Wirtschaft

Scalable Capital lockt mit 2,3 Prozent Zinsen aufs Tagesgeld – mit einem Haken

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Scalable Capital
geschrieben von Fabian Peters

Der Neobroker Scalable Capital lockt aktuell mit dem „höchsten Tagesgeldzins in Deutschland“. Das Unternehmen verspricht dabei satte 2,3 Prozent Zinsen auf das Tagesgeld und übertrifft damit die Konkurrenz. Doch es gibt einen Haken, denn: Nicht alle Kunden profitieren von der Aktion. Die Hintergründe. 

2,3 Prozent Zinsen aufs Tagesgeld bei Scalable Capital

Trad Republic hat kürzlich mit hohen Zinsen für Aufsehen gesorgt. Denn der Berliner Neobroker verspricht all seinen Kunden zwei Prozent effektiven Jahreszins auf ihre Guthaben. Nun zieht der Münchner Konkurrent Scalable Capital nach und stellt seinen Rivalen sogar in den Schatten – zumindest teilweise.

Laut einer offiziellen Ankündigung verspricht der Neobroker nämlich sogar 2,3 Prozent Zinsen auf die Guthaben seiner Kunden. Das Angebot soll demnach ab dem 1. Februar 2023 und „bis auf Weiteres“ sowohl für Neukunden als auch Bestandskunden gelten. Im Vergleich zur Konkurrenz gibt es aber einen entscheidenden Haken.


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Zinsen aufs Tagegeld: Die Unterschiede zwischen Scalable Capital und Trade Republic

Zwar verzinst Scalable Capital künftig Guthaben in Höhe von bis zu 100.000 Euro, während es bei Trade Republic nur 50.000 Euro sind. Allerdings zahlt der Berliner Neobroker seinen Kunden die Tagesgeldzinsen monatlich aus. Scalable Capital spricht derweil von einer Auszahlung, die quartalsweise stattfinden soll.

Der große Unterschied ist aber ein anderer: Denn die 2,3 Prozent Zinsen bei Scalable Capital sind lediglich Kunden vorbehalten, die ein kostenpflichtiges „Prime Plus“-Abonnement abgeschlossen haben. Die Mitgliedschaft ermöglicht dabei einen gebührenfreien Handel mit Aktien und Sparplänen, schlägt dafür aber mit Kosten in Höhe von 4,99 Euro pro Monat zu Buche.

Zinzschlacht: Dennoch eine Kampfansage an die Konkurrenz?

Die Aktion kann dennoch durchaus als Kampfansage an die Konkurrenz verstanden werden. Zum Hintergrund: Zuletzt haben bereits mehrere Banken ihre Zinssätze erhöht. Denn die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins infolge der hohen Inflation zuvor schrittweise angehoben.

Zwar dürften beide Neobroker mit ihren Aktionen darauf zielen, Neukunden zu gewinnen. Allerdings profitieren bei Trade Republic alle Kunden gleichermaßen, während Scalable Capital vor allem auf den Abschluss neuer kostenpflichtiger Abos hofft. Und daraus macht das Unternehmen auch keinen Hehl:

Scalable Capital vs. Trade Republic: Sorgt die Zinsoffensive für mehr Transaktionen?

„Wir machen die PRIME+ Mitgliedschaft so attraktiv, dass es quasi unverantwortlich ist, nicht Mitglied zu werden“, so
Erik Podzuweit, Gründer und Co-CEO von Scalable Capital. Die Zinsoffensive der beiden Fintechs könnte derweil für mehr Transaktionen sorgen.

Denn: Wenn aufgrund der Zinssätze erst einmal Guthaben bei den Brokern liegen, steigt die Wahrscheinlichkeit von Impulskäufen. Das könnte außerdem für steigenden Kurse sorgen, sodass einige Kunden mit ihren Anlagen womöglich sogar die Zinssätze übertrumpfen.

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Über den Autor

Fabian Peters

Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).