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Ich wollte mir ein Elektroauto kaufen – jetzt fahren wir Verbrenner

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Pixabay.com / Joenomias
geschrieben von Christian Erxleben

Gerade noch einmal so durch den TÜV gekommen. Doch ein neues Auto muss her. Diese Situation kennen viele Deutsche. Da liegt es nahe, dass man sich ein Elektroauto kaufen könnte. Das war auch bei uns zuhause so. Trotzdem haben wir einen neuen Verbrenner. Das sind die Gründe.

Die Anforderungen

Es hatte sich abgezeichnet und im Juli 2021 ist die Entscheidung gefallen: Wir kaufen uns ein neues Auto. Der Grund dafür ist simpel. Unser altes Auto hatte spätestens in zwei Jahren keine Chance mehr, den TÜV zu bestehen ohne signifikante Ausgaben.

Die Anforderungen an unser neues Auto waren klar. Wir wollten einen Fünftürer, der mit Blick in die Zukunft mehr Platz als unser alter Dreitürer bietet. Außerdem wollten wir ein kaum gefahrenes Auto mit maximal 40.000 Kilometern, das nicht älter als vier Jahre ist. Das Preislimit lag bei rund 10.000 Euro.


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Da uns Nachhaltigkeit wichtig ist und wir in einer Großstadt wohnen, war es für uns durchaus eine Option, dass wir ein Elektroauto kaufen. Die Voraussetzung dafür: Die Reichweite muss bei mindestens 300 Kilometer liegen, da wir unsere Familie oftmals über das Wochenende besuchen.

Elektroauto kaufen: Die Förderungen klingen attraktiv

Und zunächst einmal klingt das alles auch sehr gut. Wer sich ein Elektroauto kaufen will, kann noch bis zum 31. Dezember 2025 den Umweltbonus der Bundesregierung in Anspruch nehmen.

Wer sich ein neues Elektroauto mit einem Nettolistenpreis von unter 40.000 Euro kauft, kann bis zu 9.000 Euro Förderung beantragen. Hybrid-Fahrzeuge werden immerhin mit 6.750 Euro gefördert. Steigt der Listenpreis über 40.000 Euro liegen die Förderbeträge noch bei 7.500 und 5.625 Euro.

Außerdem schafft die Bundesregierung zusätzliche Anreize. So ist das Laden des eigenen E-Autos beim Arbeitgeber steuerfrei. Die anfallenden Stromkosten werden nicht als geldwerter Vorteil versteuert. Außerdem sind E-Autokäufer die ersten zehn Jahre von der Kraftfahrzeugsteuer befreit.

Elektroauto kaufen: Wenn die Realität zurückschlägt

Es klingt also zunächst einmal sehr verlockend, sich ein Elektroauto zu kaufen. Allerdings tauchen sehr schnell viele Probleme auf. Diese haben letztendlich auch dazu geführt, dass wir uns einen gebrauchten Verbrenner gekauft haben.

1. Problem: Der Preis

Los geht es schon beim Preis von Elektroautos. Dabei fallen die Unterschiede zwischen gebrauchten Autos und einem Neuwagen minimal aus. Der ID.3 von VW beginnt beispielsweise neu bei 31.960 Euro. Die Preise für Gebrauchtwagen fallen genauso hoch aus, wie ein Check bei Mobile.de zeigt.

Somit lohnt es sich schon einmal finanziell nicht, ein gebrauchtes Elektroauto zu kaufen. Schließlich entfällt dabei die Förderprämie je nach Kaufdatum komplett.

Zum Vergleich: Gebrauchte Verbrenner mit Benzin-Motor wie der Seat Ibiza, der Opel Corsa oder der VW Polo liegen je nach Kilometerstand, Baujahr und Ausstattung zwischen 7.000 und 12.000 Euro.

2. Problem: Die Reichweite

Als Pendlerauto brauchen wir unser Auto jeden Tag rund 60 Kilometer. Hinzu kommen dann an mindestens einem Wochenende im Monat der Besuch bei der Familie. Der Weg dorthin beträgt rund 200 Kilometer einfach.

