Deutschlandstart, Dyn, Sport-Streaminganbieter, Serverprobleme

So misslungen war der Deutschlandstart von Dyn

André Gabriel
Screenshot / YouTube

Der Deutschlandstart von Dyn ist erfolgt – allerdings mit Problemen. Warum der neue Sport-Streamingdienst einen Fehlstart hingelegt hat, was du unbedingt beachten musst und wo die Reise hingehen soll. Eine kommentierende Einordnung.

Dyn ist eine Plattform, auf der du insbesondere Live-Handball, aber auch Basketball, Volleyball und Tischtennis schauen kannst. Hockey ist ebenfalls im Programm – die Partien laufen in der Saison 2023/2024 kostenfrei auf dem YouTube-Kanal von Dyn.

Schon im März berichteten wir von Dyn und den Plänen des ehemaligen DFL-Chefs Christian Seifert. Ob der Anbieter eine echte Chance auf eine sportliche Dynastie hat, bleibt zunächst offen. Der Deutschlandstart von Dyn verlief jedenfalls holprig.

Dyn schwächelt beim Deutschlandstart

Am 23. August 2023 ging Dyn online. So weit, so gut, denn damit hat der digitale Sportdienst seinen Releaseplan eingehalten. Allerdings gab es erhebliche technische Probleme: Viele Abonnent:innen konnten den Handballauftakt nicht streamen und bei einigen funktionierte sogar der Login nicht.

Die Probleme zogen sich über mehrere Tage. Los ging es am Mittwoch mit dem von Handballfans lang erwarteten Supercupmatch „THW Kiel gegen Rhein-Neckar Löwen“. Doch wer zu spät kam, den bestrafte Dyn mit kapazitiven Engpässen – enger als die Lücken einer professionellen Handballverteidigung.

Statt Spitzensport sahen viele die unliebsame Fehlermeldung „502 Bad Gateway“. Mit anderen Worten: Die Server waren überlastet. Anderen teilte Dyn zum Deutschlandstart mit, dass keine Verbindung zum Internet bestehe. Ansonsten gab es Bild- und Tonaussetzer.

Vergangenen Donnerstag startete die neue Saison der Handballbundesliga. Doch wie schon beim Deutschlandstart konnte Dyn auch hier keinen einwandfreien Stream bieten – die Rede ist vor allem von Tonproblemen.

Dyn-Überlastung ist kein Einzelfall

Ein Anbieter kann aus solchen Ausfällen zumindest den positiven Fakt ziehen, dass viele Interessierte auf die Inhalte zugreifen möchten. Von einer gelungenen Eigenwerbung ist so ein Auftritt aber meilenweit entfernt. Dabei hätte Dyn auch aus den Fehlern anderer Streaminganbieter lernen können, denn Probleme dieser Art sind nicht selten.

Von Telekom über Sky und Amazon Prime Video bis hin zu DAZN hat es bei etlichen (schon damals oder inzwischen) renommierten Diensten technische Probleme gegeben – und das ist nur der sportliche Sektor.

Man würde meinen, dass sich ambitionierte Unternehmen genau auf diesen Worst Case einstellen, um zahlende Kund:innen nicht schon mit dem Anpfiff zu vergrämen. Doch auch Dyn hat einen guten Deutschlandstart klar verfehlt.

Wie kann ich Dyn empfangen?

Mit Ruhm bekleckern sieht definitiv anders aus. Was Dyn zum Deutschlandstart hingelegt hat, ähnelt eher einem Siebenmeter in die oberen Zuschauerränge. Denn selbst, wenn die Internetverbindung und Server mitgespielt haben, gingen manche Abonnent:innen leer aus.

Auf Smart-TVs, die älter als drei Jahre sind, fehlt die Dyn-App. Und für Philips, Panasonic und LG gibt es noch gar keine Apps, heißt es. Amazon Fire TV? Auch hier ist keine offizielle App verfügbar.

Angeblich verfügen MagentaTV One und MagentaTV Stick über die Dyn-App. Hinsichtlich Roku existieren keine offiziellen Meldungen. Und für Apple-TV-Nutzer:innen soll eine AirPlay-Übertragung die beste Lösung sein.

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André Gabriel schreibt seit Januar 2021 für BASIC thinking. Als freier Autor und Lektor arbeitet er mit verschiedenen Magazinen, Unternehmen und Privatpersonen zusammen. So entstehen journalistische Artikel, Ratgeber, Rezensionen und andere Texte – spezialisiert auf Entertainment, Digitalisierung, Freizeit und Ernährung. Nach dem Germanistikstudium begann er als Onlineredakteur und entwickelte sich vor der Selbständigkeit zum Head of Content.