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Twitter in China: Sex-Bots und Spam-Tweets sollen Proteste überschatten

Maria Gramsch
Adobe Stock/ TheVisualsYouNeed

Twitter in China hatte am Sonntag mit einer Spam-Welle zu kämpfen. Während es in einigen Städten Proteste gegen die anhaltenden Corona-Beschränkungen gab, fluteten Bots den Kurznachrichtendienst mit Porno-Inhalten. Es wird angenommen, dass so die Informationen zu den Protesten unterdrückt werden sollten.

Nach der Entlassungswelle bei Twitter hat auch die Moderation von Spam-Inhalten stark gelitten. Das bekamen am Sonntag auch Nutzer:innen von Twitter in China zu spüren.

Was war am Sonntag bei Twitter in China los?

In China kommt es immer wieder zu Protesten gegen die anhaltenden Corona-Beschränkungen. Oft ist die Plattform Twitter der einzige Weg, um an stichhaltige Informationen zu diesen Protesten zu gelangen.

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Auch am Sonntag kam es in mehreren chinesischen Städten wieder zu Protesten. Doch vielen Nutzer:innen fiel es dieses Mal schwer, sich über den Kurznachrichtendienst zu informieren.

Denn wie der Datenjournalist Mengyu Dong in einem Tweet schreibt, haben chinesische Bots „Twitter mit Escort-Anzeigen“ überschwemmt. Er nimmt an, dass so „chinesischen Nutzern der Zugang zu Informationen über die Massenproteste“ erschwert werden sollte.

https://twitter.com/dong_mengyu/status/1596749168462401536?s=46&t=qshaVTXx1x14R7lkThPkkA

Welche Accounts stecken hinter dem Spam?

Die Tweets enthielten nämlich nicht nur Spam-Inhalte, sondern auch jeweils die Namen der Städte, in denen es zu Massenprotesten gekommen war. Suchten Nutzer:innen also bei Twitter nach diesen Städten, stießen sie vornehmlich auf massenweise Spam-Tweets mit Escort-Anzeigen oder Porno-Inhalten.

Die Accounts dahinter waren laut Dong teilweise schon seit Monaten oder sogar Jahren bei Twitter angemeldet, aber lange Zeit inaktiv. Am Sonntag haben sie dann das Netzwerk regelrecht geflutet.

Fehlen bei Twitter die Content-Moderatoren?

Laut einem kürzlich ausgeschiedenen Twitter-Mitarbeiter ist das nicht zum ersten Mal vorgekommen, berichtet die Washington Post. Es sei bereits vorgekommen, dass „mutmaßlich regierungsnahe Konten“ diese Technik angewandt haben.

In der Vergangenheit wurde sie jedoch eingesetzt, um einen einzelnen Account oder eine kleine Gruppe zu diskreditieren, indem sie in den Begleitanzeigen namentlich genannt wurden.

Laut dem Ex-Mitarbeiter sei das bei Twitter ein bekanntes Problem. Jedoch hätten „alle China-Einflussoperationen und Analysten bei Twitter“ gekündigt. Der Vorfall am Sonntag sei deshalb „ein weiteres Beispiel dafür, dass es jetzt noch größere Löcher zu füllen gibt“.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.