Wer noch den Weg zur Arbeit an diesem Tag hinzurechnet, kommt also auf mehr als 250 Kilometer – und da ist bei vielen Elektroautos schon Schluss. Selbst ein neuer Opel Corsa-e kommt auf eine optimierte Reichweite von 337 Kilometern.

Um dieses Limit zu erreichen, braucht es neben einer vollständigen Ladung, auch die richtige Außentemperatur (Heizung und Lüftung fressen viel Reichweite), das richtige Fahrttempo und möglichst freie Straßen.

Somit stellt eine Fahrt zur Familie schon eine große Herausforderung für ein (neues) Elektroauto dar. Ein Zwischenstopp zum Laden am Freitagabend nach der Arbeit ist mühsam und kräftezehrend.

3. Problem: Die Batterie

Wenn man trotzdem ein gebrauchtes Elektroauto kaufen will, wartet schon die nächste Herausforderung: die Batterie. Selbst der ADAC warnt Käufer:innen ausdrücklich vor den Gefahren von Batterien.

Im Gegensatz zum Verbrenner ist es für Laien fast unmöglich, den Gesundheitszustand der Batterie nachzuvollziehen. Prüfprotokolle und ein Checkheft sind die Voraussetzung. Doch letztendlich hilft nur ein Check in der Herstellerwerkstatt.

Wenn die Batterie dann doch einmal kaputt ist, fallen schnell Kosten zwischen 5.000 und 10.000 Euro an. Eine Alternative stellen dabei Mietbatterien dar. Für den Renault Zoe fallen bei einer Reichweite von maximal 20.000 Kilometer immer schon knapp 1.500 Euro an.

Wer die Grenze von 20.000 Kilometern überschreitet, zahlt pro Kilometer 4,2 Cent ohne (!) Mehrwertsteuer. Bei einem Plus von 5.000 Kilometern kommen dann schon ohne Steuern mehr als 200 Euro hinzu. Auf Dauer fallen dabei also hohe Ausgaben an.

4. Problem: Die Lade-Infrastruktur

Das letzte große Problem ist die Lade-Infrastruktur. Wer nicht gerade ein eigenes Haus besitzt, stößt schnell auf Hürden. So müssen Mieter, die sich eine Wallbox am Stellplatz installieren wollen, zunächst den Vermieter kontaktieren. Dieser wiederum muss dann die Zustimmung der Eigentümer-Gemeinschaft einholen.

Bevor diese Zustimmung erteilt wird, ist der Kauf einer Wallbox nicht möglich. Die Anschaffungskosten für Wallboxes liegen je nach Typ zwischen 500 und 4.000 Euro. Durch bauliche Maßnahmen wie Kabelverlegung entstehen zusätzliche Kosten. Oben drauf kommt dann natürlich noch der Stromverbrauch für das Laden des E-Autos.

Und auch die öffentliche Ladestruktur ist ausbaufähig. So gibt es im Umkreis von zwei Kilometern (30 Minuten Fußweg) gerade einmal sieben Ladestationen in einer deutschen Großstadt. Wenn diese gerade besetzt sind, erhöht sich die Wartezeit. Dabei ist noch nicht einmal die Ladezeit einberechnet.

Fazit: Elektroauto kaufen ist unattraktiv und teuer

Es schmerzt mir, dieses Fazit zu schreiben. Allerdings ist es für Mieter, Pendler und normale Autofahrer in Deutschland gerade sehr unattraktiv, ein Elektroauto zu kaufen. Das beginnt bei den immens hohen Kosten für das Auto selbst, geht über die Batterie, das Laden bis hin zur Infrastruktur.

Auch wenn die Förderprämien attraktiv aussehen, können sich viele Deutsche ein Elektroauto nicht einfach leisten. Außerdem fehlt die Spontanität. Bis eine Eigentümer-Gemeinschaft einer Wallbox zugestimmt hat, können durchaus ein paar Monate vergehen.

