Wirtschaft

Gamestop-Manipulation: Bafin ermittelt gegen Trade Republic

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Die Bafin untersucht das Vorgehen von Trade Republic im Gamestop-Fall. (Foto: Unsplash.com / Michael Förtsch)
geschrieben von Christian Erxleben

Die Spekulationen rund um die Aktien von Gamestop, AMC und Co. haben ein Nachspiel. Die deutsche Finanzaufsichtsbehörde Bafin ermittelt aufgrund eines zwischenzeitlichen Aussetzens des Handels gegen den Neobroker Trade Republic. Das ist der Stand der Dinge.

Ende Januar 2021 hatte sich an den Börsen dieser Welt der Kampf zugespitzt: Auf der einen Seite standen Millionen von (jungen) Anlegern – vorwiegend aus Reddit-Foren wie r/wallstreetbets –, die nach gemeinsamer Absprache Gamestop-Aktien kauften. Auf der anderen Seite standen Shortseller und Hedgefonds, die zuvor über Leerverkäufe auf fallende Kurse gesetzt hatten.

Dieser Wettstreit trieb die Gamestop-Aktie am 28. Januar 2021 auf den Rekordwert von 418,80 Euro. Knapp neun Monate zuvor war ein Anteil gerade einmal 2,40 Euro wert.


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Nach Gamestop-Hype: Bafin ermittelt gegen Trade Republic

Aufgrund der hohen Volatilität hatten einige Broker den Handel mit den Aktien von Gamestop, Blackberry, AMC Entertainment und Co. teilweise eingeschränkt oder komplett ausgesetzt. Das hat jetzt Konsequenzen.

Laut einer Anfrage der Fraktion „Die Linke“ an die Bundesregierung, die der FAZ vorliegt, hat die Börsenaufsicht Bafin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) unter anderem Ermittlungen gegen den Berliner Neobroker Trade Republic gestartet.

Dabei geht es um die Frage, ob die Einschränkung des Handels am 28. Januar 2021 zwischen 17.45 und 23 Uhr gerechtfertigt war. Die Börse Hamburg bestätigt auf Nachfrage der Politik zwar, dass es eine technische Störung gab. Diese seit allerdings um 16.35 Uhr behoben worden.

Deshalb untersucht die Bafin das Vorgehen jetzt genauer. Außerdem steht die Frage im Fokus, ob dritte Parteien Einfluss auf die Entscheidungen von Trade Republic genommen haben.

Keine Marktmanipulation durch deutsche Klein-Anleger

Weiter sagt die Bundesregierung laut der FAZ, dass sich Anleger, die sich an Diskussionen auf Reddit und Co. beteiligt haben, keine Konsequenzen fürchten müssen. Das gilt ebenso für Aktionäre, die Aktien von Gamestop und Co. gekauft haben.

Nichtsdestotrotz wertet die Bafin alle Beiträge „anlassbezogen“ aus. Das heißt: Insbesondere großen Initiatoren und Treibern, die andere Anleger aktiv zum Investment aufgefordert haben, kann trotzdem noch ein Verfahren drohen.

Gleichzeitig nimmt die Bundesregierung auch die Hedgefonds und Shortseller aus der Schussbahn. Das Handelsvolumen von Gamestop bewege sich in Deutschland auf einem niedrigen Niveau. Deshalb greife auch das Verbot ungedeckter Leerverkäufe nicht.

Über 4.400 Beschwerden bei der Bafin

Gerade die jungen Anleger, die im Zuge des Gamestop-Hypes womöglich viel Geld verloren haben, sind nach wie vor wütend – ob die Wut berechtigt ist, hängt vom Einzelfall ab. In vielen Fällen sind nicht etwa Neobroker wie Trade Republic, sondern die Gier nach mehr Geld am Verlust Schuld.

Nichtsdestotrotz drückt sich der Unmut der Anleger in konkreten Zahlen aus. Alleine bis zum 15. Februar 2021 – also innerhalb von gerade einmal zwei Wochen – sind über 4.400 Beschwerden bei der Bafin aufgrund der Handelsbeschränkungen im Gamestop-Fall eingegangen.

Welche Konsequenzen der Gamestop-Hype noch nach sich zieht, zeigt die Zukunft. Derweil steigt die Gamestop-Aktie seit Ende Februar 2021 schon wieder an. Derzeit liegt der Kurs schon wieder bei über 200 Euro.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Durch seine Arbeit im Social-Media- und Marketing-Ressort der INTERNET WORLD Business, am Newsdesk von Focus Online und durch sein Journalismus-Studium sowie sein redaktionelles Volontariat hat er in den Bereichen der Redaktion und des Social Media Managements mehrjährige, fundierte Erfahrung gesammelt. Beruflich und privat beschäftigt er sich mit Social Media, New-Work-Konzepten und persönlicher Entwicklung.

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