Wirtschaft

Lieferengpässe: Fahrradhändler am stärksten betroffen, Preise steigen

Fahrradhelme, Laden, Radfahren
Unsplash / Markus Winkler
geschrieben von Marinela Potor

Nun steckt auch der Einzelhandel in Deutschland in der Lieferkrise. Am stärksten treffen die Lieferengpässe die Fahrradhändler. Das zeigt eine aktuelle Ifo-Umfrage. Verbraucher:innen müssen sich außerdem auf steigende Preise einstellen.  

Sage und schreibe 100 Prozent aller Fahrradhändler in Deutschland kämpfen derzeit mit Lieferengpässen. Das offenbart eine aktuelle Umfrage des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung, Ifo.

Demnach klagten 74 Prozent der Betriebe im Einzelhandel darüber, dass sie eingegangen Bestellungen nicht nachkommen konnten. Besonders drastisch wirken sich die Lieferengpässe aber offenbar auf die Fahrradhändler aus.

Eklatant! Lieferengpässe betreffen alle Fahrradhändler

So sagten alle befragten Fahrradunternehmen, dass sie momentan nicht genug Ware bekommen, um die Nachfrage zu decken. Nur wenig besser sieht es in Baumärkten aus. Hier leiden fast 99 Prozent aller befragten Betriebe unter den aktuellen Lieferengpässen.

Weitere Branchen, die die Engpässe stark zu spüren bekommen, sind Einzelhändler im Bereich „Unterhaltungselektronik“ (97,4 Prozent), Elektrogeräte (81,9 Prozent) sowie der KFZ-Handel (88,1 Prozent). Hier gibt es insbesondere im Bereich der Elektroautos Lieferschwierigkeiten. Am wenigsten Probleme gibt es dagegen in der Lebensmittellieferung.

„Die Beschaffungsprobleme aus der Industrie sind nun auch im Einzelhandel angekommen“, sagt der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe.

Das bedeutet, dass nun auch die Verbraucher:innen die Effekte in ihren Geldbörsen zu spüren bekommen. Denn aufgrund der Lieferschwierigkeiten hat die Industrie bereits die Preise angehoben. Als Konsequenz daraus müssen jetzt auch Einzelhändler die Preise ihrer Produkte erhöhen.

Weihnachtsgeschenke werden teurer

Das liegt daran, dass die Lieferketten der Unternehmen nach wie vor unter der Corona-Krise leiden. Aufgrund verschiedener Schutzmaßnahmen, wie etwa striktere Kontrollen oder Quarantänezonen, gibt es darum nach wie vor Verzögerungen bei der Lieferung. Das spiegelt sich in der gesamten Lieferkette wieder und hat im Endeffekt einen Domino-Effekt.

So konnten zunächst die Zulieferebetriebe Produktionsteile nicht fristgerecht fertigstellen und aussenden. Wenn wiederum Einzelteile fehlen, beeinträchtigt dies die Produktion ganzer Produkte, von der Waschmaschine über das Elektroauto bis hin zum Spielzeug.

Hinzu kommt auch noch der Ausfall von Arbeitskräften in vielen Bereichen. All dies mündet letztlich in knapper Ware, langen Wartezeiten und steigenden Preisen.

Sprich: Fahrräder, Möbel, Elektronikartikel und Autos werden damit in den nächsten Monaten teurer werden oder auch gar nicht mehr zu finden sein. „Manches Weihnachtsgeschenk wird vielleicht nicht lieferbar sein oder teuer werden“, sagt Wohlrabe.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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