Es gibt folglich noch viel Nachholbedarf. Dieser liegt primär bei der Politik. Schließlich gibt es sowohl auf Seiten der Kaufenden als auch auf Seiten der Hersteller große Bemühungen, die Elektromobilität zu fördern. Auch technologisch gibt es immer neue Durchbrüche.

All das hilft jedoch nur wenig, wenn es keine oder kaum öffentliche Ladestationen gibt und die Hindernisse für Mieter so hoch sind wie aktuell. Wir hoffen, dass unser nächster Auto dann wenigstens ein Elektroauto sein kann.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Durch seine Arbeit im Social-Media- und Marketing-Ressort der INTERNET WORLD Business, am Newsdesk von Focus Online und durch sein Journalismus-Studium sowie sein redaktionelles Volontariat hat er in den Bereichen der Redaktion und des Social Media Managements mehrjährige, fundierte Erfahrung gesammelt. Beruflich und privat beschäftigt er sich mit Social Media, New-Work-Konzepten und persönlicher Entwicklung.

9 Kommentare

  • Genau deshalb ist auch für uns ein „Vollstromer“ uninteressant.
    Wir haben uns für einen „Hybrid“ entschieden:
    Zum einkaufen in der Stadt und zur Arbeit elektrisch fahren, aber auf notwendige weitere Strecken nicht verzichten müssen.
    Lässt sich die Batterie nicht laden, fährt man halt mit Benzin. Obwohl von der Effizienz ein Bluetec Diesel besser gewesen wäre

  • Ich kann diese Entscheidung rein rationall vollkommen nachvollziehen.
    Der Ausgang ändert sich natürlich auch, wenn man die Randbedingungen verändert. Das wäre z.B. ein Eigenheim mit einer PV-Anlage. Dazu noch eine Ladestation beim Arbeitgeber, wie oben erwähnt und soweit ich weiß wird die Installation einer Wallbox widerum auch gefördert.
    Es ist wie immer so, dass man keine pauschalen Aussagen hierzu treffen kann. Es muss viel gerechnet werden und dann kann man für sich individuell sagen ob es möglich ist oder nicht.
    Wir haben zumindest vor uns ein E-Auto oder einen Hybrid als nächstes Fahrzeug zu holen. Aber auch erst dann wenn der TÜV das alte Auto in den wohlverdienten Ruhestand schickt.

  • Danke für den Artikel.
    Wir standen vor den exakt gleichen Herausforderungen und haben deshalb eine genaue Kosten-Kalkulation durchgeführt. Die Hürden der Wallbox-Installation in einer gemieteten Einstellhalle wurden mit den entsprechenden Argumenten ebenfalls innerhalb kürzester Zeit gemeistert (2 E-Mails) und für die eigene „Tankstelle“ inkl. Installation 1900 Euro investiert. Nach nun mehreren Jahren Elektroerfahrung und irrsinnigen Einsparungen im Unterhalt (noch besser als die ursprünglichen Berechnungen) ist für uns klar: Zurück zum Verbrenner oder Hybriden wäre zu teuer und dazu ein deutliches Downgrade: Anzahlung für unser Elektroauto war 10’000.- und die Leasingrate ist nun günstiger als der monatliche Unterhalt des vergleichbaren Verbrenners/Hybriden. Auch Langstrecken sind dank dem genialen Superchargernetz an oft schönen Standorten angenehmer zu fahren als mit dem Verbrenner und den leider oft schmuddeligen Raststätten. Der Zeitverlust fürs Laden von rund 1-2h auf einer Langstrecke 1600km (Bern-Warschau) ist für uns vernachlässigbar.

      • Hallo Christian

        Herzlichen Dank für dein Feedback und das Interesse.

        Es freut mich sehr, dass ich mit meiner Erfahrung etwas für Intersssierte beitragen darf.

