Snapchat, Snapchat-Aktie

Snapchat senkt Umsatzprognose – Aktie stürzt um 30 Prozent ab

Fabian Peters
unsplash.com/ Christian Wiediger

Snapchat hat seine Umsatzprognose für das laufende Quartal gesenkt. Das Unternehmen teilte mit, dass sich die Wirtschaft im vergangenen Monat deutlich schneller verschlechtert hat, als man es erwartet habe. Die Snapchat-Aktie erlebte daraufhin einen regelrechten Kurseinbruch von rund 30 Prozent. 

Die Snapchat-Aktie befindet sich bereits seit geraumer Zeit auf Talfahrt. In den vergangene zwölf Monaten verloren die Wertpapiere von Mutterkonzern Snap rund 60 Prozent an Wert.

Nachdem Snapchat am Montag, den 23. Mai 2022, nach Börsenschluss mitteilte, dass das Unternehmen die Umsatzprognose für das laufende Quartal voraussichtlich nicht erreichen werde, brach die Snapchat-Aktie binnen eines Tages um 30 Prozent ein.

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Zum Vergleich: Im vergangenen Monate prognostizierte das Unternehmen zunächst noch ein Umsatzwachstum von 20 bis 25 Prozent.

Probleme bei Snapchat: Einstellungsstopp

In einem aktuellen US-Börsenbericht teilte das Unternehmen mit, dass sich das „makroökonomische Umfeld“ von Snapchat im vergangenen Monat „weiter und schneller als erwartet verschlechtert“ habe. Der US-Konzern würde seinen prognostizierten Umsatz für das zweite Quartal 2022 deshalb nicht einhalten können und wolle eine bereinigte Prognose vorlegen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, teilte Snap-CEO Evan Spiegel seinen Angestellten in einer internen Memo mit, dass das Unternehmen vor erheblichen Problemen stehen. Der Instant-Messaging-Dienst könne in diesem Jahr deshalb unter anderem weniger neue Mitarbeiter:innen einstellen. Spiegel schrieb dazu:

Wie viele Unternehmen sehen wir uns weiterhin mit steigender Inflation und steigenden Zinssätzen, Engpässen in der Lieferkette und Arbeitsunterbrechungen, Änderungen der Plattformpolitik, den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und vielem mehr konfrontiert.

Fokus: Argumented Reality

Snapchat sieht in Instagram seinen schärfsten Konkurrenten. Die Plattform wurde vor allem durch das Posten von Bildinhalten bekannt, die nach einer gewissen Zeit automatisch verschwinden. Mit der Zeit hat Snap seinen Dienst um zahlreiche Medieninhalte und Shopping-Funktionen erweitert.

Der US-Konzern erzielt einen Großteil seines Umsatzes über verschiedene Anzeigenformate und setzt mittlerweile insbesondere auf Argumented Reality (AR). Die Anwendung integriert digitale Inhalte dabei in der echten Umgebung seiner User. So lassen sich beispielsweise Kleidungsstücke am eigenen Körper oder Möbel in der eignen Wohnung simulieren.

Im ersten Quartal 2022 konnte Snap seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr noch um 38 Prozent steigern. Vor allem der Ukraine-Krieg und die steigende Inflation haben Werbekund:innen jedoch zurückhaltender gestimmt. Im vergangenen Jahr folgte außerdem eine Auseinandersetzung mit Apple in Sachen App-Tracking. Bereits damals brach die Snapchat-Aktie um 25 Prozent ein.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).