Affe, Experimente, Neuralink

Tierquälerei: Elon Musks Neuralink steht im Visier der US-Behörden

Maria Gramsch
unspleash.com/ Jamie Haughton

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Elon Musk drängt bei seinem Gehirnchip-Unternehmen Neuralink auf Schnelligkeit. Doch darunter leiden womöglich vor allem die Tiere durch unnötige Versuche.

Erst am Mittwoch hat Elon Musk verkündet, den Gehirnchip von Neuralink schon in sechs Monaten am Menschen testen zu wollen. Kurz nach der Ankündigung der klinischen Testreihe wird nun bekannt, dass das Unternehmen im Fokus der US-Bundesbehörden steht. Grund sind mögliche Verstöße gegen den Tierschutz, wie Reuters berichtet.

Hat Neuralink gegen den Tierschutz verstoßen?

Die Untersuchung läuft bereits schon mehrere Monate. Sie wurde vom Generalinspektor des US-Landwirtschaftsministeriums auf Antrag eines Bundesstaatsanwalts eingeleitet, wie Reuters aus zwei Quellen erfahren hat.

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Bei der Untersuchung stehen demnach Verstöße gegen den Animal Welfare Act im Fokus. Hierin ist festgelegt, wie Forscher:innen Tiere in Tests behandeln dürfen.

Auch die Belegschaft ist unzufrieden

Wie Reuters weiter berichtet stemmt sich auch die Neuralink-Belegschaft inzwischen gegen die Vorgehensweise in der Forschung. Laut internen Dokumenten führe das Unternehmen die „Tierversuche übereilt durch“. Dadurch käme es zu „unnötigem Leiden und Tod“.

Dafür verantwortlich sei vor allem auch der Druck von oben – also von CEO Elon Musk. Er wolle die Entwicklung beschleunigen, was zu „verpfuschten Experimenten“ führe.

Intern hätten die Mitarbeiter:innen bereits versucht, sich für einen „traditionellen Testansatz“ einzusetzen. Stattdessen führe das Unternehmen die Tests so schnell nacheinander durch, dass es vorherige Probleme oder Fehler nicht beheben und keine Schlussfolgerungen aus den Tests ziehen kann.

Das Ergebnis: Es werden insgesamt mehr Tiere getestet und getötet, zum Teil weil dieser Ansatz zu wiederholten Tests führt.

Hunderte Tiere sind in den Experimenten ums Leben gekommen

Reuters hat für seinen Bericht Zugriff auf bisher unveröffentlichte, interne Dokumente erhalten. Darunter befinden sich Nachrichten, Tonaufnahmen, E-Mails, Präsentationen und Berichte.

Daraus geht unter anderem hervor, dass während der Tests des Unternehmens seit 2018 rund 1.500 Tiere ums Leben gekommen sind. Bei der Zahl soll es sich um eine grobe Schätzung handeln, da das Unternehmen keine genauen Aufzeichnungen über die Zahl der getesteten und getöteten Tiere hat.

Laut Reuters deute die Gesamtzahl „nicht unbedingt darauf hin“, dass das Unternehmen gegen Vorschriften verstoßen hat. Jedoch seien derzeitige und ehemalige Mitarbeiter:innen davon überzeugt, dass unnötig viele Tiere getötet würden. Dies sei nur der Fall, weil Musk die Beschleunigung der Forschung fordere.

Auch habe das Unternehmen Experimente durchgeführt, die durch menschliche Fehler beeinträchtigt wurden und deshalb wiederholt werden mussten. Auch dadurch sei die Zahl der getöteten Tiere stark angestiegen. Die Gründe sehen derzeitigen und ehemaligen Mitarbeiter:innen in der „mangelnden Vorbereitung des Versuchspersonals“, das stark unter Druck stehe.

Ein Mitarbeiter forderte Anfang des Jahres in einem Brief, die Art der Tierversuche zu ändern. Denn „der überstürzte Zeitplan“ sowie die „unzureichend vorbereiteten und überlasteten Mitarbeiter“ würde dazu führen, dass die Mitarbeiter:innen um die „Einhaltung von Fristen ringen“. Das würde „die Risiken für die Tiere“ erhöhen.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.