist sofort einsatzbereit. Genau das ist das Ziel des Herstellers: Einfach hinsetzen, die passende Höhe einstellen und das war es.

Der Interstuhl Pure Active im Test

Wir haben den Bürostuhl über mehrere Wochen hinweg täglich getestet. Im Folgenden berichten wir über die einzelnen Elemente des Stuhls. Die Lieferung ist sehr unkompliziert. Nach der Bestellung meldet sich die Spedition telefonisch bei dir, um einen passenden Liefertermin abzusprechen.

Du musst keinen Aufbau befürchten, denn der Stuhl wird komplett fertig geliefert. Der Stuhl an sich ist mit einer Schutzfolie verpackt, die Rollen einzeln mit Klebeband und Papier.

Die Verarbeitung ist insgesamt sehr hochwertig. Wir haben keine Kratzer oder Rückstände von der Verarbeitung am Stuhl festgestellt.

Preislich gesehen liegt der Interstuhl Pure Active bei 609 Euro. Damit bewegt sich der Stuhl im preislichen Mittelfeld. Günstige Modelle starten bereits ab 100 Euro. Nach oben gibt es – wie so oft – keine Grenzen. Auch vierstellige Beträge sind keine Seltenheit.

Der Sitz: Bewegung in drei Dimensionen

Beim ersten Sitzen spürt man direkt einen großen Unterschied zu anderen Bürostühlen. So ermöglicht der Stuhl die Bewegung in alle drei Dimensionen. Der Sitz an sich ist 3,8 Zentimeter dick, ungefähr 51,5 Zentimeter breit und 42 Zentimeter tief. Durch diese Maße findet fast jede Person einen angenehmen Platz.

Wir haben den Stuhl mit unterschiedlichen Personen getestet. Bei einer Größe von 1,68 Meter und auch bei 1,90 Meter mit verschiedenen Gewichten haben sich alle Personen direkt wohl gefühlt.

Der Stoff besteht aus einem atmungsaktiven Gewebe aus Polyester. Auf der Haut ist dies sehr angenehm. Zugleich spürt man die hochwertige Verarbeitung.

Sitz und Netz Rückenlehne Interstuhl Pure Active

An der unteren Seite des Stuhls findet man lediglich zwei verschiedene Einstellmöglichkeiten. Auf der linken Seite befindet sich ein Hebel für die Einstellung des Smart Springs.

Um den Hebel einzurasten, musst du ihn nach innen schieben. Mit ein wenig Kraftaufwand funktioniert das einfach. Um aktiv auf dem Stuhl zu sitzen, sollte man auf die Feststellung allerdings verzichten.

Auf der rechten Seite befindet sich der Hebel für die Höhenverstellung. Damit kannst du die Sitzhöhe von ungefähr 47 auf 57 Zentimeter schnell und einfach verstellen.

Eine Gasdruckfeder sorgt dafür, dass man sich auch mit Schwung auf den Stuhl setzen kann. So wird bei jeder Sitzhöhe der Schwung optimal abgedämpft.

Smart-Spring-Technologie

Schon beim ersten Sitzversuch auf dem Interstuhl Pure Active spürt man direkt die sehr hohe Beweglichkeit. Genau das bewirkt die eingebaute Smart-Spring-Technologie. Die integrierte Feder – oder auch Smart Spring – verläuft entlang der gesamten Rückenlehne bis runter zur Stahlsäule unter dem Sitz.

Die Smart-Spring-Technologie führt dazu, dass du eigentlich gar nicht still sitzen kannst. Wie schon erwähnt, müssen wir das dynamische Sitzen wieder lernen. Mit der Technologie wird uns der Schritt abgenommen, denn es ist unmöglich, sich nicht zu bewegen.

Smart Spring Technologie

Das Besondere ist: Du verlierst zu keinem Zeitpunkt das Gefühl sicher auf dem Stuhl zu sitzen. Die Unterstützung ist durch die flexible Rückenlehne und den flexiblen Sitz stets gegeben.

Auch die Smart Spring passt sich ganz individuell an deine Bedürfnisse an. Eine Gewichtsregulierung ist nicht notwendig. Genau das führt dazu, dass der Stuhl auch problemlos von mehreren Menschen genutzt werden kann.

Rückenlehne: Moderne Netzoptik

Die Rückenlehne des Interstuhl Pure Active ist komplett mit einem Netz bespannt. Das ist modern und du kannst von allen Seiten aus auf die Smart Spring schauen. Auch die innere Struktur deiner Rückenlehne kannst du inspizieren.

Das Netz ist aber keinesfalls locker angebracht. Ganz im Gegenteil: Die Unterstützung des kompletten Rückens ist vollkommen ausreichend. Auch bei hohen Temperaturen ist der Stuhl angenehm, da die Luft zirkulieren kann.

Die Smart Spring ist direkt mit der Rückenlehne verbunden. Dadurch ist, wie oben beschrieben, das dynamische Sitzen möglich.

Die Rollen: Guter Rollwiderstand

Es gibt an einem Bürostuhl kaum etwas anstrengenderes, als ständig wegzurollen, obwohl man das nicht möchte. Man ist eigentlich ständig damit beschäftigt, wieder in die gewünschte Position zurück zu rollen.

Ganz anders ist das beim Interstuhl Pure Active: Durch einen angenehmen Rollwiderstand bleibst du an einem Ort. Du rollst nur, wenn du das auch willst.

Interstuhl Drehkreuz und Rollen

Das Fußkreuz mit den insgesamt fünf Rollen verleiht dem Stuhl eine hohe Standsicherheit. Es ist fast nicht möglich, dass du mit dem Stuhl umkippst. Aber genau das muss der Stuhl auch mitbringen, damit du dynamisch sitzen kannst.