        Damals (2016) haben wir uns ein günstiges Tesla Model S 75 erstanden und sind damit natürlich ins kalte E-Fahrzeug-Wasser gesprungen.

        Niemand aus unserem Umfeld hatte Erfahrung. Wir waren sehr skeptisch aber dennoch bereit, den Start ins Ungewisse zu wagen.

        Viele haben uns davon abgeraten, was die Sache noch abenteuerlicher scheinen liess.

        Mittlerweile fahren 14 Parteien aus unserem unmittelbaren Umfeld einen Tesla. Meist ein Model 3.

        Das Tesla Model 3 war damals übrigens noch nicht verfügbar aber mittlerweile unser Favorit für das Nachfolgeauto.

        Heute die Details und die Berechnungen zum Model S 75 aufzuzeigen, erscheint mir nicht sinnvoll für aktuelle Interessenten, da dieses Modell mittlerweile kaum verfügbar ist.

        Die genannten Berechnungen lassen sich heute aber sehr gut mit einem neuen Tesla Model 3 machen, da dieses ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis aufweist und deshalb auch unsere erste Wahl wäre.

        Und obwohl andere Hersteller mittlerweile sehr spannende E-Autos auf den Markt gebracht haben, stehen diese für uns noch nicht zur Debatte, da wir das zuverlässige Tesla-Ladenetz und die einfache Routenplanung keinesfalls missen wollen.

        Dieses dichte Ladenetz ist aus unserer Sicht wirklich ein Must-Have: Einsteigen, Ziel eingeben, losfahren.

        Ladestopps werden in der Routenplanung einkalkuliert und das Laden an jeder Tesla-Säule erfolgt ohne Karten, Chips oder dergleichen. Einfach einstecken und das Ding lädt sofort und sehr schnell auf (ca. 20-30 Min Ladezeit nach rund 3-4h Fahrt).

        Das Auto wird an der Tesla-Säule beim Einstecken übrigens erkannt und die Abrechung erfolgt automatisch über die beim Kauf des Autos hinterlegte Kreditkarte. So sollte das überall sein.

        Sobald Tesla ihre Lade-Infrastruktur auch für andere Hersteller öffnet, wird sich unser Interesse für deren Fahrzeuge natürlich stark erhöhen!

        Zum Thema Reichweite:

        Aus meiner Sicht hat man die Reichweitenangst nur solange man noch nicht regelmässig einen Tesla gefahren ist.

        Ab einer realen Reichweite von 350-400km sollten alle, die nicht tagtäglich dienstlich unterwegs sind und deshalb auf jede Minute angewisen sind, gut bedient sein.

        Die Reichweitenthematik war übrigens auch für unsere Familie mit unserem damaligen Diesel-Volvo S60 und rund 700km realer Reichweite die grösste Angst.

        Mittlerweile wissen wir, dass das „volltanken“ zuhause über Nacht alle Bedenken verfliegen lässt.

        Dies ist aus unserer Sicht auch DIE wichtigste Voraussetzung für den Wechsel zur E-Mobilität:

        Man muss über Nacht irgendwo regelmässig und zuverlässig aufladen können! Eine eigene Ladebox ist diesbezüglich natürlich die beste Option.

        Wir haben unseren Vermieter überzeugt, indem wir für ihn alle Vorabklärungen inkl. Offerte mit dem Elektriker übernommen haben.

        So kann der Vermieter nun bei jedem neuen Mieter mit Interesse an einer Ladestation die gleichen Unterlagen/Vorgaben zur Verfügung stellen und die Abrechung läuft so immer über den Zähler des Mieters.

        Der Vermieter verhindert mit dieser einheitlichen Lösung zudem, dass „Ladewildwuchs“ mit Verlängerungskabeln und dergleichen über den allgemeinen Strom in seiner Tiefgarage entsteht. Eine Win-Win Situation.

        Für die Kostenrechnung kann ich dir gerne meinen eigenen Excel- Rechner zukommen lassen – lass mich wissen, wenn ich dir diesen per eMail senden darf. Damit lassen sich beliebige Verbrenner mit einem beliebigen Tesla vergleichen.

