Wirtschaft

Schufa will künftig per App über negative Einträge informieren

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Schufa
geschrieben von Beatrice Bode

Die Schufa will ein Warnsystem für ihre Bonify-App einführen, das über negative Einträge informieren soll. Zuvor müssen sich User jedoch mit ihren persönlichen Daten registrieren. Die Hintergründe. 

Die Schufa sammelt bekanntermaßen Informationen über die Kreditwürdigkeit deutscher Verbraucher:innen oder Unternehmen und stellt sie ihren Kund:innen zur Verfügung. Einmal im Jahr gibt die Auskunftei eine kostenlose Selbstauskunft heraus. Ansonsten müssen Interessierte für ihre Schufa-Auskunft zahlen – was die meisten nicht machen, weil sie keinen Bedarf dafür haben.

Aus diesem Grund haben es vor allem Identitätbetrüger:innen leicht, für unbestimmte Zeit unentdeckt zu operieren. Das will die Schufa nun ändern. Denn das Unternehmen will ein Warnsystem für ihre Bonify-App einführen, das über negative Einträge informieren soll.


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Schufa will via Bonify-App über negative Einträge informieren

Wie Schufa-Chefin Tanja Birkholz in einem Interview mit der Zeit berichtete, wurde sie selbst bereits mehrfach Opfer von Identitätsbetrug. So hätten Kriminelle in ihrem Namen auf einer Vergleichsplattform einen Kredit angefragt. Sie habe letztlich davon erfahren, weil sie die Schufa-App Bonify nutze.

In der Anwendung können Interessierte einen Einblick in ihre Bonität erhalten. Normalerweise ist dieser Dienst kostenpflichtig. Derzeit können Verbraucher:innen, die sich neu registrieren ihre Schufa-Daten jedoch noch bis Ende 2023 jederzeit kostenlos abrufen.

Kontodaten sollen künftig bei Bonitätsberechnung helfen

Außerdem will die Schufa App-User bald von sich aus benachrichtigen, wenn sie einen Negativ-Eintrag bekommen. Allerdings müssen sie sich dafür auch in der App registrieren.

Ab 2024 plant die Auskunftei zudem Kontodaten per Bonify-App auszuwerten, um Verbraucher:innen die Möglichkeit zu geben, ihre Kreditwürdigkeit zu verbessern. Um das zu erreichen, müssen User in der Anwendung zustimmen, dass die Schufa auf ihre Bankdaten zugreifen darf, um sie auszulesen und zu analysieren.

Laut Birkholz soll es dabei vor allem um das Einkommen gehen. „Ob jemand Geld an Greenpeace spendet oder sich für eine Partei engagiert, ist für die Bonitätsbewertung irrelevant.“

Verein Finanzwende kritisiert Schufa

Der Verein Finanzwende reagierte auf den Plan der Schufa mit Kritik. Deshalb soll eine Petition mit dem Titel „Schufa: Finger weg von meinem Konto“ dafür sorgen, dass die Auskunftei nicht auf Kontoinformationen Dritter zugreifen darf – aktuell und auch in Zukunft.

Außerdem verlangt die Bewegung, dass die Schufa ihr Scoring-Verfahren für geeignete Aufsichtsbehörden, Gerichte und Expertengremien endlich vollständig transparent macht. Die Öffentlichkeit soll zudem zumindest nachvollziehen können, welche Merkmale in die Scoring-Berechnung einfließen.

Im Zeit-Interview geht Birkholz unter anderem auf die Forderung ein, dass die Bonitäts-Formel offengelegt wird: „Wenn alle Auskunfteien ihre Algorithmen offenlegen, können wir darüber reden.“

Der Schufa-Score wird bei vielen Vertragsabschlüssen verlangt, beispielsweise wenn Menschen eine Wohnung mieten, einen Handyvertrag abschließen  oder ein Konto eröffnen wollen. Wer einen niedrigen Score hat, kann abgewiesen werden.

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Über den Autor

Beatrice Bode

Beatrice ist Multi-Media-Profi. Ihr Studium der Kommunikations - und Medienwissenschaften führte sie über Umwege zum Regionalsender Leipzig Fernsehen, wo sie als CvD, Moderatorin und VJ ihre TV-Karriere begann. Mittlerweile hat sie allerdings ihre Sachen gepackt und reist von Land zu Land. Von unterwegs schreibt sie als Autorin für BASIC thinking.