Wirtschaft

Digitale Berufe: Was macht ein Digital Ambassador?

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geschrieben von Christian Erxleben

Die Digitalisierung verändert unsere Arbeitswelt von Grund auf. Deshalb entstehen neue Berufsbilder. Doch was versteckt sich hinter den Bezeichnungen? Das möchten wir in „Und was machst du so?“ greifbar machen. Heute: Meike Neitz und der Beruf des Digital Ambassador.

Der Start in den Tag als Digital Ambassador

Meike, du arbeitest als Digital Ambassador bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Beschreibe uns doch einmal in vier Sätzen, wie du deinen Beruf neuen Freunden erklärst.

Mit der neu geschaffenen Position des Digital Ambassador entwickelt die GIZ die Entwicklungsarbeit weiter und passt sie dem digitalen Zeitalter an. Das heißt: Neben der klassischen Entwicklungshilfe – wie etwa im Bereich Land- und Wasserwirtschaft oder Stadtentwicklung – sind wir digitale Botschafter dazu da, um Digitalprojekte voran zu bringen und den „Digital Divide“ zu überbrücken.


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In meinem konkreten Fall geht es um die Förderung von Start-ups in Namibia. Ich wurde vom GIZ-Projekt „Startup Namibia“ engagiert und an unsere Partnerorganisation, den Entrepreneurship Hub & Coworking Space Dololo in Windhoek „ausgeliehen“, um Dololo mit Strategie, neuen Ideen und Partnerschaften zu unterstützen.

Mein Arbeitsfeld reicht vom Training des Teams über die Ausarbeitung von neuen Start-up-Programmen bis hin zu Lobbyarbeit im Bereich Public Policy, um Regierungsvertreter davon zu überzeugen, Start-ups gezielt zu fördern und so das lokale Start-up-Ökosystem hier wachsen zu lassen.

Wie sieht ein normaler Tag in deinem Beruf aus?

Ich lebe nun seit Februar 2021 in Windhoek und habe tatsächlich noch immer keinen normalen Tag erlebt.

Jeder ist komplett anders. Ich habe beispielsweise Strategie-Meetings mit dem Team, organisiere Networking-Events, arbeite an neuen Projekten – beispielsweise einem Pitch-Wettbewerb für das Goethe Institut – treffe Vertreter von Corporates um neue Start-up-Programme zu entwerfen oder sitze mit unserem zweiten Digital Ambassador, der hier im Bereich Agrartech arbeitet, zum Mittagessen zusammen.

Dann ist da noch Admin-Arbeit zu erledigen. Ebenso führe ich Calls mit Vertretenden aus dem öffentlichen Sektor zum Thema Start-up-Förderung. Während ich in den ersten Monaten eher auf Mikroebene gearbeitet habe, verschiebt sich meine Arbeit gerade in Richtung Politik.

Wir haben es geschafft, Momentum für das Thema Start-up zu schaffen. Nun haben sich verschiedene Taskforces gebildet, die einen nationalen „Startup Act“ ausarbeiten wollen und zugleich einen SME/Startup Fond aufsetzen. Das ist sehr spannend für mich!

Und womit startest du in den Tag?

Ich bringe meine Tochter in den Kindergarten und bin dann gegen 8 Uhr im Büro. Das ist unser Coworking-Space Dobox. Ich überfliege die Zeitung The Namibian und setze mich zu meinem Team. Meistens habe ich eine Stunde, um in Ruhe Mails zu beantworten und mich einzugrooven, bis die ersten Meetings oder Calls anstehen.

Meike Neitz, GIZ, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit

Meike Neitz, Digital Ambassador bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ.)

Die Aufgaben als Digital Ambassador

Wie definierst und interpretierst du deinen Job als Digital Ambassador persönlich?

Ich sehe mich als Brückenbauerin und Enablerin. Dabei versuche ich, nicht zu tief in die operative Arbeit hineinrutschen, sondern auf der Strategieebene zu bleiben.