Interstuhl S 4.0 Sitzsensor: Wenn Bürostuhl smart wird

Der Stuhl alleine regt also zum dynamischen Sitzen an. Die Kontrolle hattest du darüber allerdings nicht – zumindest bis jetzt. Denn der passende Interstuhl S 4.0 Sitzsensor wird bei jeder Bestellung eines Interstuhl Pure Active kostenfrei mitgeliefert. Du kannst ihn aber auch einzeln zu einem Preis von 69 Euro bestellen.

Der Sensor kann direkt vorne links oder rechts unter den Sitz geklebt werden. Der Pfeil muss in Richtung des Schreibtisches zeigen. Dann wird der sogenannte ANT-Stick in den USB-Eingang des Rechners gesteckt. Im letzten Schritt musst du die S 4.0 Software (für Windows und Mac OS) herunterladen und installieren.

Interstuhl Sensor Garmin

Für die Einrichtung solltest du dir genügend Zeit nehmen. Damit du individuelles Feedback von der Software bekommst, musst du ein persönliches Profil erstellen.

In vier Schritten den Sensor einrichten

1. Das passende Modell auswählen

Im ersten Schritt wählst du das passende Stuhlmodell aus. Übrigens kann der Sensor auch an anderen Stühlen, die nicht von der Marke Interstuhl sind, angebracht werden. In dem Fall wählst du als Modell einfach „Sonstiges“ aus.

Interstuhl: Modell auswählen

(Foto: Screenshot / S 4.0 Software)

2. Korrekte Einstellung des Stuhls

Danach bekommst du von der Software wichtige Hinweise für die korrekte Einstellung deines Stuhls. Daran sollte man sich auch halten. Denn das ergonomische Sitzen ist wichtig für die korrekte Funktion des Sensors.

Interstuhl: Stuhl richtig einstellen

(Foto: Screenshot / S 4.0 Software)

3. Sensorkalibrierung

Im dritten Schritt wird der Sensor mit deinem Computer verbunden. Hierfür muss der Stuhl hin- und herbewegt werden, damit der Beschleunigungssensor aktiviert wird und Signale senden kann.

Nach der erfolgreichen Kopplung beginnt die Sensorkalibrierung. Diese ist notwendig, um deine Bewegungen und Gewichtsverlagerungen korrekt zuzuordnen.

Interstuhl: Sensorkalibrierung

(Foto: Screenshot / S 4.0 Software)

4. Sensor testen

Um sicherzustellen, dass die Sensorkalibrierung funktioniert hat, solltest du sie testen. Du bekommst ein Feedback der aktuellen Sitzposition mit einer fünfsekündigen Verzögerung. Wenn du mit der Einstellung zufrieden bist, kannst du die Software ab jetzt nutzen.

Interstuhl: Sensor einstellen

(Foto: Screenshot / S 4.0 Software)

Interstuhl: S 4.0 Software im Test

Die Startseite der Software zeigt die wichtigsten Daten über das aktuelle Sitzverhalten an. Mittig siehst du drei Grafiken: Wie viele Sitzwechsel hast du in den letzten 60 Minuten geschafft? Wie sieht die Sitzverteilung auf dem Stuhl über den Tag aus? Und: Wie gut ist deine Sitzqualität?

Als Standard sind 70 Sitzwechsel als Zielwert eingestellt. Diese Anzahl wird besonders Anfängern empfohlen. In den Einstellungen kannst du den Wert aber auch individuell anpassen. Der gewählte Wert hat einen direkten Einfluss auf die Anzahl und Frequenz der Benachrichtigungen, dass du die Position wechseln musst.

Pure Active Übersicht Software

Foto: Screenshot / S 4.0 Software

Im Normalfall läuft die Software relativ unauffällig im Hintergrund. Wenn du dich aber längere Zeit nicht bewegst, ploppt ein kleines Fenster auf, dass du die Sitzposition wechseln soll. Dieses Fenster verschwindet direkt, sobald du die Position verändert hast.

Sitzqualität: Das Ziel sind 100 Prozent

Die größte und auffälligste Anzeige in der S 4.0 Software ist die Sitzqualität. Diese wird anhand der Anzahl der Sitzpositionswechsel und einer möglichst ausgeglichenen Positionsverteilung in den letzten 60 Minuten berechnet.

Je aktiver und ausgewogener man sich bewegt, desto höher ist die Sitzqualität. Anfangs kann die Sitzqualität sehr schwanken. Dann sind die Werte nicht optimal. Das ist nicht schlimm, denn für gute Werte muss das dynamische Sitzen gelernt sein. Aber genau das ist der Ansporn: Dein Ziel sollten immer 100 Prozent sein.

Das ergonomische Sitzen ist eine Wissenschaft für sich. Wie wichtig es ist, erkennt man auch daran, dass die Arbeitsstättenverordnung entsprechende Vorgaben für Arbeitgeber und Arbeitnehmer enthält.

Fazit: Ein Stuhl, der hält, was er verspricht

Der positive Eindruck nach dem ersten Sitzen hat sich auch nach dem Langzeittest bestätigt. Wer die Qualität des Stuhls und die Technik im Stuhl betrachtet, stellt fest: Der Interstuhl Pure Active ist sein Geld wert. Wer ein Upgrade für seine Rückengesundheit sucht, erhält auf jeden Fall das, was versprochen wird.

Zum Interstuhl Pure Active


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Über den Autor

Christina Widner

Christina Widner ist Service-Redakteurin bei BASIC thinking, Mobility Mag und BASIC fitness.

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