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Gehirnchip: Elon Musks Neuralink will bald Tests an Menschen durchführen

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Neuralink
geschrieben von Maria Gramsch

Neuralink will seinen Gehirnchip bereits in sechs Monaten in klinischen Tests am Menschen testen. Doch dafür fehlt bislang noch immer eine Zulassung von der zuständigen US-Behörde.

Elon Musk muss derzeit einige Großbaustellen betreuen. Allem voran bei seinem neu erworbenen Unternehmen Twitter. Doch eine weitere Großbaustelle des Multimilliardärs ist das Gehirnchip-Unternehmen Neuralink.

Denn bereits beim Launch Event des Unternehmens im Juli 2019 kündigte Musk an, den Gehirnchip an Menschen testen zu wollen. Diese Tests sollten schon 2020 stattfinden, wurden bislang aber immer wieder verschoben.

Nun hat Musk bei einer Präsentation im Neuralink-Hauptquartier erneut angekündigt, seine Technologie am Menschen testen zu wollen. Die Tests sollen in sechs Monaten starten.

Was plant Elon Musk mit Neuralink?

Am Mittwoch verkündete der Tesla-Chef, er wolle Neuralink schon in sechs Monaten am Menschen testen. Denn dann sollen die ersten klinischen Versuche am Menschen starten.

„Wir wollen extrem vorsichtig sein und sicher sein, dass es gut funktioniert, bevor wir ein Gerät in einen Menschen einsetzen“, sagte Musk bei seiner Präsentation.

Bereits Anfang des Jahres war angenommen worden, dass Musk den Neuralink-Chip in ein menschliches Gehirn einsetzen will. Denn damals war eine Stellenanzeige des Medizin-Start-ups Neuralink aufgetaucht, in der ein:e Leiter:in für die klinischen Studien gesucht wurde. Aus der Ausschreibung ging ebenfalls hervor, dass der oder die Bewerber:in Erfahrung mit implantierbaren Medizinprodukten haben soll.

Doch für den Test an Menschen fehlt bislang noch die Erlaubnis der US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel FDA. Interne Fristen für diese Zulassung habe das Unternehmen jedoch wiederholt versäumt, zitiert Reuters aktuelle und ehemalige Mitarbeiter.

Neuralink hat bereits Tierversuche durchgeführt

In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen bereits Tierversuche durchgeführt. Doch diese Tests haben dem Unternehmen nicht nur gute Publicity eingefahren.

So reichte beispielsweise die Tierschutzorganisation Physicians Commitee for Responsible Medicine (PCRM) im Februar eine Beschwerde beim US-amerikanischen Landswirtschaftsministerium wegen Tierquälerei ein.

In der Beschwerde hieß es, dass Neuralink invasive und tödliche Experimente an 23 Makaken-Affen vorgenommen habe. Von diesen sollen nur sieben die Experimente überlebt haben.

Was sind die Ziele des Medizin-Unternehkmens?

Neuralink hat ambitionierte Ziele mit seinem Gehirnchip. Denn dieser soll irgendwann einmal zum Beispiel blinden Menschen das Sehen wieder ermöglichen. Der Neuralink-Chip soll es Menschen mit Lähmungen auch möglich machen, ihre Muskeln wieder zu bewegen.

Wir glauben, dass wir das Sehvermögen auch dann wiederherstellen können, wenn jemand noch nie gesehen hat, z. B. weil er blind geboren wurde.

„Der Fortschritt wird anfangs vielleicht quälend langsam erscheinen, vor allem wenn es um Menschen geht, aber wir tun alles, um das Gerät parallel zu entwickeln“, erklärte Musk am Mittwoch. „Theoretisch sollte der Fortschritt also exponentiell sein.“

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig. Neben dem Studium hat sie als CvD, Moderatorin und VJ beim Regionalsender Leipzig Fernsehen und als Content-Uschi bei der Bastei-Lübbe-App oolipo gearbeitet. Im letzten Studienjahr war sie Mitgründerin, CvD und Autorin der Leipzig-Seite der taz.

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