Grün Technologie

Diese Mini-Windkraftanlagen eignen sich für fast jedes Hausdach

Windkraft, Aeromine
Aeromine
geschrieben von Felix Baumann

Das US-amerikanische Start-up Aeromine hat eine Windkraftanlage entwickelt, die sich offenbar auf nahezu jedem Gebäude montieren lässt. Die Mini-Windturbinen können demnach auch mit Solaranlagen kombiniert werden. 

Nachhaltige Energieträger werden künftig vermutlich den Markt dominieren. Bereits heutzutage beteiligen sich Eigenheimbesitzer an der Energiewende – etwa durch die Installation von Solaranlagen auf ihren Dächern. Doch eine Windkraftanlage auf dem Dach galt bislang als utopisch. Das könnte sich aber bald ändern.

Denn das US-amerikanische Start-up Aeromine will das mit einer neuartigen Mini-Windturbine möglich machen. Das System ist etwa drei mal drei Meter groß und kommt ohne Rotorblätter aus. Da die Anlage relativ kompakt ist, können Grundbesitzer sie außerdem neben Solaranlagen installieren. Denn ohne Rotorblätter entfällt auch die Geräuschkulisse, die eine Windkraftanlage im Regelbetrieb produziert.

Neue Windkraftanlage kommt ohne Rotorblätter aus

Aber wie funktioniert das System überhaupt? Aeromine macht sich den aerodynamischen Effekt des Standortes zunutze. Seitenflügel lenken den auf das Gebäude eintreffenden Wind dabei so um, dass hinter der Anlage ein Unterdruck entsteht. Ein verbauter Propeller dreht sich und generiert so Energie.

Die Technologie soll günstiger als Solarpaneele sein und gleichzeitig etwa 50 Prozent mehr Energie erzeugen. Obendrein eliminiert das System einen entscheidenden Nachteil der Solarenergie: Denn der Wind bläst vielerorts auch nachts. Die Anlage produziert also kontinuierlich Energie.

System könnte bereits Ende 2023 für jeden zur Verfügung stehen

Aeromine plant die Anlage in mehreren Stufen zu verkaufen. Zunächst bietet sich ein Einsatz auf Bürogebäuden oder Lagerstätten an. Denn diese Dächer sind meist flach, was die Installation erleichtert. Momentan testet das Unternehmen sein System zudem auf dem Dach einer Fabrik von BASF in Detroit.

Sollte sich die Testphase als erfolgreich erweisen, steht laut Aeromine auch einer Nutzung für Privathaushalte nichts mehr im Wege. Dann könnte sich theoretisch jeder eine Windkraftanlage auf das eigene Dach stellen. Die Marktreife soll bereits im Jahr 2023 erreicht sein.

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Über den Autor

Felix Baumann

Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei Basic Thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in Basic Thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.

8 Kommentare

  • Hallo Felix,
    toller Artikel hat mir gut gefallen. Hätte ich sofort reposted, aber ich kann nicht über meinen (Ingenieurs-)Schatten springen was die Technik anbelangt.
    Die „Folien“ sind „foils“ damti sind die spoilerähnlichen Seitenflügel gemeint, und diese sorgen für Unterdruck -hinter- und nicht unter dem Aufbau. Dadurch wird die Luft quasi am hinteren Auslass angesaugt, ich meine es handelt sich um eine Abwandlung des Venturi-Effekts und neue Luft strömt von unten durch die dort angebrachte vertikale Turbine.
    So, nenn mich Klugscheisser, musste ich aber loswerden.
    Bin ein großer Fan von Basic Thinking und auch vom neuen Aero-Mining Konzept, daher musste ich das jetzt einfach loswerden.
    Macht weiter so!
    Grüße
    Daniel

    • Weißt du zufällig wieviel Leistung diese Art von Windkraftanlage erzeugt?

      geg. : Wind trifft frontal auf die Anlage.
      A= Fläche der Eingangsöffnung
      v = Windgeschwindigkeit
      P = Leistung

      ges. : P = f(A,v)=?

  • Hallo Daniel,

    vielen Dank für dein Feedback. Ich habe mir das Thema noch einmal angesehen und du hast recht. Ich habe entsprechende Passagen im Text verändert.

    Schönes Wochenende
    Felix

  • Hallo,
    mein Haus steht auf Ost Westausrichtung..
    Dachneigung 33 Grad.. gibt es da auch eine Möglichkeit eine Aeromine Turbine zu Installieren ?
    ca 10 kWp

  • Sieht auf den ersten Blick wirklich toll aus. Da ich schon seit drei Jahren mit PV, Batteriespeicher und Lantentwärmespeicher für Heizungsunterstützung unterwegs bin, würde mich sehr interessieren was so ein Gerät wiegt und was es kosten soll. Diese beiden Faktoren sind neben dem Wirkungsgrad immer noch am wichtigsten. Denn was nützt die beste Erfindung, wenn sie nicht bezahlbar/wirtschaftlich ist.

  • Moin Felix, muss die Basis der Anlage wirklich 3mx3m sein. Das wäre für die Installation auf einem Hausdach mit Giebel doch schwierig umzusetzen.

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