Wirtschaft

Das steckt hinter der Kursexplosion der Gamestop-Aktie

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Seit Anfang 2020 ist die Gamestop-Aktie zeitweise um mehr als 8.000 Prozent gestiegen. (Foto: Screenshot / YouTube)
geschrieben von Christian Erxleben

Eigentlich ist Gamestop nur eine Einzelhandelskette für Spiele und Unterhaltungs-Software, die stark unter dem Internet und Smartphones leidet. Trotzdem ist die Aktie seit Anfang 2021 um 900 Prozent gestiegen. Wir erklären die Hintergründe der Kursexplosion.

Gamestop-Aktie seit Anfang 2020 4.500 Prozent im Plus

Wer bei Online-Brokern wie Trade Republic in die beliebtesten Aktien schaut, findet dort seit Anfang 2021 beinahe ununterbrochen die Gamestop-Aktie.

Der Kurs hat seit Anfang Januar 2021 um knapp 900 Prozent zugelegt – von 14 Euro auf 190 Euro. Noch deutlicher fällt der Anstieg im Vergleich zum Frühjahr 2020 aus. Dort lag der Kurs bei gerade einmal bei 2,80 Euro. Das entspricht einer Steigerung um rund 4.500 Prozent.


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Warum steigt die Gamestop-Aktie so stark?

Das ist eine Frage, die sich Aktionäre rund um den Globus in den letzten Tagen und Wochen vermehrt stellen. Grundsätzlich gibt es dabei mehrere Antworten und Erklärungsansätze.

Was macht ein Short Seller?

Auf der einen Seite stehen sogenannte Short Seller. Sie setzen darauf, dass der Kurs einer Aktie fällt. Deshalb tätigen sie sogenannte Leerverkäufe. Das heißt: Die Short Seller leihen sich Aktien und verkaufen sie zu einem bestimmten Preis mit der Hoffnung, sie später zu einem niedrigeren Kurs wiederzukaufen.

Im Fall der Gamestop-Aktie hat beispielsweise der große Short Seller Citron Research um Chef Andrew Left eine Verkaufsempfehlung ausgesprochen.

Dabei hatte Left durchaus einige Argumente. So ist der Druck auf Gamestop in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Online und Mobile Games haben stationäre Gaming-Händler wie Gamestop schwer getroffen und an den Rand einer Insolvenz getrieben.

Wie junge Trader auf Reddit und Co. gegen Short Seller arbeiten

Auf der anderen Seite stehen Anleger. Oder genauer gesagt: Junge Anleger, die über kostenlose Broker wie Robinhood auf steigende Kurse setzen. Das Besondere daran ist, dass sich diese Spekulanten in Reddit-Foren verabreden und so als große Masse gezielt und gleichzeitig einkaufen.

Dabei spielt insbesondere r/wallstreetbets mit 2,7 Millionen Mitgliedern eine entscheidende Rolle. Laut Informationen des Wirtschaftsdienstes Bloomberg ist dieser Trader-Typ für 20 Prozent des Handels an der US-Börse verantwortlich. Dementsprechend groß ist die Schlagkraft.

Was ist ein Short Squeeze?

Diese Frage steht im Mittelpunkt der Kursexplosion der Gamestop-Aktie. Per Definition ist ein Short Squeeze „die Angebotsknappheit eines Wertpapiers, das zuvor in großer Anzahl leerverkauft („geshortet“) wurde.“

Die Robinhood- und Reddit-Trader zwingen große Short Seller wie Citron Research durch ihre massiven Einkäufe also dazu, ihre Leerverkaufspositionen zu schließen, indem sie die Aktie kaufen. Schließlich bedeutet jeder gestiegene Cent für Short Seller einen Verlust.

Durch die erzwungenen Käufe der Short Seller steigt der Aktienkurs dann erneut an.

Warum ist der Hype um die Gamestop-Aktie so gefährlich?

Bislang klingt die Geschichte für Laien nach einem interessanten Geschäftsmodell. Genau das Gegenteil ist jedoch der Fall. Das Risiko bei derartigen geplanten Wetten gegen die Börse ist gigantisch.

Niemand kann einem jungen Anleger garantieren, dass der Plan der Reddit-Community aufgeht. Wenn dieser Plan jedoch scheitert, verlieren primär junge Erwachsene womöglich ihr gesamtes Kapital. Das hat in den USA junge Trader schon in den Selbstmord geführt.

Ebenso unklar ist, wie lange eine Aktie noch steigt. Wer zum falschen Zeitpunkt einsteigt, sieht sich womöglich auch mit einem Totalverlust konfrontiert. Deshalb ist es ratsam, keinesfalls blind und unwissend das gesamte Vermögen in Hypes zu stecken.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Durch seine Arbeit im Social-Media- und Marketing-Ressort der INTERNET WORLD Business, am Newsdesk von Focus Online und durch sein Journalismus-Studium sowie sein redaktionelles Volontariat hat er in den Bereichen der Redaktion und des Social Media Managements mehrjährige, fundierte Erfahrung gesammelt. Beruflich und privat beschäftigt er sich mit Social Media, New-Work-Konzepten und persönlicher Entwicklung.

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