NFTs, Filmbranche, Matrix

NFTs in der Filmbranche – unnütz oder ein ernstzunehmendes Zukunftsmodell?

Beatrice Bode
pixabay.com/ TheDigitalArtist

18 Jahre nach der Matrix-Trilogie kommt am 22. Dezember 2021 eine Fortsetzung in die Kinos. Zur Veröffentlichung von „Matrix Resurrections“ bietet der NFT-Händler Niftys passende Non-Fungible Tokens an. Unter den begeisterten SciFi-Liebhaber:innen brach Chaos aus. Die Website von Niftys stürzte ab. 

Zwei Tage vor Weihnachten läuft „Matrix Resurrections“ am 22. Dezember in den deutschen Kinos an. Nicht nur die Fans sind überrascht von der Rückkehr von Keanu Reeves in die Rolle des Neo. Auch der Schauspieler selbst konnte es zunächst nicht fassen, dass seine Figur weiterleben würde.

Er kann aber auch nicht begreifen, dass Menschen in NFTs investieren. In einem Interview mit dem amerikanischen Technikportal The Verge wurde er zu seinen Gefühlen bezüglich Kryptowährungen, NFTs und dem digitalen Konzept der Non-Fungible Tokens befragt.

Doch anstatt zu antworten brach Reeves in Lachen aus. Dabei heizt er mit „Matrix Resurrections“ das Business gerade massiv an.

Mit dem herannahenden Release des Films standen Fans der berühmten Sci-Fi Trilogie sogar online Schlange, um sich vom neuen Warner-Film inspirierte NFTs zu kaufen.

Website des NFT-Händlers bricht nach Andrang zusammen

Am 30. November 2021 bot der NFT-Händler Niftys die „Matrix Resurrections“-NFTs für 50 US-Dollar pro Stück an. Innerhalb einer Stunde brach die Website aufgrund des immensen Andrangs zusammen.

Nach 24 Stunden, in denen Niftys den Verkauf immer wieder anhielt und erneut startete, warteten mehr als 330.000 Interessierte auf eine Chance einen der angebotenen Non-Fungible Tokens zu kaufen.

Teil des Hypes war auch der angekündigte Zwei-Phasen-Verkauf der NFTs. Ende November konnten die Fans einen „Base Avatar“ kaufen, der einem normalen Menschen ähnelt, der in der Matrix gefangen ist.

Am 16. Dezember 2021 konnten die Matrix-Fans außerdem eine rote oder eine blaue Pille „schlucken“. Mit der blauen Pille bleibt der Avatar weiterhin in der Matrix gefangen. Mit der roten Pille verwandelt er sich jedoch in einen Widerstandskämpfer, der die Matrix verlassen kann.

NFT-Branche verschmilzt mit Filmindustrie

Der Erfolg des Verkaufs der Matrix-NFTs zeigt, dass auch die Filmbranche auf den Zug aufgesprungen ist.

Allerdings verlegen die Produzent:innen nicht nur ihr Marketing in die Welt des Metaverse. In diesem Jahr gab es noch mehr Verlinkungen zur NFT-Branche.

Im Juni wurde beispielsweise die NFT-Plattform Vuele gegründet. Sie ist das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen dem Produktionsunternehmen Enderby Entertainment und der Fintech-Firma CurrencyWorks.

Film-NFTs als Alternative zum Filmstreaming

Mit Vuele wollen die Gründer:innen eine Plattform anbieten, die das Entertainment-Business revolutioniert, indem sowohl Produzent:innen als auch Konsument:innen profitieren.

Mithilfe der NFT-Technologie sollen Spielfilme direkt von Nutzer:innen gestreamt werden können. Nach Aussagen der Betreiber:innen könnte die Plattform den herrschenden Streaming-Trend ersetzen.

Denn die User würden digitale Medien wieder besitzen, anstatt sie nur zu konsumieren. Gleichzeitig könnten Nutzer:innen die Filmbranche mit ihren Käufen unterstützen.

NFTs finanzieren neue Filmprojekte

Der Verkauf von NFTs, um zukünftige Projekte zu finanzieren ist dabei auch schon bei den Filmproduktionsfirmen angekommen. Produzent Niels Juul arbeitet mit seinem Unternehmen NFT Studios derzeit an zwei großen Filmprojekten.

Zum einen am neuen Martin Scorsese Epos „Killers of the Flower Moon“ mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle. Außerdem dreht er mit Hugh Jackman das Biopic „Ferrari“ über Michael Mann.

Allen, die durch den Kauf von NFTs die Finanzierung der Filmprojekte unterstützen, verspricht Juuls die Möglichkeit Executive Producer zu werden. Dieser Posten kommt dann mit einigen Annehmlichkeiten, wie zum Beispiel dem Besuch des Drehs, der Filmpremiere oder einem Meet-and-Greet daher.

Das muss jedoch nicht zwangsläufig in der Realität sein, sondern kann zum Beispiel in einem Metaverse wie Decentraland stattfinden. Außerdem werden Executive Producer am NFT-Drop finanziell beteiligt.

NFT als Weg zur unabhängigen Filmfinanzierung

Mit dieser Art der Filmfinanzierung könnten sich Produktionsfirmen in Zukunft frei machen von staatlicher Filmförderung und dem Wohlwollen einzelner Studiobesitzer:innen. Somit könnten auch kleinere Produzent:innen ihre Filmvisionen realisieren.

Dafür müssen allerdings genug Menschen den Sinn von NFTs verstehen. Auch wenn der Hype um die „Matrix Resurrection“-Avatare enorm war, bleibt die Skepsis vieler anderer derzeit noch ungebrochen.

Wenn aber in Zukunft die Filmindustrie von NFTs finanziert werden sollte, vergeht vermutlich auch Keanu Reeves das Lachen.

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Beatrice ist Multi-Media-Profi. Ihr Studium der Kommunikations - und Medienwissenschaften führte sie über Umwege zum Regionalsender Leipzig Fernsehen, wo sie als CvD, Moderatorin und VJ ihre TV-Karriere begann. Mittlerweile hat sie allerdings ihre Sachen gepackt und reist von Land zu Land. Von unterwegs schreibt sie als Autorin für BASIC thinking.