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Samsung Galaxy Fold 2 – Noch immer ein Konzept & ein teurer Beta-Test

Samsung Galaxy Fold 2 5G Foldable Smartphone Test Review Mobilegeeks
geschrieben von Ümit Memisoglu
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Samsung Galaxy Fold 2 – Software und das primäre Display

Das ungefaltete Samsung Galaxy Fold 2 ist in der Nutzung grundsätzlich ok. Es gibt aber noch immer zahlreiche Optimierungsprobleme in der Software, nach denen man nicht lange suchen muss, was bei beliebten Apps wie Instagram anfängt und beim Webseitenbrowing mit dem eigenen Browser endet. Dazu kommt, dass das Featureset hier nicht einmal auf einen bestimmten Use Case gerichtet oder optimiert ist, wie das etwa beim Surface Duo der Fall ist, wo ich sagen kann, dass es sich von anderen Geräten abhebt oder das Designkonzept, außer der größeren Darstellung, tatsächlich einen Sinn hat. In der Hinsicht wirkt die Software für mich aktuell noch immer wie ein closed Beta-Test in den man sich einkauft.

Samsung Galaxy Fold 2 5G Foldable Smartphone Test Review Mobilegeeks

Viele Apps können nicht nativ dargestellt werden. Es kommt bei einigen zu Fehlern und Aufhängern wie im Bild erkennbar.

Aber: Das Tippen fühlt sich gut und natürlich an, es macht Spaß damit zu lesen und durch das Internet zu surfen und wenn eine Software mal optimiert ist, erweitert das Samsung Galaxy Fold 2 die Nutzererfahrung und den Spaßfaktor enorm. Ein Beispiel ist das große adaptive 120 Hz Display, was einem eine tolle Gaming-Erfahrung bietet mit spielen wie Genshin Impact, die sogar perfekt auf das Format des Gerätes abgestimmt sind und eine wirklich gute Immersion bieten.

Was mich an dem Display jedoch stört ist dieses komische, kunststoffartige Gefühl mit einem höheren Reibungswiderstand als auf einer normalen Glasfläche. Das liegt an der bereits angebrachten Schutzfolie, welche im Bezug auf Fingerabdrücke einfach schrecklich ist, nie wirklich sauber ist, da es alles Mögliche anzieht und dazu auch noch schnell zerkratzt. Es ist quasi die Billigfolie, die man mittlerweile mit fast jedem Smartphone mitbekommt. Im Gegensatz zum ersten Samsung Galaxy Fold kann man diese jedoch abnehmen, da es diesmal wirklich nur eine Schutzfolie ist. Das Problem ist, dass dann das Display selbst Kratzern ausgesetzt ist und egal was Ihr macht, egal ob normaler Gebrauch oder kleiner alltäglicher Unfall: Es wird sich sofort auf dem Display erkennbar machen. Falls man diese aber abnimmt, kann man zumindest einmal kostenlos ein neues von Samsung anbringen lassen. Andere, vermutlich deutlich bessere Schutzfolien, empfiehlt Samsung jedoch absolut nicht. Ja, es gibt bei diesen Geräten noch keine vernünftige Lösung, aber bei einem 2000 Euro Gerät ist das trotzdem Bitter, dass die die zwei Auswahlmöglichkeiten entweder eine schlechte Folie oder ein Display ohne Folie mit konstanter Kratzgefahr ist.

Während die Scharnier diesmal richtig gut und stabil ist, ist die Faltlinie noch immer unter bestimmten Blickwinkeln und Lichtverhältnissen klar sichtbar und deutlich erfühlbar. Grundsätzlich finde ich das aber eher unproblematisch, da es ein kleines Detail bei einer noch neuen Art von Produkt ist und nach einer gewissen Zeit stört es auch nicht so sehr. Was ich lieber hätte, ist dass das Gerät wenigstens auf dem Tisch flach sein könnte, aber hier macht der Kamera-Bump einen Strich durch die Rechnung. Auch scheint die Scharnier selbst ein komplett flaches ausrichten des Displays nicht zu erlauben.

Samsung Galaxy Fold 2 – Das Handling

Das größte Problem ist für mich das gefaltete Samsung Galaxy Fold 2. Ich denke wir können uns darauf einigen, dass das Samsung Galaxy Fold 2 in der Hosentasche nicht allzu gut aussieht und nach einer Weile auch weniger gut anfühlt. Das akzeptiert man aber beim Kauf eines Foldables und da es keine andere Lösung dafür gibt, ist das nicht wirklich ein Problem was mich stört.

