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Apple startet Notruf SOS per Satellit ab Dezember in Deutschland

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geschrieben von Beatrice Bode

Apple hat überraschenderweise seine neue Funktion „Notruf SOS über Satellit“ in den USA und Kanada released. Auch in Deutschland sollen User der iPhone 14-Modelle das Feature ab Dezember 2022 nutzen können. Allerdings könnte der Satelliten-Notdienst kostenpflichtig werden.

Im September 2022 kündigte Apple bereits an, dass die USA und Kanada ein neues iPhone 14-Feature bekommen sollen: „Notruf SOS über Satellit“. Allerdings war die neue Funktion erst für einen späteren Zeitpunkt im Jahr geplant.

Nun überraschte der Tech-Konzern mit der Nachricht, dass der Satelliten-Notruf ab sofort in Nordamerika zur Verfügung steht. Außerdem kündigte Apple an, dass es das Feature ab Dezember 2022 auch in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Irland geben wird.

Notruf SOS über Satellit für iPhone 14 verfügbar

Mit Notruf SOS über Satellit sind iPhone 14-User in der Lage, eine Verbindung zum Notdienst herzustellen – auch wenn weder Mobilfunk- noch WLAN-Empfang verfügbar sind.

Darüber hinaus können Nutzer:innen auch die „Wo ist?“-App per Satellit benutzen. So können sie Familie und Freund:innen ihren Aufenthaltsort mitteilen, während sie sich außerhalb des Netzes befinden.

Das Apple-Team habe unermüdlich daran gearbeitet, neue technische Herausforderungen zu meistern, um diesen Service ins Leben zu rufen, so Greg Joswiak, Senior Vice President of Worldwide Marketing bei Apple.

Einige der beliebtesten Reiseziele liegen abseits der viel bewanderten Pfade und haben keinen Mobilfunkempfang. Mit Notruf SOS über Satellit bietet die iPhone 14 Familie ein unverzichtbares Hilfsmittel, das Nutzer:innen die benötigte Hilfe bringt, auch wenn sie keinen Mobilfunkempfang haben.

Man sei davon überzeugt, dass die neue Funktion Kund:innen ein bisschen mehr innere Ruhe geben werde.

So funktioniert Notruf SOS über Satellit

Die neue Funktion ist für jedes Modell der iPhone 14-Reihe verfügbar. Durch eine Kombination speziell entwickelter Komponenten und tief integrierter Software könne das Gerät eine direkte Verbindung zu einem Satelliten herstellen. Dabei brauche das Gerät keine zusätzliche Software oder Protokolle, um die Kommunikation zu ermöglichen.

User in Not müssen Kurzfragen zur Situation beantworten

Über einen Button können User in Not eine Satellitenverbindung anfordern. Dafür müssen die Hilfesuchenden einige kurze Fragen beantworten. Das ginge laut Apple mit einigen wenigen Fingertips.

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Diese lebenswichtigen Informationen sollen dem Notdienst helfen, sich schnell ein Bild der Situation vor Ort und dem Standort der Person zu machen.

iPhone sagt Usern, wie sie das Telefon ausrichten müssen

Danach zeigt die Benutzeroberfläche des iPhones, wohin es ausgerichtet werden muss, um eine Verbindung herzustellen und sendet daraufhin die erste Nachricht.

Nutzer:innen werden dann direkt mit Notrufzentralen verbunden, die für den Empfang von Textnachrichten ausgerüstet seien. Außerdem gebe es Vermittlungszentralen mit von Apple geschulten Notfallspezialist:innen, die mit Notdiensten Kontakt aufnehmen können, wenn Textnachrichten keine Option sind.

Auf diese Weise werden die Antworten auf die Kurzfragen, die Informationen zur Lage des Standorts und der Batteriestatus des Telefons übermittelt. Auch der Notfallpass wird versandt, falls die Funktion aktiviert ist.

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Darüber hinaus kann das Transkript auch an Notfallkontakte geschickt werden, um Freund:innen und Familie auf dem Laufenden zu halten.

Notruf absetzen innerhalb von 15 Sekunden

Nur 15 Sekunden soll der Versand und Empfang des Notrufes über Satellit dauern. Für Menschen, die die Funktion vorab testen möchten, stellt Apple eine integrierte Demo zur Verfügung. Damit können sich User mit einem echten Satelliten in Reichweite verbinden, ohne den Notdienst tatsächlich anzurufen. Apple sagte dazu:

Notruf SOS über Satellit wird nicht nur für diejenigen nützlich sein, die in ländlichen Gebieten ohne Mobilfunkabdeckung leben, sondern auch für diejenigen, die von einer Naturkatastrophe betroffen sind, die die Mobilfunknetze lahmlegt.

Apple investiert 450 US-Dollar für Ausbau von Notdienst

Um den Dienst zur Verfügung zu stellen, habe Apple 450 Millionen US-Dollar in die Kooperation mit Satellitenbetreiber Globalstar investiert. Dabei verwendet die Funktion das Spektrum der L- und S-Bänder, die von der ITU speziell für mobile Satellitendienste vorgesehen ist.

Wenn Nutzer:innen einen Notruf absetzen, wird die entsprechende Nachricht von einem der 24 Globalstar-Satelliten empfangen, die sich in einer niedrigen Erdumlaufbahn mit einer Geschwindigkeit von etwa 26.000 Kilometer pro Stunde bewegen.

Der Satellit sendet die Nachricht dann an Bodenstationen, die sich an Punkten auf der ganzen Erde befinden.

Notruf SOS über Satellit könnte kostenpflichtig werden

Obwohl die neue Funktion in Notfallsituationen durchaus extrem nützlich sein könnte, gibt es wohl einen Haken. Wie Apple zuvor berichtete berichtete, sei der Dienst ab dem Zeitpunkt der Aktivierung eines iPhone 14 nur zwei Jahre lang kostenlos.

Was die neue Funktion danach allerdings kosten soll, gab Apple demnach noch nicht bekannt.

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Über den Autor

Beatrice Bode

Beatrice ist freie Autorin und Videografin. Ihr Studium der Kommunikations - und Medienwissenschaften führte sie über Umwege zum Regionalsender Leipzig Fernsehen, wo sie als CvD, Moderatorin und VJ ihre TV-Karriere begann. Nach einem Zwischenstopp als Content Creator und Reporterin bei Antenne Thüringen landete sie vor einigen Jahren als Cutterin bei der 99pro media GmbH. Vor einiger Zeit hat sie allerdings ihre Sachen gepackt und ist in die Dominikanische Republik gezogen, um dort als Taucherin die Rettung der Korallenriffe zu unterstützen. Von dort aus schreibt sie nun als freie Autorin für BASIC Thinking.

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