Technologie

Kuriose Softwarefehler: E-Mail kommt nur 500 Meilen weit

Softwarefehler E-Mail
stock.adobe.com/pathdoc
geschrieben von Beatrice Bode

Ein Softwarefehler hat dafür gesorgt, dass eine E-Mail nur innerhalb von 500 Meilen verschickt werden konnte. Später inspirierte die Geschichte eine Website voller skurriler Tech-Storys. Die Hintergründe.

Vor einigen Jahren ereignete sich eine kuriose Geschichte an der University of North Carolina. Der damalige Leiter des Campus-E-Mail-Systems, Trey Harris, bekam einen Anruf vom Vorsitzenden der Statistikabteilung.

Sein Anliegen: Das Team könne E-Mails nur innerhalb von 500 Meilen versenden. Obwohl dieses Problem durchaus absurd klang, entschied sich Harris der Sache nachzugehen.


Neue Stellenangebote

Growth Marketing Manager:in – Social Media
GOhiring GmbH in Homeoffice
Personalmarketing und Social Media Experte (m|w|d)
Süwag Energie AG in Frankfurt am Main
HR Marketing & Social Media Specialist (m|w|d)
Süwag Energie AG in Frankfurt am Main

Alle Stellenanzeigen


Softwarefehler: E-Mail-System enthielt kuriosen Bug

Obwohl der IT-ler es zunächst nicht glauben wollte, stellte sich mithilfe verschiedener Datenerhebungen heraus, dass das Problem tatsächlich existierte. Allerdings konnte Harris das Phänomen nicht auf geografische Hindernisse oder technische Einschränkungen zurückführen.

Stattdessen war es ein ungewöhnlicher Softwarefehler, der den E-Mail-Versand behinderte. Genauer: Bei einem Update wurde die Version vom Sendmail-Server versehentlich gedowngradet. Das führte wiederum dazu, dass einige Konfigurationsoptionen verloren gingen.

Eine dieser Optionen war das Zeitlimit für die Verbindung zum Remote-SMTP-Server. Kurioserweise beeinflusste die Lichtgeschwindigkeit teilweise die Zeit, die für die Verbindung zu entfernteren Servern benötigt wurde. Deshalb brachen Verbindungsaufrufe ab – die E-Mails konnten nur innerhalb eines Radius von 500 Meilen zugestellt werden.

Von E-Mail-Geschichte inspiriert: Website sammelt kuriose Software-Storys

Für seine Geschichte erntete Harris neben vielen amüsierten Kommentaren auch einige skeptische Nachfragen. Wie sich aus den FAQ zur Story entnehmen lässt, stellten viele seiner Leser:innen vor allem die technischen Details und Zusammenhänge in Frage.

Dazu schreibt Harris: „In erster Linie habe ich eine humorvolle Geschichte geschrieben, die auf einer wahren Begebenheit beruht und keine Fallstudie.“ Dazu würden ihm bedauerlicherweise die Rohdaten fehlen. Seine Erzählung beruht also nur auf einigen Notizen von damals und seiner Erinnerung.

Die Geschichte des skurrilen Softwarefehlers ereignete sich bereits Mitte der 90er-Jahre. Später inspirierte sie das Online-Projekt von Harley Hicks. Dabei handelt es sich um eine Website, auf der der Web-Entwickler Storys zu kuriosen Software-Bugs sammelt. Der Name: 500mile.email – benannt nach seiner Lieblingsgeschichte.

Auch interessant: 

Über den Autor

Beatrice Bode

Beatrice ist Multi-Media-Profi. Ihr Studium der Kommunikations - und Medienwissenschaften führte sie über Umwege zum Regionalsender Leipzig Fernsehen, wo sie als CvD, Moderatorin und VJ ihre TV-Karriere begann. Mittlerweile hat sie allerdings ihre Sachen gepackt und reist von Land zu Land. Von unterwegs schreibt sie als Autorin für BASIC thinking.