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China versetzt Bitcoin Todesstoß: Was bedeutet das nun für die Kryptowährung?

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Unsplash / André François McKenzie
geschrieben von Marinela Potor

Der Bitcoin hat von China den Todesstoß versetzt bekommen. Das Land hat die Krypto-Minen in der Provinz Sichuan dichtgemacht. Was heißt das für den Bitcoin?

Bitcoin: Farmen in China müssen schließen

China hat übers Wochenende Ernst gemacht und sein angekündigtes Krypto-Mining-Verbot nun auch in der Provinz Sichuan durchgesetzt. Hier mussten mehrere Bitcoin-Farmen schließen. Die chinesische Regierung begründet dies mit einer Sorge um den hohen Energiebedarf von Krypto-Mining.

Als Folge sank der Bitcoin-Kurs am Montag auf 31.760 US-Dollar und damit erstmals seit dem 8. Juni unter 32.000 US-Dollar. Aktuell liegt der Kurs nach Angaben von Coin Metrics bei 31.666 US-Dollar.


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Da in China davor schätzungsweise 65 Prozent des globalen Bitcoin-Minings erfolgte, sank auch die Hash-Rate, also die Rechenpower drastisch, was wiederum den Kurs der Kryptowährung beeinflusste.

Doch nicht nur der Bitcoin-Kurs war betroffen. Auch kleinere Kryptowährungen wie Ether und XRP verloren an Wert.

Bitcoin büßt 90% Mining-Kapazität ein

Es war nicht völlig unerwartet, als chinesische Behörden übers Wochenende begannen, die Krypto-Mining-Zentren in der Provinz Sichuan dichtzumachen.

Das hatten viele Miner befürchtet, nachdem ein Regierungsrat unter Vizeministerpräsident Liu He bereits ein Mining-Verbot beschlossen und es schon in den Provinzen der Inneren Mongolei, Xinjian und Quinghai durchgesetzt hatte. Einige bezeichneten den Shutdown als „historischen Moment.“

Mit den vorangegangenen Verboten und dem finalen Todesstoß in Sichuan habe man damit 90 Prozent der Bitcoin-Mining-Kapazität, beziehungsweise ein Drittel der Rechenpower des globalen Kryptonetzwerkes kurzfristig aufgehoben, sagte Shentu Qingchun, CEO der Blockchain-Firma Bank Ledger gegenüber der Global Times.

Zuvor hatten einige Miner noch gehofft, dass die Provinz verschont bleiben könnte und China lediglich gegen Miner vorgehe, die fossilen Strom aus Kohlekraft nutzen. In Sichuan nutzen Bitcoin-Miner dagegen in der Regenzeit Strom aus Wasserkraft.

Doch Chinas Marschrichtung scheint klar: Das Land möchte dem massiven Wachstum von Kryptowährungen im Land ein Ende bereiten.

Bitcoin vs. China: Ein Machtkampf

So bat die Chinesische Volksbank beispielsweise unter anderem Alipay, einem Zahlungsdienst der mit Alibaba in Verbindung steht, darum Transaktionen mit Kryptowährungen einzudämmen.

Konkret solle es keine Kontoeröffnungen oder Registrierungen für derartige Zahlungsmethoden mehr geben. Als Grund nannte die Volksbank die Tatsache, dass virtuelle Währungen die finanzielle Ordnung beeinträchtigten und das Risiko illegaler Aktivitäten trügen, wie etwa Geldwäsche.

Das Dichtmachen von Bitcoin in China interpretieren viele daher eher als politisches Machtspiel der Regierung.

Einige glauben sogar, dass Bitcoin, wie auch schon in der Vergangenheit, wieder nach China zurückkehren würde. Das sei auch bei vorherigen Shutdowns passiert, sagt etwa Charles Hayter, CEO der Kryptodatenfirma Crpyto Compare gegenüber CNBC.

Bitcoin-Miner wandern aus China ab

Währenddessen sind aufgrund der gesunkenen Rechenpower die Transaktionen des Bitcoins zwar nicht eingebrochen, aber durchaus langsamer und etwas teurer geworden.

Da es sich beim Bitcoin-Mining aber um ein dezentrales System handelt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Bitcoin-Miner sich an neuen Standorten niederlassen und die Power wieder anzieht.

Besonders heiß gehandelt werden als neue Mining-Standorte Länder wie El Salvador oder Paraguay, die Kryptowährungen als erträgliches Geschäft sehen und mit Strom aus erneuerbaren Energien und einer politischen Offenheit Krypto-Miner anlocken wollen.

Auch Texas in den USA könnte mit einer Kombination aus verhältnismäßig erschwinglichem Strompreis, einem Strommix aus Wind- , Solar- und Atomkraft und vor allem einer stabilen politischen Lage neue Miner anziehen.

Doch für viele Experten ist auch klar: Es ist nicht das letzte Mal, dass Bitcoin-Miner auf Wanderschaft gehen werden.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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