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Facebook hat sich in Mexiko zu einer Lieferdienst-App entwickelt

Maria Gramsch
Uber

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Lieferdienste sind nicht erst seit der Corona-Pandemie sehr beliebt. Doch die Bestellplattformen verlangen von Restaurantbetreibern teils horrende Gebühren. In Mexiko setzt sich deshalb Facebook gegen die Food-Delivery-Apps durch.

Im Jahr 2021 haben rund 8,14 Millionen Menschen in Deutschland mehrmals im Monat Essen bei einem Lieferdienst bestellt. Das hat eine Umfrage der Verbrauchs- und Medienanalyse ergeben. Zum Vergleich: In den drei Jahren zuvor stagnierte die Zahl ungefähr gleichbleibend bei 6,7 und 6,8 Millionen.

Der beliebteste Lieferdienst ist in Deutschland mit Abstand Lieferando, wie die Statista Global Consumer Survey im Jahr 2022 ergeben hat. Demnach gaben 79 Prozent der Befragten an, in den letzten zwölf Monaten diesen Lieferdienst genutzt zu haben. Weit abgeschlagen auf Platz zwei rangiert Domino’s mit nur 24 Prozent.

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Doch auch andere Plattform sind offenbar in der Lage, sich gegen die großen Player im Markt durchzusetzen. In Mexiko ist das zum Beispiel Facebook, wie Rest of World berichtet.

Wie hat sich Facebook unter die Lieferdienst-Apps gemischt?

Lieferdeinst-Apps können für Restaurants eine willkommene zusätzliche Einnahmequelle sein. Doch die Gebühren der Plattformen werden auch schnell zum Problem.

Bei Uber Rats und der kolumbianischen App Rappi zum Beispiel belaufen sich die Provisionen auf rund 30 Prozent, wie Rest of World berichtet. Im Vergleich dazu steht eine Gewinnspanne für Restaurants in Mexiko von rund 20 Prozent.

Es ist also kein Wunder, dass sich Restaurantbetreiber:innen andere Wege suchen, um die Gebühren zu umgehen. In Mexiko hat sich dafür Facebook etabliert.

Rest of World berichtet von Berbera und Mejía, die ihr Restaurant zwar in der App Rappi gelistet haben. Sie schätzen jedoch, dass auf zehn Bestellungen aus Facebook-Gruppen nur eine Bestellung über die App kommt.

Facebook-Gruppen als Alternative zu Uber Rats und Co.

Facebook biete den Gastronom:innen die Möglichkeit, die teuren Lieferdienst-Apps zu umgehen. In der Facebook-Nachbarschaftsgruppe, über die Berbera seine Gerichte verkauft, gebe es täglich rund ein halbes Dutzend Angebote.

Mit den Angeboten werde meist direkt eine WhatsApp-Nummer veröffentlicht sowie der Hinweis auf die kostenlose Lieferung in einem bestimmten Umkreis.

„Die Leute nutzen Facebook, weil es billiger ist“, sagte Mejía gegenüber Rest of World. Laut Berbera könne man dort alles finden.

Eine dieser Gruppen hat laut Rest of World knapp 11.500 Mitglieder. Hier würde fast alles verkauft – von Lebensmitteln bis hin zu Kleidung.

Lieferdienst: Apps sind nur etwas für die oberen Schichten

Laut der Anthropologin Tiana Bakic Hayden spielten Food-Delivery-Apps schon eine große Rolle in Mexiko. Jedoch sei die Nutzung von der wirtschaftlichen Situation. Denn die Apps würden „nur bestimmte Schichten und bestimmte Städte“ bedienen.

Auch das Angebot der Restaurants spiele dabei eine Rolle. Der Betriebsmanagement-Experte Gad Allon sagt gegenüber Rest of World, dass ein paar Euro Liefergebühr bei einer Bestellung im Wert von 30 Dollar keinen großen Unterschied mache.

Koste eine Mahlzeit jedoch nur drei Dollar, sehe das schon ganz anders aus. „Für einen Imbissstand macht das definitiv keinen Sinn“, fügt er hinzu er.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.