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Twitter-Klon Gettr schon am ersten Tag gehackt

Fabian Peters
Screenshot / Gettr.com

Am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, ging das soziale Netzwerk Gettr an den Start. Optisch erinnert die Plattform stark an Twitter. Doch zum Start weist die Plattform erhebliche Sicherheitslücken auf. Schon am ersten Tag kam es zu einem folgenschweren Hack.

Auf Twitter trendet aktuell der Hashtag #gettr. Zahlreiche Nutzer:innen gaben ihren Wechsel zum neuen sozialen Netzwerk bekannt. In Anbetracht der Ähnlichkeit beider Anwendungen erscheint das ein wenig verwunderlich.

Laut eigenen Angaben verfügt Gettr bereits über mehr als 500.000 Nutzer:innen. Berichten zufolge beabsichtig Gettr zudem, gezielt User von Twitter abzuwerben. Dafür sprechen auch die gesamte Aufmachung und Funktionsweise der Plattform.

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Gettr: Verdächtige Ähnlichkeit zu Twitter

Hinter Gettr steckt Jason Miller, ein ehemaliger Sprecher von Donald Trump. Gerüchte, nach denen auch der ehemalige US-Präsident persönlich beteiligt sein soll, konnten bisher jedoch nicht bestätigt werden.

Für viele Republikaner dürfte mit Gettr dennoch ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung gehen. Dabei geht es um den Wunsch nach einem eigenen sozialen Netzwerk.

Die Parallelen zu Twitter sind dabei äußerst auffällig. Lediglich das Farbschema ist anders. Anstatt auf hellblau setzt Gettr auf die Farben rot und blau. Und auch technisch gesehen, lässt sich das Netzwerk durchaus als Twitter-Klon bezeichnen.

Mit 777 Zeichen gegen die „Zensur“

Gettr steht für „getting together“ („Zusammenkommen“). Die Plattform inszeniert sich dabei als zensurfreies Netzwerk gegen eine vermeintliche Cancel Culture. Doch auch hier gibt es Grenzen. Laut den Nutzungsbedingungen behält es sich die App vor, pornografische, beleidigende, gewalttätige und bedrohende Inhalte zu sperren.

Gettr ist als App und Webversion verfügbar. Ähnlich wie bei anderen sozialen Netzwerken haben Nutzer:innen die Möglichkeit, anderen Profilen zu folgen.

Die Basis-Funktionen erinnern wiederum stark an Twitter. So erlaubt Gettr seinen Nutzer:innen das Posten von Beiträgen mit bis zu 777 Zeichen sowie dreiminütigen Videos. Die Posts können kommentiert, gelikt und geteilt werden.

Datenimport über die Twitter-API

Inhaltlich auffällig ist der hohe Anteil an Verschwörungsmythen, Corona-Verharmlosern, Impfgegnern sowie rechtsextremen Inhalten. So scheint die Anwendung vor allem ein bestimmtes Klientel anzuziehen.

Nutzer:innen hätten dabei zudem die Möglichkeit, einen Großteil ihrer Daten von Twitter zu importieren. Dazu zählen sowohl persönliche Informationen als auch Tweets aus der Timeline. Angeblich nutzt Gettr dafür die Twitter-API.

Verheerender Datenschutz und Hack am ersten Tag

In puncto Datenschutz weist Gettr erhebliche Sicherheitslücken auf. So wurde das Netzwerk bereits am ersten Tag gehackt. Zahlreiche Accounts wie der von Gründer Jason Miller und dem ehemaligen US-Außenminister Mike Pompeo sollen betroffen gewesen sein.

Zudem wurde Gettr nach dem Release von zahlreichen pornografischen Inhalten, sogenannten Shitposts und wirren Botschaften überflutet.

Datenschützer stellen der Plattform derweil kein gutes Zeugnis aus. Ihrer Ansicht nach seien die geringen Sicherheitsstandards eine Einladung für Hacker:innen, um persönliche Daten wie Geburtsdaten und E-Mail-Adressen zu erbeuten.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).