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Klarna: Vom einst wertvollsten Start-up zum Rekordverlust

Maria Gramsch
Klarna

Das schwedische Fintech Klarna hat seinen Zwischenbericht für das erste Halbjahr 2022 veröffentlicht. Die einst so erfolgreiche Bezahlplattform muss demnach einen Rekordverlust verkraften.

Für das schwedische Fintech Klarna ist es im ersten Halbjahr 2022 wirtschaftlich nicht sonderlich gut gelaufen. Zwar konnte die Bezahlplattform ihren Umsatz steigern. Doch auch der Verlust ist gestiegen – und zwar drastisch.

Im Zwischenbericht für das erste Halbjahr schreibt CEO und Co-Gründer Sebastian Siemiatkowski an die Anleger:innen. Als das Unternehmen im Herbst seine Pläne für das Geschäftsjahr 2022 aufgestellt hat, habe „die Welt noch ganz anders“ ausgesehen als heute.

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Seitdem haben wir einen tragischen und unnötigen Krieg in der Ukraine erlebt, einen gewaltigen Stimmungsumschwung bei den Anlegern, einen steilen Anstieg der Inflation, einen äußerst volatilen Aktienmarkt und eine wahrscheinliche Rezession. All dies hat den Beginn eines sehr turbulenten Jahres markiert.

Das Jahr 2022 habe bisher „Herausforderungen und traurige Momente mit sich gebracht“, so Siemiatkowski weiter. Dennoch sei das Fintech weiterhin bemüht, „Verbrauchern Zeit, Geld und Sorgen in Bezug auf ihre Finanzen zu ersparen und das Wachstum von mehr Einzelhandelspartnern denn je zu unterstützen“.

Klarnas erstes Halbjahr in Zahlen

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnte das schwedische Fintech im ersten Halbjahr 2022 beim Umsatz deutlich zulegen. Hier gab es ein Plus von satten 24 Prozent auf rund 950 Millionen US-Dollar.

Doch beim Betriebsergebnis sieht es alles andere als rosig aus. Denn im Vergleich zum Vorjahr hat sich der operative Verlust fast vervierfacht.

Waren es im ersten Halbjahr 2021 noch rund 1,7 Milliarden Schwedische Kronen, sind es in diesem Jahr rund 6,3 Milliarden. Zur Einordnung: Das sind umgerechnet fast 600 Millionen Euro.

Klarna hat schon eine Weile zu kämpfen

Doch auch wenn der Verlust im ersten Halbjahr 2021 vergleichsweise gering ausgefallen ist, hat Klarna schon eine ganze Weile mit Problemen zu kämpfen.

Vor allem die gestiegenen Kosten für das Personal machen dem Unternehmen zu schaffen. So musste Klarna Ende Mai 2022 bereits 700 Mitarbeiter:innen entlassen. Das sind satte zehn Prozent der gesamten Belegschaft weltweit. „Wir mussten einige harte Entscheidungen treffen“, schreibt Siemiatkowski dazu im Halbjahresbericht.

Wir haben jetzt einige Jahre hinter uns, in denen das Wachstum von den Investoren sehr stark in den Vordergrund gestellt wurde.

Die Anleger:innen würden nun „verständlicherweise Profitabilität“ sehen wollen. Klarna wolle das erreichen, indem es seine Kund:innen „auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten“ unterstützt.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.