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US-Banken droht Milliarden-Strafe wegen WhatsApp-Nutzung

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unsplash.com/ lo lo
geschrieben von Maria Gramsch

Zahlreiche US-Banken müssen sich wegen der Nutzung nicht genehmigter Messengerdienste wie WhatsApp verantworten. Den Geldinstituten drohen Strafen von insgesamt einer Milliarde US-Dollar. Die Hintergründe. 

Bereits im Oktober 2021 hat die US-Börsenaufsicht SEC eine Untersuchung zur digitalen Kommunikation von Banken und ihren Mitarbeiter:innen eingeleitet. Damals berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertrauten Personen.

Dabei wollte die SEC überprüfen, ob die Banken die digitale Kommunikation ihrer Mitarbeiter:innen angemessen dokumentieren. Denn Hauptaugenmerk lag auf Nachrichten mit Arbeitsbezug, die über persönliche Endgeräte vorgenommen wurde.


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Die SEC untersucht die digitale Kommunikation von Banken

Die SEC hat hier einen sogenannten „Sweep“ durchgeführt. Dabei handelt es sich um ein beschleunigtes Verfahren, um die Einhaltung der Vorschriften zu überprüfen.

Besonders interessiert war die SEC an der digitalen Kommunikation von Bank-Mitarbeiter:innen, die diese über ihre privaten Geräte vorgenommen hatten. Dieses Phänomen ist in Zeiten von Pandemie und Homeoffice für die Banken natürlich besonders schwer zu überwachen.

Dieser Überwachung liegt eine Aufzeichnungspflicht zugrunde. Denn die SEC und auch die Financial Industry Regulatory Authority, die Selbstregulierungsbehörde der Wall Street, verlangt von Banken die Aufzeichnung aller geschäftsbezogenen Mitteilungen.

US-Banken droht eine Milliardenstrafe

Wie Reuters nun berichtet, drohen den US-Banken Bußgelder von insgesamt mehr als einer Milliarde US-Dollar. Betroffen sind dabei Branchenriesen wie JPMorgan oder die Bank of America. Zum Teil mussten die Geldinstitute bereits Strafen entrichten, einigen steht die Zahlung noch ins Haus.

Die Broker-Tochter von JP Morgan Chase & Co erhielt beispielsweise im vergangenen Jahr eine Geldstrafe von 200 Millionen US-Dollar. Denn es wurde versäumt, die Kommunikation der Belegschaft über Messaging-Apps oder E-Mails auf persönlichen Telefonen zu dokumentieren.

Und auch Morgan Stanley habe sich laut dem Reuters-Bericht „vorläufig bereit erklärt“ 125 Millionen US-Dollar an die SEC zu zahlen. Weitere 75 Millionen US-Dollar gehen an die an die CFTC, die in den USA Future- und Optionsmärkte reguliert.

Und auch bei der Bank of America sowie der britische Bank Barclays finden sich Rückstellungen in Höhe von 200 Millionen US-Dollar. Bei der Deutschen Bank seien 165 Millionen Euro für mögliche Strafzahlungen zurückgestellt worden.

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig. Neben dem Studium hat sie als CvD, Moderatorin und VJ beim Regionalsender Leipzig Fernsehen und als Content-Uschi bei der Bastei-Lübbe-App oolipo gearbeitet. Im letzten Studienjahr war sie Mitgründerin, CvD und Autorin der Leipzig-Seite der taz.

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