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Neuer Look für Windenergie: Spanisches Start-up baut Windräder ohne Flügel

Windräder, Windenergie, Ökostrom
Vortex Bladeless
geschrieben von Beatrice Bode

Das spanische Technologie-Start-up Vortex Bladeless entwickelt Windräder ohne Rotorblätter. Nur die Schwingungen der Masten sollen in Zukunft Strom erzeugen. 

Die neuartigen Windturbinen des spanischen Unternehmens Vortex Bladeless bestehen aus einem Zylinder, der vertikal mit einer elastischen Stange befestigt ist.

Genau wie die bisher bekannten Windräder sind auch die neuen Windgeneratoren fest im Boden verankert. Der Mast besteht dabei aus einem kohlefaserverstärktem Polymer, das beim Schwingen nur minimal Energie verlieren soll.

So erzeugen die neuen Windsysteme Energie

Wenn der Wind den Zylinder zum schwingen bringt, erzeugt er mithilfe eines Generatorsystems Strom. In einem kurzen Video erklärt das Unternehmen die Funktionsweise der neue Windkraftanlagen.

Windräder, Windenergie, Ökostrom

Grafik: Vortex Bladeless

Die neuartigen Windräder seien außerdem in der Lage, sich schnell an Windrichtungsänderungen anzupassen und turbulente Luftströmungen umzuwandeln. Dies käme vor allem in Städten häufig vor.

Diese Vorteile haben die neuen Windräder

Dadurch, dass das neue Modell auf die herkömmlichen Rotorblätter verzichtet, werde bei der Produktion der Verbrauch von Rohstoffen reduziert. Außerdem sei es nicht nötig, den Mast besonders tief im Boden zu verankern.

Zudem beschreibt Vortex Bladeless, dass die neuen Windenergie-Modelle einfacher in der Wartung seien. Auch das Schmieren der Rotorenblätter falle durch deren Abwesenheit in Zukunft weg.

Da sowohl die herkömmliche Gondel, Stützmechanismen sowie die eigentlichen Rotorenblätter wegfallen, seien die neuen Energieerzeuger wesentlich günstiger als die bekannten Windräder.

Zudem seien die neuen Windkraftanlagen komplett geräuschlos.

Neue Windgeneratoren bringen einige Nachteile mit sich

Weil die Zylinder dauerhaft starken physikalischen Kräften ausgesetzt sind, rechnen die Entwickler:innen mit einem gewissen Materialversagen. Dem Unternehmen ist allerdings bisher noch unbekannt, wieviel Verschleiß die neuen Windräder aufweisen werden.

Auch wisse das Unternehmen noch nicht, wie kosteneffizient die zukünftigen Windturbinen wirklich sein werden. Erst wenn weitere Forschungen durchgeführt wurden, könne man das mit Sicherheit sagen, heißt es auf der Webseite von Vortex Bladeless.

Auch wenn es um die eigentliche Energiegewinnung geht, müssen wohl Einbußen hingenommen werden. Die Vortex-Windenergie sei weniger energieeffizient als normale Windturbinen.

Startschuss für Rotorlose Windräder bisher unbekannt

Wann die neuen Windräder wirklich aufgestellt werden können, gab das Unternehmen bisher nicht bekannt. Bevor die Anlagen den Markt erreichen, müsse der Produktionsprozess zunächst industrialisiert werden. Bisher sind zudem erst 50 Prozent des Projekts zertifiziert worden.

In der Vergangenheit gab es immer wieder Kritik an Windrädern. Neben Klagen, dass die Anlagen das natürliche Bild der Umgebung stören und der Gesundheit schaden, geht der Gewinn von Windenergie auch immer wieder auf Kosten der Natur.

Vor allem der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (NABU) sieht in den Windrädern eine Gefahr für den Naturschutz. Etwa 45 Klagen hat die Organisation deshalb bereits eingereicht.

In puncto Naturschutzes wären die Rotor-losen Windräder sicherlich von Vorteil. Die Landschaft verschönern sie allerdings wohl leider kaum.

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mittwald

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Über den Autor

Beatrice Bode

Beatrice ist freie Autorin und Videografin. Ihr Studium der Kommunikations - und Medienwissenschaften führte sie über Umwege zum Regionalsender Leipzig Fernsehen, wo sie als CvD, Moderatorin und VJ ihre TV-Karriere begann. Nach einem Zwischenstopp als Content Creator und Reporterin bei Antenne Thüringen landete sie vor einigen Jahren als Cutterin bei der 99pro media GmbH. Vor einiger Zeit hat sie allerdings ihre Sachen gepackt und ist in die Dominikanische Republik gezogen, um dort als Taucherin die Rettung der Korallenriffe zu unterstützen. Von dort aus schreibt sie nun als freie Autorin für BASIC Thinking.

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