Cortana: Einblicke in das Scheitern einer KI, die fast „Bingo“ hieß

Felix Baumann

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Im letzten Jahrzehnt hat sich einiges im Markt der Sprachassistenten getan. Siri machte vor, was ein digitaler Begleiter auf dem Smartphone alles tun kann, Google und Amazon nutzten ihren unglaublichen Datenschatz, um die Technologie zu perfektionieren. Es ist also kein Wunder, dass wir heute vorwiegend Systeme mit Alexa, Google Assistant oder Siri auf dem Markt vorfinden.

Ein Assistent, der auf der Idee von Siri aufbaute, letztlich aber immer weiter in Vergessenheit geriet, ist Cortana. Der digitale Helfer aus dem Hause Microsoft hatte dabei eine relativ große Chance, so einiges auf dem Markt zu verändern, scheiterte aber an verschiedenen Hürden. Einblicke gibt dazu ein Newsletter von Big Bets.

Hier werden gleich mehrere Dinge deutlich: Mitarbeiter bei Microsoft wollte einen digitalen Assistenten schaffen, der mehr als nur reaktiv handelt und gleichzeitig ein guter Kaufanreiz für die damaligen Windows Phones war. Zunächst passierte die Entwicklung nur nebenher, im Laufe der Zeit wurde aber zunehmend das Potenzial der Technologie erkannt und Ressourcen auf das Projekt fokussiert.

Cortana war auch teilweise in Deutschland verfügbar

Bereits während der Entwicklung drangen immer mehr Informationen über den neuen digitalen Assistenten an die Öffentlichkeit. Darunter waren auch Hinweise, dass das Projekt intern unter dem Namen „Cortana“ lief, die finale Version aber Alyx heißen sollte. Nachdem die Community aber signalisiert hatte, dass ihr der Name „Cortana“ deutlich lieber war, entschied man sich letztlich für diese Option.

Es hätte aber auch anders kommen können. So wird in dem Newsletter deutlich, dass man das Projekt auch dem oberen Management vorstellte. Wäre es nach Steve Ballmer gegangen, dann hätte der Assistent letztlich doch den Namen „Bingo“ erhalten sollen, eine Anspielung auf die hauseigene Suchmaschine. Letztlich sprach sich aber CEO Satya Nadella für den Namen Cortana aus.

Nach einem phänomenalen Start ging es für Cortana dennoch nur noch bergab. Dabei schütteten verschiedene Akteure immer mehr Erde auf das Grab des digitalen Helfers. Einerseits stand Cortana nur dem amerikanischen Markt vollständig zur Verfügung, andererseits ließ man das Team immer weiter anwachsen, was zu umfangreicheren Prozessen und Verzögerungen führte. Den letzten Messerstich lieferte die Integration in Windows, durch die mangelnden Kontextinformationen (die ein Handy besitzt, ein Desktop-PC aber nicht), konnte Cortana überhaupt nicht mehr mithalten.

Via Big Bets

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Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.