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Chinesische „Livestream-Königin“ soll über 180 Millionen Euro Strafe zahlen

Marcel
von Marcel
pixabay.com / 文 邵

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Weil sie Steuern in Höhe von umgerechnet rund 88 Millionen Euro hinterzog, muss die chinesische „Livestream-Königin“ Huang Wei ein Bußgeld in Rekordhöhe zahlen. Die Staatsmedien sprechen von einer „Warnung“ an andere Influencer und Creator.

Die chinesische Influencerin Huang Wei muss wegen Steuervergehen eine Rekord-Strafe in Höhe von umgerechnet rund 186 Millionen Euro zahlen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters gemeinsam mit anderen Medien einschlägig.

Huang, auch unter ihrem Internetnamen Viya bekannt, habe 2019 und 2020 ihr Einkommen verschwiegen, so die Steuerbehörde der Stadt Hangzhou. Laut der chinesischen Staatszeitung Renmin Ribao sei das Bußgeld eine Bestätigung dafür, dass „[Die Auftritte der Influencer] im Internet nicht außerhalb des Rechts“ stattfinden.

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Huang Wei gilt in China als Königin des Livestreams

Die genaue Höhe der hinterzogenen Steuern beläuft sich laut Behördenangaben auf 643 Millionen Yuan. Infolgedessen wurden als Strafe rund 1,34 Milliarden Yuan verhängt. Auf der Livestreaming-Plattform Taobao war Huangs Account am Montag für einige Stunden nicht zu erreichen.

Die 36-Jährige gilt in China als eine der bekanntesten Influencerinnen. Sie ist vor allem dafür bekannt, „alles“ verkaufen zu können, so Reuters. Demnach habe sie vor Kurzem während des Shopping-Events „Singles Day“ in einem 14-stündigen Livestream Waren im Wert von rund 8,5 Milliarden Yuan verkauft.

Huang Wei ist maßgeblich am boomenden Influencer-Markt in China beteiligt. So habe sie nach Angaben von Branchenexperten mit ihrer Reichweite allein im Jahr 2020 über 31 Milliarden Yuan Umsatz erzielt. Das entspricht rund 4,3 Milliarden Euro.

Bußgeld ist Teil einer Regierungskampagne

Huang ist somit, wie viele andere Content-Creator in China, von einer Kampagne der chinesischen Regierung betroffen. Die Aktion richtet sich gegen die Online-Showszene und Prominente. Auch die Hongkonger Zeitung SCMP spricht von einer „Schockwelle“ für die Industrie.

Die Staatszeitung Renmin Ribao, die als Sprachrohr der kommunistischen Regierung dient, hat nur Minuten nach der Bekanntgabe der Strafe einen Artikel veröffentlicht. Demnach sei das Vorgehen gegen Huang ein Beweis dafür, dass Chinas Steuerrecht „gerecht und effektiv“ sei.

In einem Statement sagt die Steuerbehörde der Stadt Hangzhou: „Während der raschen Entwicklung der Plattformökonomie haben die Steuerverstöße einiger Live-Streamer die Ordnung der Steuererhebung und -verwaltung gestört und das Marktumfeld des fairen Wettbewerbs untergraben“.

Influencerin entschuldigt sich öffentlich

Die Behörden fügten hinzu, dass die Regierung auch steuerpolitische Maßnahmen ergreifen werde, um „ein gutes steuerliches Geschäftsumfeld für die Entwicklung der Plattformwirtschaft zu schaffen“.

Nach dem Bekanntwerden des Bußgelds entschuldigte Huang sich gemeinsam mit ihrem Ehemann auf der Social-Media-Plattform Weibo. „Ich bedaure zutiefst, dass ich gegen die Steuergesetze und -vorschriften verstoßen habe“, so die Mitteilung.

„Ich akzeptiere die von der Steuerbehörde verhängte Strafe voll und ganz und werde aktiv Geld sammeln, um [die Strafe] rechtzeitig zu bezahlen“, sagte die Influencerin. Zudem sei es noch unklar, welche Auswirkung das Bußgeld auf die Internetpräsenz von Huang haben wird.

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Marcel hat von Oktober 2021 bis Januar 2022 als freier Autor für BASIC thinking geschrieben.