TikTok, Lieferdienst, TikTok Kitchen

TikTok will Lieferdienst starten und „virale“ Gerichte servieren

Fabian Peters
Virtual Dining Concept/ TikTok

Die Video-App TikTok will in die Lieferdienst-Branche einsteigen. In Kooperation mit der Marketing-Agentur Virtual Dining Concepts sollen Anfang 2022 rund 300 Restaurants in den USA an den Start gehen. Die sogenannten TikTok Kitchens sollen nur Gerichte ausliefern, die über die Plattform bekannt geworden sind. 

TikTok Kitchen: TikTok will in die Lieferdienst-Branche einsteigen

„Für alle, die schon alles gesehen haben”: Mit diesem Slogan startete TikTok im Mai 2020 eine deutschlandweite Werbekampagne im TV. Auch bei den Olympischen Sommerspielen (2020) oder der Fußball-Europameisterschaft (2021) war die Video-App äußerst präsent.

Mittlerweile bekommen wir fast überall TikTok-Werbung zu sehen – auch in Umfeldern, die eigentlich nicht zur Zielgruppe des Unternehmens passen. Denn TikTok ist vor allem unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen beliebt. Doch die Pläne des Unternehmens scheinen ambitionierter und weitreichender zu sein.

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Das Kurzvideo-Portal betrachtet sich nämlich nicht als reine Social-Media-Plattform. Das passt auch zu den aktuellen Plänen der Bytedance-Tochter. Denn mit TikTok Kitchen will das Unternehmen im kommenden Jahr in die Lieferdienst-Branche einsteigen.

Bis zu 1.000 Restaurant sollen „virale“ Gerichte ausliefern

Neben Musikvideos und anderen kurzen Clips sind vor allem Rezeptideen auf TikTok beliebt. Neue Food-Trends verbreiten sich dabei so schnell wie auf kaum einer anderen Plattform. Einige Rezepte haben sogar ihren Ursprung auf TikTok und gehen auf der Plattform viral.

Genau diese Gerichte können sich TikTok-User in den USA künftig nach Hause liefern lassen. Denn wie das Nachrichtenmagazin Bloomberg berichtet, will das Unternehmen in die Restaurant-Branche einsteigen.

In Zusammenarbeit mit der Marketing-Agentur Virtual Dining Concepts (VDC) will TikTok in den USA Anfang 2022 rund 300 TikTok-Restaurants an den Start bringen – die sogenannten TikTok Kitchens. Ende 2022 könnten es demnach sogar über 1.000 TikTok-Restaurants sein.

Auf der Speisekarte sollen ausschließlich Gerichte stehen, die ihren Ursprung auf der Plattform haben und viral gegangen sind – die Baked Feta Pasta beispielsweise.

Wie funktionieren die TikTok Kitchens?

Die TikTok Kitchens gehen zunächst in den USA an den Start. Bereits etablierte Restaurants nehmen die „viralen“ Gerichte dabei mit in ihr Lieferangebot auf. Zu den Kooperationspartnern sollen unter anderem die US-amerikanischen Restaurantketten Buca di Beppo und Bertucci‘s gehören.

Die TikTok Kitchens beschränken sich jedoch auf einen reinen Lieferservice. Angebote zum Verzehr vor Ort sind bisher nicht geplant. TikTok will für seine Kitchens außerdem eine spezielle Speisekarte entwickeln. Sie basiert auf den viralen Food-Trends der Plattform und soll vierteljährlich angepasst werden.

TikTok Kitchen: Urheberschaft vieler Gerichte unklar

Wenn neue Gerichte und Rezepte viral gehen, können sie dann möglicherweise mit in das Speisenangebot aufgenommen werden. Einige beliebte Gerichte könnten aber auch dauerhaft Teil der Speisekarte sein. Bisher ist allerdings unklar, wie die Video-Plattform die Urheberschaft der Rezepte handhaben will.

Denn bei vielen Gerichten ist unklar, wer sie „erfunden“ hat. Wie das Online-Magazin The Verge berichtet, will das Unternehmen  die Urheber:innen der Gerichte jedoch am Gewinn der TikTok Kitchens beteiligen.

Ob TikTok seinen Liederdienst auch auf andere Länder ausweitet, ist unklar. Vermutlich sind die TikTok Kitchens jedoch eher ein kurzweiliges Projekt und vor allem Teil der allgemeinen Marketingstrategie.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).