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Apple-User dürfen ihre Geräte künftig selbst reparieren

Fabian Peters
Unsplash.com/ Anton Maksimov juvnsky

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Ein defektes iPhone selbst reparieren? Das war bisher kaum möglich. Die speziellen Werkzeuge waren bislang professionellen Reparateuren vorbehalten. Doch nun hat der Konzern ein Programm zur Self-Service-Reparatur angekündigt. Ganz selbstlos ist der Schritt jedoch nicht. 

Apple ermöglicht Reparatur ohne Werkstatt

Apple-User konnten defekte Geräte bislang nur in den seltensten Fällen selbst reparieren. Denn um kaputte iPhones, MacBooks und Co. wieder instand zu setzen, sind spezielle Werkzeuge und Ersatzteile notwendig. Die hat Apple jedoch bisher ausschließlich ausgewählten Reparateuren und Werkstätten zur Verfügung gestellt.

Doch das soll sich bald ändern. Denn Apple will den Zugang zu seinen Werkzeugen und Ersatzteilen künftig weitaus weniger beschränken. Das Unternehmen hat sogar ein Programm zur Self-Service-Reparatur angekündigt. Apple-User sollen bestimmte Reparaturen bei einigen Geräten demnach künftig selbst durchführen können. Los geht es mit dem iPhone 12 und iPhone 13.

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iPhone reparieren: Ersatzteile und Werkzeuge direkt von Apple

Bei einem kaputten iPhone war bisher nicht nur der Defekt an sich ein Ärgernis. Denn Apple-User mussten selbst bei mitunter einfachen Reparaturen eine zertifizierte Werkstatt aufsuchen.

Das ist oftmals mit erheblichen Kosten verbunden. Nicht einmal einen defekten Akku oder ein kaputtes Display konnten Nutzer:innen bislang in Eigenregie austauschen.

Denn die speziellen Apple-Werkzeuge und Ersatzteile waren bis dato lediglich autorisierten Service-Providern und ausgewählten, unabhängigen Reparaturanbietern vorbehalten.

Doch mit dem Programm zur Self-Service-Reparatur soll sich das bald ändern. Denn Apple-User sollen angefangen mit dem iPhone 12 und iPhone 13 die wichtigsten Ersatzteile künftig direkt von Apple beziehen können.

Akku, Bildschirm und Co. bei iPhone 12 und 13 selbst austauschen

Dazu gehören unter anderem Akkus, Bildschirme und Kameramodule. Doch das Unternehmen will neben Ersatzteilen auch den Zugang zu seinen Spezialwerkzeugen ermöglichen.

Ein neuer Online-Store werde künftig über 200 Einzelteile und Werkzeuge anbieten, sodass Nutzer:innen die gängigsten Reparaturen auf eigene Faust durchführen können.

Die Self-Service-Reparatur von Apple ist nicht ganz selbstlos

Die Self-Service-Reparatur von Apple soll Anfang 2022 in den USA starten. Im Laufe des kommenden Jahres soll das Angebot auf weitere Länder ausgeweitet werden.

Ein genaues Datum für Europa steht allerdings noch nicht fest. Apple will das Programm laut eigenen Angaben mit der Zeit auch auf Mac-Computer mit einem M1-Chip ausweiten.

Mit diesem Schritt reagiert Apple auf die Wünsche zahlreicher Kund:innen und die Forderungen von Verbraucherschützer:innen. Doch der neue Service ist nicht ganz selbstlos. Denn seitens der Politik bestehen bereits seit geraumer Zeit kartellrechtliche Vorbehalte.

Einige US-Bundesstaaten – unter anderem auch Apple-Heimatstaat Kalifornien – fordern seither ein Recht auf Reparaturen. Auch das Europäische Parlament sprach sich bereits für ein solches Vorgehen aus. Vor allem auch um zunehmenden Elektroschrott vorzubeugen und die Nutzungsdauer von Smartphones zu verlängern.

Nur etwas für technikversierte Menschen?

Zwar gelten in der Europäischen Union seit März 2021 verbindliche Regeln, die Technik-Anbieter:innen dazu verpflichten, Ersatzteile bereitzustellen, damit Geräte mit herkömmlichen Werkzeugen repariert werden können. Jedoch gilt das bislang lediglich für Produkte wie Kühlschränke, Waschmaschinen und Fernseher – nicht für Smartphones.

Mit seinem Programm zur Self-Service-Reparatur kommt Apple nun einer solchen bevorstehenden Regelung zuvor. Allerdings schränkt der Konzern ein, dass sich der Service primär an technikversierte Menschen richte. Für die überwiegende Mehrheit empfiehlt das Unternehmen nach wie vor den Besuch einer zertifizierten Werkstatt.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).