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Kehrtwende bei Instagram: Adam Mosseri rudert nach TikTok-Kritik zurück

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unsplash.com/ Solen Feyissa
geschrieben von Maria Gramsch

Instagram rudert zurück: Der Social-Media-Konzern hat sich die Kritik seiner Community offenbar zu Herzen genommen. Denn wie CEO Adam Mosseri nun ankündigt, wird es einige bedeutende Änderungen geben.

Die Kritik an Instagram reißt derweil nicht ab. Anfang der Woche versuchte Chef Adam Mosseri noch, die Wogen mit beschwichtigenden Worten zu glätten.

Doch nun hat sich der Chef der Plattform erneut zu Wort gemeldet. In einem Interview mit The Verge erklärt Adam Mosseri, die neusten Änderungen am Feed seiner Plattform rückgängig machen zu wollen.

Was hat die Community an Instagram kritisiert?

Erst vor wenigen Tagen hat sich Instagram-CEO Adam Mosseri in einem Video auf Twitter zu Wort gemeldetr. Grund war die anhaltende Kritik aus den Reihen der Community.

Denn zahlreiche Nutzer:innen hatten den Aufruf der Fotografin @illuminati geteilt, Instagram solle aufhören, wie TikTok sein zu wollen. Darunter waren auch prominente Gesichter wie Kylie Jenner und Kim Kardashian.

Hinter all den kritische Äußerungen stecken vor allem zwei Neuerungen im Feed der Social-Media-Plattform.

Denn der Konzern hatte einen Test ausgerollt, bei dem Posts – ähnlich wie bei Konkurrent TikTok – bildschirmfüllend angezeigt werden. Doch der Vollbild-Modus brachte offensichtlich nicht die gewünschte Resonanz.

Das zweite Problem sind die vorgeschlagenen Inhalte, die sich derzeit im Instagram-Feed ausbreiten. Nutzer:innen hatten sich beschwert, dass sie fast nur noch die sogenannten Recommendations – und nicht mehr die Inhalte von Konten, denen sie folgen, angezeigt bekommen.

Wie reagiert Adam Mosseri nun auf die anhaltende Kritik?

Die öffentliche Kritik der Community hat nun offenbar Früchte getragen. Doch nicht nur das. Wie Adam Mosseri im Interview sagte, spiegelte sich die Unzufriedenheit auch in internen Daten wider.

Bei den neuen Feed-Designs sind die Leute frustriert und die Nutzungsdaten sind nicht gut. Ich denke, wir müssen einen großen Schritt zurück machen, uns neu gruppieren und herausfinden, wie wir weitermachen wollen.

Deshalb werde die derzeit laufenden Testphase mit Vollbild-Ansicht nun erst einmal zurückgefahren. Dies soll in den kommenden ein bis zwei Wochen geschehen.

Mosseri sei froh, das Risiko eingegangen zu sein. „Wenn wir nicht ab und zu scheitern, denken wir nicht groß genug oder sind nicht mutig genug“, sagte er im Interview.

Wie geht es mit den Recommendations weiter?

Auch bei der Zahl der empfohlenen Beiträge will Instagram vorerst einen Schritt zurück machen. Der Konzern wolle seinen Nutzer:innen erst einmal weniger Empfehlungen zeigen, um den Algorithmus zu verbessern.

Denn laut Mosseri sollte für die Recommendations „die Messlatte hoch liegen“. Die Inhalte müssten „einfach großartig sein“.

Man sollte sich freuen, es zu sehen. Und ich glaube, das geschieht im Moment nicht genug.

Um wie viel Prozent die Zahl der Recommendations zurückgehen soll, hat Adam Mosseri nicht benannt. Seine Aussage steht auch im Kontrast zu den Worten von Mark Zuckerberg.

Denn er hatte erst gestern bei der Verkündung der Meta-Quartalszahlen ein anderes Lied gesungen. Bisher würden Nutzer:innen bei Instagram in ihrem Feed rund 15 Prozent empfohlene Beiträge und Konten sehen. Diese Zahl soll bis Ende 2023 aber schon 30 Prozent betragen.

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mittwald

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig. Neben dem Studium hat sie als CvD, Moderatorin und VJ beim Regionalsender Leipzig Fernsehen und als Content-Uschi bei der Bastei-Lübbe-App oolipo gearbeitet. Im letzten Studienjahr war sie Mitgründerin, CvD und Autorin der Leipzig-Seite der taz.

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