USA: Gesichtserkennungssoftware für Arbeitslose funktioniert eher selten

Felix Baumann

Wenn es um das Thema Gesichtserkennung geht, handelt jede Nation individuell. Während in Europa noch diskutiert wird, inwieweit solche Systeme in Zukunft zugelassen werden sollen, ist die Identifizierung per Gesicht in China schon gang und gäbe und wird leider häufig zum Nachteil vieler Menschen eingesetzt. In den USA hingegen entscheidet jeder Staat für sich, wie er hier vorgehen möchte.

Dass Systeme zur Gesichtserkennung auch nicht fehlerfrei sind, beweist nun ein Beispiel aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Viele Bundesstaaten nutzen inzwischen ein solches System, um Gelder für Arbeitslose zu bewilligen oder abzulehnen. So soll Missbrauch vorgebeugt werden. Neue Berichte legen aber nahe, dass selbst berechtigte Personen häufig keine Gelder bewilligt bekommen.

Häufig bringt die Gesichtserkennung eher Risiken mit sich

Zum Einsatz kommt hier das System ID.me, welches anhand von offiziellen Dokumenten und biometrischen Identifikationsmerkmalen einen Antrag genehmigt oder ablehnt. Woran man aber scheinbar nur unzureichend gedacht hat, ist die Reaktion auf abgelehnte Anträge, wenn dem Menschen eigentlich Leistungen zustehen. Denn diese erreichen meist keinen menschlichen Bearbeiter.

Das ist ein Problem, denn gerade wegen der Coronaviruspandemie haben viele Amerikaner:innen ihren Job verloren. Erhalten diese auch nicht vom Staat zugesagte Gelder, ist das Abrutschen in die Armut und Obdachlosigkeit eine reale Gefahr. Trotzdem gingen mehrere Bundesstaaten den KI-Weg letztes Jahr, nachdem Betrüger sich die Pandemie zunutze gemacht haben.

Algorithmen sind meist nicht wirklich neutral

 

Insgesamt versprach man sich die Reduzierung von Schäden in Höhe von 400 Milliarden Dollar, zwischen März und Oktober 2020 konnte man aber lediglich 5 Milliarden Dollar vor Betrügern retten. Das ist zwar auch eine große Summe, im Vergleich zu den Risiken, die das System gebracht hat, aber kaum haltbar. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Geschichte hier entwickelt.

Eigene Meinung:

Ist Gesichtserkennung wirklich sinnvoll und nützlich? Schaut man auf Erfahrungen der vergangenen Jahre, dann sieht man, dass die Gefahren meist dem tatsächlichen Nutzen überwiegen. Hierzulande hat man am Berliner Bahnhof Südkreuz einen Pilotversuch gestartet, die Ergebnisse waren aber nicht wirklich zufriedenstellend. Ein Grund mehr die Verwendung von solchen Systemen grundsätzlich zu verbieten.

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Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.