Social Media Wirtschaft

Droht Twitter der Rausschmiss aus dem App Store?

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unsplash.com/ Brett Jordan
geschrieben von Maria Gramsch

Es vergeht derzeit kaum ein Tag ohne Neuigkeiten aus dem Hause Twitter. Elon Musk hat sich nun mit dem einst größtem Werbekunden des Unternehmens angelegt: Apple. Laut Musk habe der iPhone-Konzern sogar damit gedroht, Twitter aus dem App Store zu verbannen. 

Elon Musk hat Twitter nach seiner Übernahme alles andere als in sichere Fahrwasser gebracht. Nach Verifizierungschaos, Kündigungswelle und Generalamnestie hat der Chef nun einen neuen Feind auserkoren.

Denn am Montag hat Musk sich Apple vorgenommen. Der iPhone-Konzern war bis vor Kurzem einer der wichtigsten Werbekunden des Kurznachrichtendienstes. Doch wie viele andere Unternehmen hat auch Apple im Zuge des Twitter-Chaos seine Werbeausgaben größtenteils gestoppt.

Was hat Elon Musk auf einmal gegen Apple?

Am Montag schrieb Musk in einem Tweet, Apple habe die Werbung auf der Plattform „weitgehend eingestellt“. Dieser Nachricht schob er eine Frage nach: „Hassen sie die Meinungsfreiheit in Amerika?“

Doch damit nicht genug. Knapp eine Stunde später ließ Musk verlauten, Apple habe „auch damit gedroht, Twitter aus seinem App Store zu verbannen“. Eine Begründung seitens des iPhone-Konzerns habe es aber nicht gegeben.

So wertvoll ist Apple als Werbekunde

Elon Musks Ärger über die ausbleibenden Werbegelder von Apple ist durchaus nachvollziehbar, wenn man sich die Zahlen anschaut. Denn der iPhone-Konzern hat durchaus nicht nur Peanuts bei Twitter ausgegeben.

Apple war im ersten Quartal sogar der größte Werbetreibende des sozialen Netzwerks. Das geht aus einem Dokument hervor, aus dem die Washington Post zitiert.

Demnach habe Apple allein im ersten Quartal 48 Millionen US-Dollar für Werbung bei dem Kurznachrichtendienst ausgegeben. Dies seien mehr als vier Prozent der Einnahmen von Twitter in diesem Quartal gewesen.

Könnte Apple Twitter wirklich aus dem App Store schmeißen?

Apple könnte die App durchaus aus dem App Store verbannen. Denn sobald sich die Plattform nicht an die Sicherheitsrichtlinien hält oder dort problematische Inhalte veröffentlicht werden, kann Apple einschreiten.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Apple eine beliebte App aus seinem App Store verbannt, weil die Betreiber sich nicht an die Regeln halten.

Das Chaos bei Twitter in China am Wochenende hat gezeigt, wie schnell der Kurznachrichtendienst im Spam versinken kann. Stark reduzierte beziehungsweise teilweise gar nicht mehr vorhandene Moderationsteams tun ihr übriges.

Sollte Apple diesen Schritt tatsächlich unternehmen, könnten Nutzer:innen die App nicht mehr auf ihre iPhones laden. Für bereits bestehende Nutzer:innen wäre der Zugriff auf Updates nicht mehr möglich.

Elon Musk reagiert auf die Gefahr mit Kritik an Apples Marktmacht. Er teilte einen Link zu einem Parodie-Video, das der Spielehersteller Epic nach seinem App-Store-Rausschmiss erstellt hatte.

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig. Neben dem Studium hat sie als CvD, Moderatorin und VJ beim Regionalsender Leipzig Fernsehen und als Content-Uschi bei der Bastei-Lübbe-App oolipo gearbeitet. Im letzten Studienjahr war sie Mitgründerin, CvD und Autorin der Leipzig-Seite der taz.

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