        Hier ein kleines Gedankenspiel:

        Aktuell bekommst du ein Tesla Model 3 Standard Range Plus im Wert von rund CHF 44‘000.- mit CHF 10‘000.- Anzahlung für rund CHF 390.- monatlich (60 Mt. und 20‘000 km/Jahr). Voll ausgestattet und inkl. Enhanced Autopilot, der aus unserer Sicht völlig ausreicht.

        Unser Diesel-Volvo S60 hat uns alleine im Unterhalt monatlich abgerundet rund 450.- gekostet (diese Zahl hat uns auch überrascht).

        Da der Tesla z.B. auch wegen der fehlenden Servicepflicht, der extrem langlebigen Bremsscheiben, fehlender Flüssigkeiten, günstigeren Versicherung und den Steuereinsparungen um ein vielfaches günstiger im Unterhalt ausfällt und auch das Aufladen zuhause sehr günstig ist, lohnt sich der genannte Tesla schon auf Basis dieser rudimentären Rechnung.

        Unsere Batterie hatte nach 180‘000km übrigens noch rund 92% der ursprünglichen Reichweite und die Batterie-Garantie beträgt bei unserem Modell insgesammt 8 Jahre. Der Akku büsst im ersten Jahr die grösste Reichweite ein (ca. 5%) und anschliessend sind die Einbussen jährlich kaum noch spürbahr (etwa 1% pro Jahr).

        Diesbezüglich muss man sich also auch keine Sorgen machen.

        Uns hat für die Familie zudem überzeugt, dass die Fahrzeuge von Tesla immer wieder hervorragende Sicherheitsbewertungen erhalten und damit zu den weltweit sichersten Autos zählen.

        Auch Optik und Qualität sowie das Fahrgefühl stimmen für uns bei Tesla. Darüber kann man natürlich streiten und ich empfehle daher allen, sich selber ein Bild davon zu machen oder sich mit YouTube Videos oder dergleichen zu behelfen.

        Ich hoffe mit diesem Erfahrungsbericht für Interssierte einen Mehrwert geboten zu haben.

        Viel Spass beim Vergleichen und eine gute, sichere Fahrt!

  • Ich kann die Entscheidung für den Benziner vollkommen verstehen. Wir haben und auch überlegt einen Opel Corsa in elektro zu bestellen.

    Zum einen war das Interesse des Händlers, bei dem wir seit vielen Jahren Stammkunde sind nicht besonders ausgeprägt. Wir wollten ein Leasing auf 3 Jahre mit 10.000 Km. Rate monatlich 286 Euro für das Modell das wir konfiguriert hatten.

    Das vergleichbare Modell als Benziner mit Tageszulassung kostete weniger als die Hälfte. Da muss der Unterhalt schon deutlich günstiger sein. ?? … und der Akku lange durchhalten.

    Trotz KfW Förderung kostet uns im eigenen Haus die Installation der Walbox (vernünftige KfW gerechte Qualität) noch min. 1600 Euro.

    Einen für die Förderung verlangten Ökostromtarf hätten wir schon, für unser gutes Gewissen :-).

    Unser Eindruck ist, dass die Hersteller den Kaufpreis um die öffentliche Förderung erhöht haben und daher am Elektroauto mehr verdienen.

    Und dann muss man die öffentliche Förderung auch noch selbst Zwischenfinanzieren. Also Auto beim Händler bezahlen und dann Förderung beantragen. Da wäre eine Verrechnung schön.

    Das gute Gewissen muss einem schon viel wert sein. Ich glaube wir landen doch wieder beim Benziner

  • Selten so einen Bullshit gelesen. Wer es wirklich will, macht es. Und mit einer attraktiven Leasingrate bei VW für den ID-3 seid ihr in 4 Jahren auch bei rund 10.000 Euro. Und da ist die Prämie noch nicht mit eingerechnet.