Ich habe beispielsweise zusammen mit den Community Managern des Dololo-Teams eine Strategie für unseren Coworking-Space ausgearbeitet. Dabei ging es mir darum, neue Denkanstöße, Impulse und Rahmen zu schaffen, sodass das Team viel dazulernt und vom Wissenstransfer maximal profitiert.

Wie ist deine Stelle in die Unternehmensstruktur eingegliedert? Das heißt: An wen berichtest du und mit wem arbeitest du zusammen?

Ich bin bei der GIZ als klassischer Entwicklungshelfer angestellt – mit einem limitierten Auslandsvertrag. Meine Vorgesetzte ist Anna Vambe, die das „Start-up Namibia“-Projekt leitet und mich hergeholt hat, um die lokale Start-up-Szene zu unterstützen.

Spaß und Dankbarkeit in deinem Beruf

Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß?

Ich liebe die Vielfältigkeit meiner Arbeit und die Freiheit, die ich habe, hier Dinge auszugestalten und voran zu bringen.

Da alle Digitalbotschafter (wir sind derzeit um die 20 in hauptsächlich afrikanischen Ländern) mit unterschiedlichen Partnerorganisationen zusammenarbeiten – von der Digitalarbeit im Bereich Agrar und Labour bis hin zu Ernährung und Gesundheit –, gibt es für uns keine feste Jobbeschreibung.

Als ich herkam, durfte ich mir eine eigene Roadmap erstellen und Ziele meiner Arbeit festlegen. Ich war schon immer eine gute Netzwerkerin und habe gern Leute zusammengebracht. Dieses Brückenbauen mache ich hier viel. Es macht mir riesig Spaß. Auch ist die Start-up-Szene noch relativ jung und klein. Daher kann man sehr viel bewegen.

Wofür bist du besonders dankbar?

Ich bin sehr dankbar dafür, wie toll ich hier sowohl von „Startup Namibia“ als auch von Dololo aufgenommen wurde und wie viel Vertrauen mir und meiner Arbeit entgegengebracht wird.

Es gab zu keinem Zeitpunkt ein Micromanagement. Ich konnte meine Rolle immer selbst ausgestalten, hatte aber trotzdem immer hilfreiche Ansprechpartner und tolle Überstützung.

Zudem bin ich sehr dankbar für die Tatsache, dass ich überhaupt auch mit einer kleinen Tochter diese Möglichkeit eines Expatpostings bekommen habe, was nach acht Jahren in Deutschland immer mein Wunsch war.

Die GIZ ist ein sehr familienfreundlicher Arbeitgeber und hat den Umzug nach Namibia sehr leicht gemacht. Zuletzt: Mein Partner, der diesem Abenteuer zugestimmt hat, auch wenn er selbst nicht mit umziehen konnte. Er nimmt jetzt viel auf sich, um uns hier so oft wie möglich zu besuchen.


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Und wie wird man jetzt Digital Ambassador?

Welchen Tipp würdest du einem Neueinsteiger oder interessierten Quereinsteiger geben, der auch Digital Ambassador werden will?

Das Tolle an dem Job ist, dass wirklich die unterschiedlichsten Leute gesucht werden. Daher kann ich nur jeden ermutigen, sich zu bewerben. Man bewirbt sich dabei bei der GIZ nicht auf ein bestimmtes Land, sondern die Rolle als solche.

Wird man genommen, landet man in einem Pool und wird von den jeweiligen Länder-Verantwortlichen, die einen Digital Ambassador suchen, je nach Profil und Fähigkeiten ausgesucht. Daher ist für ein sehr buntes Spektrum an Bewerbern Platz!

Vielen Dank, Meike!

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Durch seine Arbeit im Social-Media- und Marketing-Ressort der INTERNET WORLD Business, am Newsdesk von Focus Online und durch sein Journalismus-Studium sowie sein redaktionelles Volontariat hat er in den Bereichen der Redaktion und des Social Media Managements mehrjährige, fundierte Erfahrung gesammelt. Beruflich und privat beschäftigt er sich mit Social Media, New-Work-Konzepten und persönlicher Entwicklung.

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