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Ein „Trojanisches Pferd“ Chinas: US-Bundesstaat Indiana verklagt TikTok

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Unsplash.com / Solen Feyissa
geschrieben von Maria Gramsch

TikTok hat in den USA mal wieder mit Gegenwind zu kämpfen. Während einige Bundesstaaten die App auf Regierungsgeräten verbieten, hat Indiana Klage eingereicht.

Für TikTok läuft es in den USA wohl gerade alles andere als rosig. Denn auf der einen Seite sind in dieser Woche die Verhandlungen zwischen der Plattform und der Biden-Regierung zur nationalen Sicherheit ins Stocken geraten, wie das Wall Street Journal Anfang der Woche berichtete.

Auf der anderen Seite hat sich die beliebte Kurzvideo-App Ärger im US-Bundesstaat Indiana eingehandelt. Denn wie die New York Times zuerst berichtet, hat der Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaats am Mittwoch zwei Klagen gegen TikTok eingereicht.


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Indiana verklagt TikTok

Der Generalstaatsanwalt von Indiana bringt gleich zwei Vorwürfe gegen die App an. Zum einen soll die App ihre Nutzer:innen über die Verbindungen zur chinesischen Regierung in die Irre führen. Zum anderen zeige die App minderjährigen Nutzer:innen unpassende Inhalte.

Generalstaatsanwalt fordert mehr Kinder- und Jugendschutz

Die erste Klage des Generalstaatsanwalts von Indiana bezieht sich auf den Kinder- und Jugendschutz in der App. Demnach sei TikTok ein chinesisches Trojanisches Pferd, „das auf ahnungslose amerikanische Verbraucher losgelassen wurde“.

Die App werde von mehreren Millionen Minderjährigen genutzt, die dank des Algorithmus auf der Plattform „ununterbrochen mit ungeeigneten Inhalten konfrontiert“ werden.

Der TikTok-Algorithmus bietet eine Fülle von Inhalten an, die Alkohol, Tabak und Drogen, sexuelle Inhalte, Nacktheit und anzügliche Themen sowie intensive Obszönität darstellen.

Die Inhalte würden auf der App unabhängig vom Alter der Nutzer:innen ausgespielt. Deshalb seien sie auch für Kinder ab einem Alter von 13 Jahren zugänglich.

Generalstaatsanwalt bemängelt Verbindungen zur chinesischen Regierung

In seiner zweiten Klage prangert Generalstaatsanwalt Todd Rokita an, dass sich die App in chinesischem Besitz befindet.

Denn TikTok und der dazugehörige Algorithmus würden als Teil des Unternehmens ByteDance chinesischem Recht unterliegen. Dazu zählten auch Gesetze, die „eine geheime Zusammenarbeit mit dem chinesischen Geheimdienst vorschreiben“.

Mit diesen beiden Klagen hoffen wir, TikTok dazu zu zwingen, seine falschen, trügerischen und irreführenden Praktiken einzustellen, die gegen das Gesetz von Indiana verstoßen.

Zu den laufenden Verfahren wollte sich Unternehmenssprecherin Brooke Oberwetter laut The Verge nicht äußern. Jedoch seien „die Sicherheit, die Privatsphäre und die Sicherheit unserer Community unsere oberste Priorität“ der Plattform.

Erste US-Staaten verbieten die App auf Regierungsgeräten

Unterdessen musste die beliebte App in dieser Woche weitere schlechte Nachrichten verkraften. Denn in den US-Bundesstaaten Maryland, North Dakota, South Dakota und Texas darf TikTok noch mehr auf Regierungsgeräten benutzt werden.

Die in den Bundesstaaten regierenden republikanischen Gouverneure haben die Nutzung der App auf Regierungsgeräten verboten. Damit reihen sich diese Staaten neben der US-Armee, der Marine und den Ministerien für Innere Sicherheit und Außenpolitik ein.

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig. Neben dem Studium hat sie als CvD, Moderatorin und VJ beim Regionalsender Leipzig Fernsehen und als Content-Uschi bei der Bastei-Lübbe-App oolipo gearbeitet. Im letzten Studienjahr war sie Mitgründerin, CvD und Autorin der Leipzig-Seite der taz.

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