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Vybe: Darum hat Apple die App für Underground-Partys aus dem Store geschmissen

Marinela Potor
Apple schmeißt die App "Vybe" aus seinem Store. (Foto: Screenshot / archive.vn)

Bis vor Kurzem kannte niemand die Party-App „Vybe“. Nun hat Apple die App aus seinem Store geschmissen, weil sie angeblich illegale Feten fördert. Wir erklären die Hintergründe. 

Wer noch bis vor Kurzem im App Store von Apple nach „Vybe Together“ suchte, fand dazu eine App, die Nutzern dabei half, Partys zu organisieren.

Mit dem Slogan „Get your rebel on. Get your party on“ (In etwa: „Finde deinen inneren Rebellen. Finde deine Party“) signalisierte Vybe aber schon, dass es sich dabei nicht um 0815-Partys handelte. Vielmehr sollte die App des US-Unternehmens für Underground-Partys, also für geheime Partys geeignet sein.

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Die Organisatoren einer Fete mussten dabei vorab allen interessierten Teilnehmer über die App Eintritt erlauben. Den Ort der Party erfuhren die Partygänger dann erst zwei Stunden im Voraus.

Soweit klingt das erstmal ganz harmlos. Und wenn man auf versteckte, exklusive Feiern steht, ist dagegen auch nichts einzuwenden. Nur: Mit den aktuellen Corona-Regeln sind derartige Feten illegal – auch in den meisten Orten in den USA.

Journalistin entdeckte Party-Video von Vybe

Das fiel vor wenigen Tagen auch der New Yorker Journalistin Taylor Lorenz auf, die sich darüber öffentlich auf Twitter ausließ. Während der aktuellen Pandemie sei das nicht sicher, schrieb Lorenz.

Kurz danach verschwand Vybe aus dem App Store von Apple und nach Informationen des Magazins The Verge hat wohl auch Tik Tok das Nutzerkonto von Vybe gesperrt. Möglicherweise war den Konzernen die App aktuell zu riskant.

War das übertrieben?

Vybe hatte angeblich nur wenige tausend Nutzer

Tatsächlich war die App vor dem Twitter-Post von Taylor Lorenz nicht sehr verbreitet. Vybe sagte gegenüber The Verge, dass die App nur wenige tausend Nutzer hatte. Auf Tik Tok hatte die App lediglich 25 Bewertungen.

Tatsächlich musste jeder Nutzer vorab seinen Instagram-Nutzernamen an das Unternehmen schicken, um Zugang zur App zu bekommen. Auch verlangte die App Fotos von den jeweiligen Nutzern auf der Party, wohl um zu verhindern, dass Nutzer den Veranstaltungsort vor Ablauf der Zwei-Stunden-Frist bekannt gaben.

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So hofften die App-Hersteller die Zahlen der Nutzer – und Partygänger – gering zu halten. Auf der mittlerweile entfernten FAQ-Seite der App gab es auch einen Absatz zu Covid-19. Darin hieß es, dass die App bewusst „kleine Treffen“ und keine „großen Partys“ fördern wollte.

Nun kann man sich natürlich darüber streiten, ob eine kleine Party, auf der wahrscheinlich niemand einen Mund-Nasen-Schutz trägt und auch der Mindestabstand wohl nicht eingehalten wird, während einer Pandemie wirklich sicher ist.

In dem Post von Taylor Lorenz ist auch ein Video von einer Vybe-Party eingebettet. Das Video ist nur zehn Sekunden lang. Es ist also etwas schwer zu erkennen, wie viele Menschen im Raum sind. Es scheint sich aber nicht um eine kleine Hausparty, sondern um eine größer angelegte Veranstaltung zu handeln.

Darüber hinaus hat Vybe wohl auch eine Neujahrsparty in New York City beworben. Es ist aber nicht klar, wie viele Partys über Vybe wirklich organisiert wurden und wie groß die Dimensionen waren.

In einem Statement gegenüber The Verge sagte ein Vybe-Sprecher: „Wir haben nie große Partys veranstaltet und wir haben ein übertriebenes Marketing-Video erstellt, das einen falschen Eindruck über unsere Absichten hinterlässt, und das wir seitdem heruntergenommen haben. Wir billigen keine großen, unsicheren Partys während einer Pandemie.“

Vybe hat mittlerweile auch fast sein komplettes Instagram-Profil bereinigt. Aktuell findet sich in der Beschreibung folgendes Statement: „Der App Store hat uns herausgenommen!!! Wir werden wiederkehren!!“

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Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt.