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Was ist eigentlich Wordle – und warum reden alle darüber?

Wordle Meme, Wortspiel, Gaming
Screenshot / Twitter
geschrieben von Marinela Potor

Das Online-Wortspiel „Wordle“ geht in den USA derzeit ab, wie Schmidts Katze. Jetzt hat sogar die New York Times das Spiel gekauft. Doch was genau ist Wordle überhaupt und was steckt hinter dem Hype?

Die New York Times hat „Wordle“ gekauft. Ab sofort soll das tägliche Online-Wortspiel Teil der Spielesammlung der Zeitung werden. Das hat der Gründer von Wordle, Josh Wardle jetzt auf Twitter bekannt gegeben.

In dem Statement bedankt Wardle sich für all die Unterstützung und Begeisterung, die User für sein Spiel gezeigt haben, sagt aber ebenfalls, dass die Entwicklung „ein bisschen überfordernd“ gewesen sei. So habe er sich entschlossen, das Spiel an die New York Times  (NYT) zu verkaufen.


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Wordle soll gratis bleiben… vorerst

„Ich bewundere seit Langem, wie die NYT ihre Spiele angeht sowie den Respekt, mit dem sie die Player behandeln. Ihre Werte überschneiden sich mit meinen in diesen Angelegenheiten“, schreibt Wardle.

Wardle sagte ebenfalls, dass das Spiel zunächst noch gratis angeboten werden solle und die aktuellen Gewinne und Glückssträhnen der Spieler:innen erhalten bleiben. Ob Wordle in Zukunft mit einer Paywall versehen wird, bleibt dabei aber offen.

Als Kaufpreis wird lediglich eine siebenstellige Summe genannt. Doch wie konnte Wordle überhaupt so einen Millionenwert erhalten und was genau steckt hinter dem Wortspiel?

Wordle: Das perfekte Spiel für die Pandemie

Die ersten Zeichen von Wordle im Netz entdeckten viele auf Twitter. Hier tauchten zunächst graue, gelbe und grüne Quadrate auf. Dann kamen sogar Memes und künstlerische Interpretationen dieser Quadrate hinzu.

Die Welt hatte plötzlich Wordle entdeckt. Und das im rasenden Tempo. Noch im November 2021 hatte das Spiel gerade einmal 90 User. In nur wenigen Monaten schnellte diese Zahl dann auf zwei Millionen. Tendenz: rasant steigend.

Das hatte Erfinder Josh Wardle nie erwartet. Er hatte das Spiel ursprünglich als Geschenk für seinen Partner, Palak Shah, als Zeitvertreib während der Pandemie entwickelt. Die beiden sind große Fans von Kreuzworträtseln und Wortspielen und so kam Wardle auf die Idee, seine eigene Version eines solchen Spiels zu entwickeln.

Das tägliche Wörterraten

Das Ziel bei Wordle ist es, ein Wort mit fünf Buchstaben in so wenigen Versuchen wie möglich zu erraten. Hilfen gibt es keine. Man rät also blind. Nach jedem Versuch ändert sich die Farbe der Kacheln, um zu zeigen, wie nah der eigene Vorschlag am eigentlichen Wort dran war.

Grün bedeutet, dass man den richtigen Buchstaben an der richtigen Stelle im Wort platziert hat. Gelb bedeutet: Der Buchstabe ist zwar im Wort, aber an einer anderen Stelle. Und grau heißt: Dieser Buchstabe kommt nicht im Wort vor. Für jedes Wort gibt es sechs Versuche, um es zu erraten.

Das macht natürlich sehr viel Spaß. Doch Wardle baute zwei Besonderheiten in sein Spiel ein, die Wordle erstens seinen Suchtfaktor verliehen haben und zweitens dafür gesorgt haben, dass das Spiel viral ging.

Der Sharing-Charakter von Wordle

So kannst du bei Wordle nämlich nur einmal täglich spielen. Erst um Mitternacht wird ein neues Spiel freigeschaltet. So gab es nicht wenig User, die wie gebannt an ihren Smartphones hingen, bis ein neues Spiel verfügbar war.

Doch Wordle hat auch einen sozialen Charakter. Alle Spieler:innen müssen das gleiche Wort erraten. Sobald sie die Antwort haben, können sie diese mit anderen teilen. Das erfolgt dann aber nicht mit der Lösung. Das würde schließlich den anderen den Spaß verderben.

Vielmehr teilt man die Kachelfarben, die zeigen, wie man abgeschnitten hat. Es ist auch möglich, Emojis in die Nachrichten einzubauen. Und genau dieser Sharing-Charakter führte schließlich dazu, dass das Wortspiel viral ging.

Denn User begannen ihre Spielerfahrungen auf Social-Media-Kanälen zu teilen. Der Musikunternehmer Stephen Stallings aus New York etwa, begann Tik Toks zu seinen täglichen Spielen zu posten und bekam nahezu über Nacht 9.000 Follower.

Wie lange bis zur Paywall?

So dauerte es auch nicht lange, bis zahlreiche Nachahmer-Spiele auf den Markt drängten. Denn in einem derart beliebten Spiel steckt natürlich auch viel Potenzial, um es zu monetarisieren.

Genau das ist etwas, das User nun mit dem Verkauf von Wordle an die New York Times befürchten. Denn das Spiel war bislang gratis und hatte keinerlei Anzeigen. Dass dies so bleibt, ist langfristig eher unwahrscheinlich.

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mittwald

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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