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Facebook will Instagram-Nutzer:innen in die richtige Richtung stupsen

Bild: Claudio Schwarz
geschrieben von Felix Baumann

In den letzten Wochen war ein Unternehmen besonders von schlechten Nachrichten betroffen: Facebook. Da wären die Veröffentlichungen des Wall Street Journal und das spätere Interview mit Frances Haugen, die beide ein düsteres Licht auf den Konzern und vor allem Instagram geworfen haben. Zusätzlich plagten auch stundenlange Ausfälle der Infrastruktur das Unternehmen in der vergangenen Woche.

Nachdem man sich im Falle der Whistleblowerin Haugen zunächst nicht wirklich mit Ruhm bekleckert hatte, versichert man nun ein weiteres Mal in absehbarer Zeit nachzubessern. Nick Clegg, der Vizepräsident für globale Angelegenheiten von Instagram, teilte in einer Stellungnahme am Sonntag mit, dass man die Plattform mit einer massiven Investition sicherer machen möchte.

Häufig wird von den Likes auf die Beliebtheit geschlossen (Bild: Prateek Katyal)

Insgesamt sollen dafür 13 Milliarden US-Dollar investiert werden. Eltern sollen bei Bedarf Zugriff auf den Account der eigenen Kinder erhalten und Nutzer:innen Inhalte zu positiven Themen sehen, wenn diese eine längere Zeit mit negativen Inhalten interagiert haben (Clegg spricht davon, den Nutzer in die richtige Richtung zu stupsen). Außerdem soll ein Hinweis eingeführt werden, der das Einlegen einer Instagram-Pause vorschlägt.

Trotzdem sieht Clegg die Verantwortung nicht nur beim sozialen Netzwerk, vielmehr muss die komplette Gesellschaft zusammenstehen und ein Erlebnis erschaffen, das einen positiven Einfluss auf die Nutzer:innen hat. 40.000 Angestellte sollen den Wandel beschleunigen und die Plattform sicherer gestalten.

Nutzer:innen sollen in Zukunft positivere Inhalte sehen

Das klingt nach einer ordentlichen Hausnummer, trotzdem kommen die Maßnahmen viel zu spät. 13 Prozent der britischen und 6 Prozent der amerikanischen Nutzer:innen, die selbstmordgefährdet sind, gaben an, dass Instagram einen wesentlichen Einfluss auf ihre Gedanken hat. Auf die großen Worte müssen also in den nächsten Monaten eindrucksvolle Taten folgen.

Eigene Meinung:

Instagram ist schon länger ein Ort, an dem vielerorts das perfekte Leben abgebildet wird. Leider macht die Plattform auch auf viele Nutzer:innen den Eindruck, als dass die Abbildung die Normalität widerspiegeln, wer sich vergleicht, kann also nur verlieren. Das Netzwerk hat jahrelang seine Probleme totgeschwiegen, erst Frances Haugen brachte den Konzern zum Handeln. Trotzdem würde es Facebook auch einmal guttun, Fehler einzugestehen und aus diesen zu lernen.

Via Gizmodo

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Über den Autor

Felix Baumann

Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei Basic Thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in Basic Thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.