Das Problem ist eher die allgemeine Bedienung im gefalteten Zustand. Es ist einhändig sehr unkomfortabel in der Nutzung. Ein Grund ist die Dicke und das Gewicht. In der Hand fühlt es sich nicht natürlich an und die Dicke des Gerätes sorgt dafür, dass das festhalten und gleichzeitige Bewegen des Daumens zur Bedienung eher krampfhaft wirkt. Dabei hilft auch nicht wie langestreckt das Display ist. Selbst bei großen Händen. Dazu kommt das Gewicht, denn gerade der Kopf des Samsung Galaxy Fold 2 im gefalteten Zustand ist sehr schwer, sodass man dem Gerät quasi mit allen Fingern und der ganzen Handfläche Halt bieten muss. Es gibt hierbei keinen idealen Punkt zum Festhalten und man muss praktisch dauernd Positionen wechseln und die Finger anders um das Gerät wickeln, damit man unterschiedliche Positionen erreicht. Eben deshalb, weil der Kopf so schwer ist und keine Balance wie bei anderen großen Smartphone wie dem Samsung Galaxy Note 20 Ultra gegeben ist, die einem indirekt zusätzlich Sicherheit bietet. Hier habe ich dauernd Schwierigkeiten wenn ich in Eile bin oder kurz abgelenkt bin, sodass ich am Ende lieber das Samsung Galaxy Fold 2 entfalte. Es ist echt schwer sich daran zu gewöhnen.

Dazu kommt dann noch die Symmetrie des Gerätes, denn wie man sehen kann, ist das Display rechts platziert. Das und die dickere linke Seite erschwert die Nutzung, je nachdem mit welcher Hand man das Gerät nutzt. Das hört sich alles an wie Kleinigkeiten, aber es macht einen großen Unterschied, wenn sich das alles addiert, also Symmetrie, Gewicht, Dicke, die längliche Form etc.

Samsung Galaxy Fold 2 – Sekundäres Display

Ein anderes Problem hier ist das sekundäre Display selbst. Dieses kommt im Vergleich zum inneren Display mit 60 Hz und sieht auch weniger gut aus, was in erster Linie egal ist und für mich ein guter Kompromiss wäre. Das Problem ist das Format selbst. Es ist dünn und lang, was es für das tippen nutzlos macht, wo lesen nicht unbedingt Spaß macht und auch für Medienkonsum ist es nicht ideal. Zudem müssen Apps oft beim Wechsel zu dem zweiten Display neu gestartet werden oder funktionieren öfter mal nicht, wie sie sollen. Auch andere Kollegen haben mir bestätigt, dass sie das sekundäre Display nur für Benachrichtigungen, Anrufe, allgemeine Einstellungen wie Telefon Stummschalten etc. oder die Kamera nutzen. In allen anderen Fällen nutzt man das innere Display, was dazu führt, dass man das äußere Display extrem selten nutzt. Hier ist das volle Super AMOLED Display mit vollen Android Funktionen kostspieliger und weniger effizient. Eine simplere und besser optimierte Alternative passend zum Nutzerverhalten muss her. Es ist noch immer deutlich besser als beim Vorgänger, aber wie gesagt, noch nicht ideal. Gerade mit Blick auf das allgemeine Handling und der Bedienbarkeit, die ich im letzten Abschnitt erklärt hatte.

Samsung Galaxy Fold 2 – Kein Schutz

Das letzte was mich am Samsung Galaxy Fold 2 stört sind die ganzen Unverträglichkeiten, die einen nach dem Öffnen des Paketes quasi sofort belasten. Es ist anfällig für Staub, es ist nicht Wasserdicht, man soll keine Schutzfolien auf dem Kratzeranfälligen Display nutzen, man soll keine inoffiziellen Schutzhüllen zum Schutz des Gerätes nutzen, da diese dem Gerät bzw. dem Mechanismus schaden könnten, man soll es nur im normalen Maße falten und entfalten und so weiter und so fort. Ich bin an einem Punkt, wo ich mich unwohl fühle das Samsung Galaxy Fold 2 zu nutzen, da es sensibler ist als jedes andere Smartphone auf dem Markt. Im Vergleich dazu gehe ich deutlich weniger sorgfältig mit dem Samsung Galaxy Note 20 Ultra um, weil ich sehr gut weiß wieviel das Gerät aushält und wo selbst der günstigste Schutz ausreicht um selbst bei kleinen Unfällen sicher zu sein. Dazu kommt, dass die Software vernünftig funktioniert, der S-Pen etc.

mittwald

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Ümit Memisoglu