leerer Geldbeutel, kein Geld, Armutsgrenze Deutschland 2023, wie hoch ist die Armutsgrenze in Deutschland?

Armutsgrenze in Deutschland: Ab wann gilt man als arm?

Christian Erxleben
Unsplash.com / Emil Kalibradov

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Steigende Energiekosten und steigende Lebensmittelpreise: Hierzulande spitzt sich die Situation für immer mehr Menschen zu. Doch wo liegt 2023 die Armutsgrenze in Deutschland? Oder anders gefragt: Ab wann gilt man in Deutschland offiziell als arm? 

Es ist scheinbar eine kuriose Situation: Mit der Corona-Pandemie hatten wir vor allem in den Jahren 2020 bis 2022 eine der größten globalen Einschläge der vergangenen Jahrzehnte. Weltweit waren Wirtschaftsketten gestört und insbesondere Gesundheitssysteme am Rand des Zusammenbruchs.

Und obwohl das Coronavirus uns nicht verlassen wird, war die Hoffnung der Menschen, dass sich zumindest die wirtschaftliche Lage wieder erholt. Doch durch den Krieg in der Ukraine scheint diese Hoffnung obsolet geworden.

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Finanzielle Sorgen: Ab wann gelte ich in Deutschland als arm?

Der wöchentliche Einkauf wird von Monat zu Monat teurer. Die Energiepreise steigen in ungeahnte Höhen und allen Zinssteigerungen zum Trotz steigt die Inflation trotzdem scheinbar unaufhaltsam weiter.

In diesem Kontext stellen sich immer mehr Menschen die Frage: Bin ich arm? Ab wann gelte ich in Deutschland als Arm? Und: Wo liegt die Armutsgrenze in Deutschland im Jahr 2023? Oder anders ausgedrückt: Das Thema Armut rückt verstärkt in den Fokus.

Armut: Ein Begriff, viele Definitionen

Dabei ist es überhaupt nicht so leicht, Armut zu definieren – also in konkrete Zahlen oder Werte zu fassen.

Absolute Armut

Da gibt es zunächst einmal den Wert der sogenannten absoluten Armut. Dieser stammt von der Weltbank und umfasst international akzeptierte Kriterien. Nach dieser Definition gelten alle Menschen als extrem arm, die am Tag weniger als 2,15 US-Dollar zur Verfügung haben.

Davon sind laut den aktuellen Schätzungen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung weltweit rund 750 Millionen Menschen betroffen.

Armutsgefährdete Menschen in Deutschland

Neben der absoluten Armut wird insbesondere in Deutschland für die Bemessung der Armutsgrenze häufig die relative Armut herangezogen.

Laut der Bundeszentrale für politische Bildung „gilt als armutsgefährdet, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt.“ Im Jahr 2012 lag der Wert bei 15 Prozent. Im Jahr 2021 ist dieser Wert schon auf 16,6 Prozent gestiegen, wie die Zahlen von Statista verdeutlichen.

Wo liegt die Armutsgrenze in Deutschland?

Nach der politischen und gesellschaftlichen Einordnung des Themas wollen wir zum Schluss noch konkret die Frage beantworten, wo die Armutsgrenze in Deutschland liegt. Dazu führt das Statistische Bundesamt regelmäßige Erhebungen durch.

Die aktuellsten Zahlen stammen aus dem Jahr 2021. Demnach gelten Alleinlebende ab einem Jahreseinkommen von 15.009 Euro (1.250 Euro im Monat) als akut armutsgefährdet.

Zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren gelten in Deutschland als arm beziehungsweise armutsgefährdet, wenn das Haushaltseinkommen unter 31.520 Euro im Jahr (2.626 Euro im Monat) liegt.

Alte und Frauen sind besonders häufig von Armut gefährdet

Tendenziell sind Frauen (16,5 Prozent) prozentual häufiger von Armut in Deutschland betroffen als Männer (15,1 Prozent).

Vergleichen wir dazu noch das Alter ist die Armut am häufigsten bei Menschen über 65-Jährigen verbreitet. So leben 19,4 Prozent direkt an der Armutsgefährdungsgrenze. Danach folgen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit 16,2 Prozent gefolgt von den 18- bis 64-Jährigen mit 14,5 Prozent.

Die aktuellsten Zahlen zur Armutsgrenze in Deutschland im Jahr 2023 verdeutlichen sehr gut, dass in manchen Altersklassen jeder fünfte Mensch hierzulande in Armut lebt oder akut von Armut gefährdet ist.

Wer also behauptet, dass Armut in Deutschland keine Relevanz hat, verleugnet die Realität.

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Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.