Unterhaltung

Weißt du noch damals, als wir … noch Kassetten gehört haben?

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geschrieben von Marinela Potor

Ja, es gab sie! Eine Zeit vor Smartphones, WLAN und Google, als wir noch Handys mit Tasten hatten und Kassetten hörten. In unserer Nostalgie-Serie erinnern wir uns bei BASIC thinking an diese „alten“ Zeiten – mal mit Wehmut, mal mit Erleichterung, dass die Technologie fortgeschritten ist. Diesmal erinnern wir uns an Kassetten. 

Wie hörst du Musik? In den meisten Fällen wahrscheinlich in digitaler Form – sei es auf deinem Smartphone oder dem Computer. So manch einer mag tatsächlich noch CDs haben. Und wer Wert auf den klassischen, analogen Sound legt, hat Schallplatten.

Doch wer hört noch Musik auf Kassetten? Dabei ist es gar nicht mal so lange her, dass Kassetten DAS Medium für Musik und Audio-Erlebnisse aller Art waren.


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Wer kennt noch Bibi-Blocksberg-Kassetten?

Für mich hatten Kassetten tatsächlich lange Zeit gar nichts mit Musik zu tun. Vielmehr hörte ich darauf Kinderhörspiele wie Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen.

Als ich mich dann irgendwann für Musik zu interessieren begann, gab es zwar schon CDs. Die waren aber immerhin so teuer, dass ich mir von meinem Taschengeld selten mehr als eine im Monat leisten konnte. Die nächstbeste Lösung: meine liebsten Lieder vom Radio auf eine leere Kassette aufnehmen.

Die Kunst der Radio-Aufnahmen

Die Qualität war natürlich mäßig und es war auch nicht immer so leicht, die Aufnahme im besten Moment zu starten. So hörte man bei einigen Songs tatsächlich noch die An- oder Abmoderation des Moderators. Besonders frustrierend war es, wenn das Lied im Radio nicht zu Ende gespielt wurde.

Dann musste man wieder an den Anfang zurückspulen und auf die nächste Gelegenheit warten, das Lied aufzunehmen. Die besten Chancen hatte man natürlich in den wöchentlichen Chart-Shows, bei denen vorher immer angekündigt wurde, welches Lied gespielt wurde.

So konnte man dann schon die Aufnahme-, Play- und Pause-Taste vorbereiten und musste dann nur im entscheidenden Moment die Pause-Taste lösen.

Ich war mir übrigens auch nicht zu schade, Kassetten, die man eigentlich nicht überspielen konnte, mit Tesa-Streifen auf den Rillen am oberen Rand zu überkleben und auch darauf, Musik aufzunehmen. Unweigerlich kam es bei diesen wiederholten Aufnahmen irgendwann zum Bandsalat.

Bester Begleiter der Musikkassetten war entsprechend der Bleistift, mit dem man das Kassettenband wieder ordentlich aufrollen konnte. Und ja, ich habe auch zerrissenes Kassettenband mit Tesafilm wieder überklebt.

Und dann gab es noch die Mixtapes.

Mixtapes: Die höchste Kunst der Kassetten

Das war die ganz hohe Kunst der Musikkassetten. Denn dabei nahm man nicht irgendwie wahllos Musik in beliebiger Reihenfolge auf. Die Kassetten waren thematisch sortiert und die Lieder folgten auch aus einem bestimmten Grund aufeinander.

Für alle, die zu jung für Kassetten sind: Anders als bei CDs oder natürlich Musikdateien, kann man die Reihenfolge der Lieder auf einer Kassette nicht beliebig anordnen, es sei denn man spult ständig vor und zurück. Das heißt: Man hört alle Songs im immergleichen Ablauf.

Somit kam der Reihenfolge der Lieder auf den Mixtapes eine besondere Bedeutung zu, so ähnlich wie auch DJs überlegen, welchen Song sie als Nächstes spielen, um die Stimmung der Tänzer auf eine bestimmte Art zu beeinflussen.

Die Klischeevorstellung der Mixtapes ist, dass sie romantisch sind. Zum Beispiel: Der Freund nimmt ein besonderes Mixtape für seine Freundin auf. Oder man gesteht jemandem, dass man auf ihn oder sie steht, indem man ein Mixtape überreicht.

Wer sich genauer dafür interessiert, dem sei der Film High Fidelity ans Herz gelegt.

Der Soundtrack meiner Jugend

Bei uns war es tatsächlich eher so, dass die Mixtapes im Freundeskreis herumgereicht und als Soundtrack fürs Autofahren zusammengestellt wurden. Damals hatten ja nur wenige von uns ein Auto, sodass Carsharing die Norm war, auch wenn man das Wort noch gar nicht kannte.

Das Wichtigste dabei war aber, für seine Freunde die passende Musik zum Cruisen dabeizuhaben. Und da die meisten von uns alte Gurken fuhren, die noch keine CD-Spieler hatten, kamen hier die Mixtapes zum Einsatz.

Dabei handelte es sich um eine bunte Mischung unserer Lieblingslieder. Selbstredend fuhren wir von Frühling bis Herbst mit offenem Fenster und laut aufgedrehtem Mixtape durch die Gegend.

Jüngere Generationen finden das wahrscheinlich absolut absurd. Und ich bin mir sicher, dass auch ältere Generationen damals von uns das Gleiche dachten.

Doch für mich sind das immer noch einige der schönsten Erinnerungen meiner Jugend. Und so haben Kassetten immer noch einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen und in meiner Musiksammlung. Denn ich besitze tatsächlich immer noch nahezu alle meine alten Mixtapes.

Im Auto höre ich sie natürlich nicht mehr. Doch ich habe nach wie vor einen Kassettenspieler zu Hause und wenn mir mal so richtig nostalgisch zumute ist, schmeiße ich eine Kassette ein und erinnere mich an die guten alten Mixtape-Zeiten.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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