    All das, was vermeintlich gegen einen Stromer spricht, ist absolute Bequemlichkeit.

    • Hallo Oskar,

      du hast den Text schon gelesen? Wir sind Mieter (Infrastruktur nicht möglich), es gibt kaum Ladesäulen in der Nähe und auch nicht im Büro und die Reichweite reicht oftmals nicht? Entschuldige, dass unser Leben „Bullshit“ für dich ist. Uns freut es ja, dass du offenbar keine Probleme hast.

      Liebe Grüße
      Christian

  • Hallo Herr Erxleben,
    es ist schade, dass Sie letztlich nicht vom E-Auto überzeugt waren. Ich bin bei Ihnen: die Anschaffung eines Elektroautos bedeutet für manche Lebensumstände eine Art Pionierarbeit

    Nach 15 Jahren Carsharing habe ich mir (als Stadtbewohner) vor einigen Monaten mein erstes eigenes Auto gekauft. Einen Peugeot e-208 (Elektroantrieb). Ich erlebe die von Ihnen beschriebenen Annahmen in der Praxis zum Glück nicht.

    1. Der Preis: Mit einem Leasingvertrag mit Negativzins und abzüglich der Förderung lag der Preis für meinen Neuwagen beim Preis des analogen Verbrenner-Modells Peugeot 208. Dass Sie aktuell keinen günstigen gebrauchten VW-ID finden, dürfte wohl daran liegen, dass das Automodell ja erst Mitte 2020 erstmalig vom Band gerollt ist.

    2. Die Reichweite: Das dürfte für Verbrenner-Umsteiger eine Frage der Gewöhnung sein. 200km bedeuten rund zwei Stunden Fahrt. Nach ca. 1,5 Stunden (da ist es wie früher an der Hochschule) bin ich froh über einen kleinen Spaziergang oder eine andere Pause. Eine Klopausen-Länge reicht am Schnellader meist schon. Die Reichweite war ursprünglich meine größte Sorge und hat sich als problemfrei herausgestellt. Als Elektroauto-Fahrer lädt man häufig, aber es ist nicht unangenehm sondern ein Teil des Fahrerlebnisses.

    3. Die Batterie: Tipp: Ein Zertifikat über die Batterie-Degradation sollte man selbstverständlich beim Gebrauchtwagenkauf vom Verkäufer verlangen. Das wird er Ihnen schlimmstenfalls auf den Preis aufschlagen, aber viel kostet das nicht. Einmal in die Händlerwerkstatt und das Analysegerät drangehängt. Inzwischen gibt es sogar Apps, die eine Berechnung des Batteriezustands durchführen, wenn sie alle bisherigen Fahrten mitgetrackt haben (z.B. Tronity).

    4: Ladeinfrastruktur: Ich lebe in der südlichen Hälfte von D und hier gibt es in BW, Südhessen, BY, und RLP eigentlich keine Probleme. Die Städte sind ausreichend versorgt und ich bin zuversichtlich, dass weiter ausgebaut wird, wenn mehr E-Autos rumfahren. Das einzige Ärgernis sind manchmal Hybrid-Fahrer, die die als kostenlosen Stellplatz blockieren, wenn er sich in einer guten Lage befindet.
    Außerdem gibt es in fast jeder Ortschaft im Umland eine Ladesäule. Hier bei uns hat inzwischen sogar fast jeder Aldi oder Lidl auf dem Land eine Ladestation, die sogar aktuell noch kostenlos ist. Mitunter gibt es dort sogar kostenfrei Schnelllader.

    Ihr Artikel verdeutlicht mir: Wenn jemand einfach mal so vom Verbrenner auf das E-Auto umsteigen will, dann geht das im Moment nicht. Idealismus und Pioniergeist sind da leider bislang weiterhin eine Voraussetzung. Wird aber bestimmt bald besser 😉 Beim nächsten Autokauf dann.

    Beste Grüße, Sascha Zimmermann

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