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Saftige Preiserhöhung bei DAZN – eine absolute Frechheit!

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DAZN
geschrieben von Fabian Peters

Streaminganbieter DAZN erhöht seine Preise – und zwar (fast) auf das Doppelte! Langfristig gesehen müssen dabei alle Kund:innen tiefer in die Tasche greifen. Eine absolute Frechheit und Grund genug dem Dienst den Rücken zu kehren. Doch das Problem liegt nicht bei DAZN allein. Ein Kommentar. 

Es kann ja gelegentlich schon einmal vorkommen, dass Streaminganbieter wie Netflix und Co. ihre Preise erhöhen. Meist handelt es sich dabei jedoch lediglich um relativ kleine Beträge in Höhe von ein bis zwei Euro. Doch was sich Streaminganbieter DAZN nun geleistet hat, sprengt jeglichen Rahmen!

Denn die britische DAZN Group hat die Preise für seinen Sport-Streamingdienst glatt mal auf das Doppelte erhöht. Neukund:innen müssen in Deutschland ab dem 1. Februar 2022 satte 29,99 Euro für das monatlich kündbare Abo zahlen. Zuvor lag der Preis bei 14,99 Euro.


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DAZN erhöht seine Abo-Preis (fast) auf das Doppelte

Auch die Preise für das Jahresabo steigen (fast) auf das Doppelte – von bisher 12,50 Euro auf 24,99 Euro. Zwar gelten die neuen Preise zunächst nur für Neukund:innen und wiederkehrende Abonnent:innen. Allerdings steigen die Preise ab dem 31. Juli 2022 auch für alle Bestandskund:innen.

Das entspricht einer Preissteigerung von bis zu einhundert Prozent. Doch das erscheint nicht nur dreist und frech: Das muss man sich auch erst einmal trauen. Vor allem in Zeiten, in denen viele Sportbegeisterte pandemiebedingt nicht ins Stadion gehen können.

Dennoch sitzt das Grundproblem tiefer. Denn auch die Zeiten, in denen Fußball-Fans Bundesliga-Spiele für schlanke zehn bis 20 Euro pro Monat auf dem heimischen Sofa verfolgen konnten, scheinen vorbei. Das liegt nicht zuletzt an stetig steigenden TV- und Streamingrechten, sondern auch an der Raffgier der Sportorganisationen wie der Bundesliga selbst.

Denn aus den meisten Vereinen sind Unternehmen geworden, die vor allem eines im Sinn haben: Profit! Eine Entwicklung, die sich womöglich bald rächen könnte. Allerdings hätten auch Streaminganbieter wie DAZN und Sky gegensteuern und flexiblere Abo-Modelle anbieten können.

Wer alle Bundesliga-Spiele gucken will, zahlt bald über 50 Euro monatlich

In einem Interview mit der österreichischen Tageszeitung Der Standard, schloss der damalige DAZN-CEO James Rushton im Jahr 2017 eine drastische Preiserhöhung noch aus. Es bleibe langfristig bei einem Preis von 9,99 Euro pro Monat – mit gelegentlicher Inflationsanpassung, so Rushton damals.

Doch James Rushton ist nicht mehr DAZN-CEO. Und nicht nur die Pläne des Unternehmens haben sich geändert. Die Streaming- und TV-Rechte der Bundesliga stiegen allein in den vergangenen vier Jahren von 700 Millionen Euro auf 1,1 Milliarden Euro an. Eine Preisentwicklung, bei der man mit gleichbleibenden Abo-Preisen natürlich nicht mithalten kann.

Doch der Schritt von DAZN erscheint vor diesem Hintergrund kaum noch überraschend. Da die Bundesliga die TV-Rechte zudem gesplittet hat, brauchen Fans, die alle Spiele sehen wollen, neben DAZN auch ein Sky-Abo. Das macht je nach gewähltem Abo-Modell unterm Strich über 50 Euro monatlich.

Wenn Streaming und Sport zu einem Luxusgut werden

Für viele dürfte das deutlich zu viel sein: Denn Fußball und Sportevents verkommen mehr und mehr zu einem Luxusgut. Die Zeiten von Fußballromantik und bedingungsloser Liebe zum Sport scheinen vorbei. Stattdessen steht der Profit über allem. Das gilt sowohl für die Streaminganbieter als auch für die Sportvereine selbst.

Doch irgendwann wird diese Entwicklung an ihre Grenzen gelangen und die Bubble wird platzen. Ein möglicher Ausweg wären dabei nicht nur flexiblere Abo-Modelle, sondern ein Umdenken im Sport selbst; Stichwort Gehaltsobergrenzen. Letztlich sollte nämlich niemand so viel pro Tag verdienen wie manch anderer im gesamten Jahr.

Denn das schadet nicht nur dem Sport sondern auch einem (halbwegs) fairen Wettbewerb und der Akzeptanz innerhalb der Gesellschaft allgemein. Doch das ist eine andere Geschichte.

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mittwald

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Über den Autor

Fabian Peters

Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Studierte Germanistik & Politikwissenschaft and der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master). Hat unter anderem bereits für die Frankfurter Rundschau sowie die Magazine Pressesprecher und Politik&Kommunikation geschrieben.

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