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Bewegungen statt Online-Verhalten: So tracken dich Unternehmen in Zukunft

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Joggst du gerade? Das lässt sich herausfinden. (Foto: Pixabay.com / StockSnap)
geschrieben von Christian Erxleben

Durch Third-Party-Cookies erfahren Unternehmen und Werbungtreibende eine Menge über uns. Doch Apple, Google und Co. verbannen die Tracker zunehmend. Der Ersatz: Bewegungen. Durch Sensoren im Smartphone wollen Firmen dein Verhalten trotzdem erraten.

Dein Smartphone ist ein Wunderwerk der Technologie. Und damit meinen wir nicht, dass unser „Telefon“ auch eine hochwertige Kamera, ein kleines Film-Studio samt Post Production und dein Nachhilfelehrer sein kann.

Vielmehr geht es um die Komponenten im Inneren deines Gerätes. Über diese machen wir uns viel zu selten Gedanken. Dabei sind es gerade die verbauten Funktionen, die unser Smartphone so interessant und auch intelligent machen.


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Hast du nach einem langen Wandertag auch schon einmal geschaut, wie viele Kilometer und Höhenmeter du zurückgelegt hast? Oder hast du dich mittels des integrierten Kompass auch schon einmal in eine bestimmte Himmelsrichtung bewegt?

Das alles – und noch viel mehr – ist durch physische Tracker möglich, die unsere Bewegungen analysieren. Genau darin liegt für Werbungtreibende und Unternehmen die Zukunft.

Third-Party-Cookies haben ausgedient: Jetzt analysieren wir deine Bewegungen

Warum ist das so? In den letzten Jahren ist das Bestreben, den Nutzer besser zu beschützen, weiter angestiegen. Deshalb fahren immer mehr Technologie-Unternehmen ihre Tracking-Aktivitäten zurück. Dazu gehören beispielsweise Browser-Anbieter wie Mozilla und Smartphone-Hersteller wie Apple und Google.

Im Mittelpunkt stehen dabei häufig die sogenannten Third-Party-Cookies. Über diese kleine Dateien können Unternehmen und Werbungtreibende dein Online-Verhalten über mehrere Tage verfolgen, analysieren und auswerten.

Dadurch sind Publisher, Advertiser und Co. in der Lage, ein genaues Profil deiner Interessen zu erstellen. Schließlich verraten dein Browser-Verhalten und deine App-Nutzung viel über dich.

Oder vereinfacht ausgedrückt: Wenn du dich auf Google über Kinderbetten informierst und auf Amazon Kinderschuhe und Baby-Brei bestellst, wissen nicht nur diese beiden Konzerne, dass du vermutlich sehr bald ein Baby bekommst oder bereits einen Sohn oder eine Tochter hast.

Doch genau damit ist zunehmend Schluss. Deshalb gewinnen Bewegungen und die Daten dazu eben zunehmend an Bedeutung.

Was sich über Bewegungen erfahren lässt

Zu den führenden Experten auf diesem Gebiet gehört auch Abihishek Sen. Er hat 2016 das Contextual-Targeting-Unternehmen Number Eight in Großbritannien gegründet. Den technischen Hintergrund hat er durch seine Arbeit bei Apple, Blackberry und Palm erlangt.

Gegenüber Ars Technica erklärt er: „Marken müssen ihre Kampagnen überdenken, die bislang nach dem Muster ‚Ich will die einzelne Person und ihre Vorlieben kennen‘ gelaufen sind.“ Denn genau diese klassischen Rollenbilder lassen sich ohne externe Third-Party-Daten nur noch schwer erstellen.

Stattdessen rät Sen dazu, die verbaute Technologie des Smartphones auszunutzen. Wer beispielsweise drei Mal in der Woche abends in kurzer Zeit zu Fuß zwischen fünf und zehn Kilometer in einer Stunde zurücklegt, geht höchstwahrscheinlich joggen.

Daraus können Werbungtreibende dann schließen, dass nach der festgestellten Aktivität das Interesse an Erfrischungsgetränken oder gesunder Ernährung groß ist.

Und wer jeden Morgen und jeden Abend die gleiche Strecke in der gleichen Zeit zurücklegt, ist vermutlich ein Pendler, der gerade im Zug oder Auto sitzt. Wenn dabei dann noch Musik läuft, können Nutzer beispielsweise ganz gezielt über Audio-Anzeigen angesprochen werden.

Wie sich das Tracking verändert

Vordergründig steigt für Nutzer also der Schutz vor Tracking. Lediglich die großen Konzerne wie Apple, Google, Facebook und Co., die selbst First-Party-Daten haben, können noch ein genaues Bild von dir zeichnen. Daran ändern auch die beschlossenen Maßnahmen nichts.

Für kleinere Technologie- und Marketing-Firmen sieht die Situation anders aus. Allerdings zeigt beispielsweise der Ansatz von Number Eight, dass es früher oder später – vermutlich eher früher – neue Lösungen und Wege geben wird, um dich und dein Verhalten zu analysieren.


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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

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