Wirtschaft

Was der Nachwuchs von Führungskräften und dem Arbeitsmarkt erwartet

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Unsplash.com / Beth Jnr
geschrieben von Christian Erxleben

Die Generation Z am Arbeitsmarkt: Dieses Verhältnis verspricht schon jetzt angespannte Diskussionen. Führungskräfte und Unternehmen müssen dem Nachwuchs offen begegnen, denn was sich die jungen Arbeitnehmer:innen erhoffen, ist teilweise in sich widersprüchlich.

Wer gehört eigentlich zur Generation Z?

Diese Frage ist gleich zu Beginn sehr schwierig zu beantworten, denn selbst Wissenschaftler:innen sind sich über den genauen Zeitraum nicht einig. Das Pew Research Center spricht beispielsweise von allen Menschen, die zwischen 1997 und 2010 geboren worden sind.

Und auch wenn der Beginn sich nicht eindeutig festlegen lässt – irgendwann kurz vor dem Millennium-Wechsel – umfasst die Generation Z all jene Menschen, die im Jahr 2021 noch nicht 25 Jahre alt sind.

Was will die Generation Z am Arbeitsmarkt?

Mit dieser Fragstellung hat sich Zenjob in einer repräsentativen Umfrage beschäftigt. Dafür haben die Personal-Experten insgesamt 1.775 Angehörige der Gen Z zu ihren beruflichen Erwartungen und Herausforderungen befragt.

So sagt Frederik Fahning, Managing Director von Zenjob:

Unsere Studie zeigt deutlich, dass für die Mitarbeiter:innen von morgen Haltung und Werte im Vordergrund stehen. Sie möchten, dass ihre Arbeitgeber diese (vor)leben und ihnen Raum für das eigene Leben, die persönliche Entwicklung, aber auch die Partizipation an der Weiterentwicklung des Unternehmens ermöglicht.

Die Generation Z am Arbeitsplatz: Widersprüche und Ambivalenz treffen aufeinander

Schon diese Aussage zeigt, dass das größte Problem des Nachwuchses die eigene Widersprüchlichkeit ist. Das stellt insbesondere für Führungskräfte im Speziellen und Unternehmen im Allgemeinen eine große Herausforderung dar.

So wünscht sich auf der einen Seite die Hälfte der Gen Z (50 Prozent) feste Arbeitszeiten, während gleichzeitig die andere Hälfte (50 Prozent) in der Befragung ihr Bedürfnis nach Flexibilität in den Vordergrund rückt.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei der Work-Life-Balance ab. So ist der Mehrheit (78 Prozent) die Trennung von Beruf und Arbeit wichtig. Zugleich sagen allerdings auch 70 Prozent der Befragten, dass eine Kontaktaufnahme im Urlaub in Ordnung ist.

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Das wichtigste Kriterium der Gen Z: Selbstständigkeit

Diese in sich teilweise widersprüchlichen Aussagen ergeben einen Sinn, wenn man einen Blick auf das scheinbar wichtigste Kriterium der Unter-25-Jährigen wirft – und das ist die Autonomie.

Ganze 83 Prozent sagen in der Studie, dass für sie Selbstständigkeit das höchste Gut ist. Das heißt: Sie wollen weitestgehend darüber bestimmen, wann sie arbeiten – und wann nicht – und wann sie erreichbar sind – und wann nicht.

Oder anders ausgedrückt: Sie sprechen der persönlichen Freiheit und individuellen Gestaltung einen hohen Wert zu.

Freiheit trifft auf Sicherheit: Die Generation Z am Arbeitsmarkt liebt den Mittelstand

Neben der Freiheit ist der Generation Z auch Sicherheit wichtig. Das äußert sich beispielsweise darin, dass die beliebteste Unternehmensform der Mittelstand ist. 32 Prozent der Befragten können sich am ehesten mit dieser Form identifizieren.

Auf den weiteren Plätzen folgen dann Start-ups (26 Prozent), die Selbstständigkeit (23 Prozent) und das Schlusslicht bilden Großkonzerne mit gerade einmal 19 Prozent.

Der Mittelstand erfüllt zudem zwei weitere Zentrale anliegen der Generation Z am Arbeitsmarkt: Diese Unternehmensform ermöglicht viel Partizipation. Und genau das fordert der Nachwuchs. Er will nicht mehr zwingend Karriere machen, sondern will sich mit Stolz hinter seine Tätigkeit und seine Kolleg:innen stellen können.

Fazit

„Unternehmen müssen stärker denn je Flexibilität und Offenheit fördern, handeln statt nur reden und vor allem – einfach mal zuhören“, bilanziert Zenjob-Manager Frederik Fahning.

Denn klar ist auch: Trotz aller Widersprüchlichkeiten werden die Mitglieder der Generation Z am Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren immer präsenter werden. Wer die Bedürfnisse des Nachwuchses ignoriert, wird früher oder später ohne Nachwuchs sein.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Durch seine Arbeit im Social-Media- und Marketing-Ressort der INTERNET WORLD Business, am Newsdesk von Focus Online und durch sein Journalismus-Studium sowie sein redaktionelles Volontariat hat er in den Bereichen der Redaktion und des Social Media Managements mehrjährige, fundierte Erfahrung gesammelt. Beruflich und privat beschäftigt er sich mit Social Media, New-Work-Konzepten und persönlicher Entwicklung.

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