Technologie Testbericht

Fahrrad-Navigation von Apple im Test: Was kann der Routenplaner?

Fahrrad-Navigation Apple test, Apple, Test, Fahrrad, Maps
Apple
geschrieben von Felix Baumann

Mit der Fahrrad-Navigation für seine Karten-App schaltete Apple kürzlich eine lang ersehnte Funktion in Deutschland frei. Im Test konnte das System bislang aber leider noch nicht überzeugen.

Mitte Februar 2023 war es endlich so weit: Apple hat die Fahrrad-Navigation für seinen Kartendienst freigeschaltet. Für mich war das Update eine willkommene Abwechslung. Schließlich nutze ich in den warmen Monaten gerne mein Fahrrad, um quer durch München an mein Ziel zu kommen. Dementsprechend hatte ich große Erwartungen an das System.

Schließlich spricht Apple auf seiner Website davon, dass die Karten-App Routen auf Radwegen, Radspuren und fahrradfreundlichen Straßen bietet. Daher nutzte ich kürzlich das schöne Wetter und die Temperaturen jenseits der zehn Grad Celsius, um mich in die Stadt leiten zu lassen. Doch ich wurde enttäuscht.


Neue Stellenangebote

Growth Marketing Manager:in – Social Media
GOhiring GmbH in Home Office
Content Management (Web/Social Media)
Hochschule Trier University of Applied Sciences in Trier
Social-Media-Manager (m/w/d) ab sofort in Vollzeit
Freier Verband Deutscher Zahnärzte e.V. in Berlin, Bonn

Alle Stellenanzeigen


Fahrrad-Navigation von Apple im Test: Verbesserungswürdig

Die Test-Route startete in meinem Heimatort Garching, unweit der nördlichen Stadtgrenze Münchens. Über gut ausgebaute Fahrradwege geht es normalerweise direkt ins Zentrum und dort um die Fußgängerzone zu meinem Ziel. Dabei verglich ich auch die Empfehlungen des direkten Konkurrenten von Google.

Als ich das Ziel in beide Apps eingäbe, empfahlen mir sowohl Google als auch Apple ein fast identische Route. Doch nachdem ich mein Smartphone in der Halterung am Fahrrad platzierte und die Navigation über Siri gestartet habe, kam es zu einer falschen Empfehlung nach der anderen.

Denn zwar ähnelte die Route der von Google Maps fast vollständig, doch Apple weiß anscheinend noch nicht viel über die Infrastruktur hierzulande. Bereits im ersten Abschnitt, einem gut ausgebauten Fahrradweg parallel zur Bundesstraße, empfahl Siri mir etwa alle 100 Meter das Absteigen. Apple markierte einige Abschnitte wohl immer wieder als exklusiven Fußweg.

Siri schickt mich immer wieder weg von Radwegen

Die komplette Route enthält ausschließlich Straßen mit nutzungspflichtigen Fahrradwegen. Neben der Empfehlung im ersten Abschnitt immer wieder abzusteigen, zeigte sich die Kartenbasis auch weiter nicht zuverlässig. Denn obwohl ein Fahrradweg vorlag, empfahl mir Siri immer wieder den Wechsel auf die stark befahrene, zweispurige Hauptstraße.

Das ist nicht nur gefährlich, sondern auch laut StVO nicht zugelässig. Auch im letzten Abschnitt konnte Apple nicht punkten. So lotste mich das System genau in die Fußgängerzone. Theoretisch müsste man dort tatsächlich absteigen, aber Siri zufolge sollte ich einfach weiterfahren.

Google Maps empfiehlt hier beispielsweise Umfahrung der Zone. Das geht nicht nur schneller, sondern ist auch deutlich angenehmer im tagtäglichen Shopping-Rummel.

Fazit: Apple Fahrrad-Navigation im Test mit starken Schwächen

Ich hoffe, dass Apple hier noch deutlich nachbessert. Schließlich könnte das System für nicht ortskundige Menschen schnell zu einem Problem werden. Neben der illegalen Nutzung von Straßen empfiehlt Apple immer wieder unnütze oder gefährliche Aktionen, das muss im Jahr 2023 nicht sein.

Dennoch gefällt mir der Ansatz deutlich besser als der von Google. Denn Siri sagt an, ob wir auf einem geteilten Weg unterwegs sind oder aber die Straße nutzen müssen. Außerdem zeigt die Karten-App direkt an, ob wir in bestimmten Bereichen absteigen sollen und wie viel Zeit das nimmt. Die Fahrrad-Navigation von Apple hat also viel Potenzial, aber auch Verbesserungsbedarf.

Auch interessant:

Über den Autor

Felix Baumann

Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.