Technologie

Gedankenlesen: Forscher machen sich Sorgen über ihre eigenen Technologien

Gedankenlesen, Gehirn, Neurowissenschaft
Adobe Stock / vegefox.com
geschrieben von Maria Gramsch

Das Gehirn mithilfe eines Computers auslesen? Das machen sogenannte Brain-Computer-Interfaces möglich. Doch Forscher, die an solchen BCIs arbeiten, warnen nun vor der Technologie und uneingeschränktem Gedankenlesen.

Forschende bewegen sich seit jeher zwischen den Chancen und Risiken ihrer Arbeit. Denn vorab können sie meist kaum absehen, welche Ergebnisse sie erzielen werden.

Das gilt auch für den Bereich der Neurowissenschaft, der sich mit dem Gedankenlesen beschäftigt. Forschende warnen inzwischen, dass ihre eigenen Technologien schwerwiegende Folgen haben könnten.


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Darum warnen Forschende vor dem Gedankenlesen

Der Schlüssel zum Gedankenlesen mittels neuster Technologien nennt sich Brain-Computer-Interfaces. Diese BCIs ermöglichen es Forscher:innen, Gedanken aus dem menschlichen Gehirn verschriftlicht darzustellen.

Doch genau die Forschenden, die an diesen Technologien arbeiten, warnen gleichzeitig auch vor dem unbedachten Einsatz dieser Erfindung. In einem Interview mit Undark warnt der Neurowissenschaftler Rafael Yuste von der Columbia University vor dem „Verlust der geistigen Privatsphäre“.

Das könnte unumkehrbar sein. Wenn wir unsere geistige Privatsphäre verlieren, was gibt es dann noch zu verlieren? Das ist es, wir verlieren die Essenz dessen, was wir sind.

Deshalb sollte der Zugriff von außen auf die eigenen Gedanken gesetzlich geregelt sein. „Der Verlust der geistigen Privatsphäre ist ein Kampf, den wir heute führen müssen“, erklärt Yuste weiter.

Wobei kann die Technologie helfen?

Doch die Technologie, mit der man die Gedanken aus einem Gehirn verschriftlichen kann, hat natürlich nicht nur Nachteile. Sie kann durchaus auch nützlich sein.

Das gilt vor allem für Menschen, die sich aufgrund von Krankheiten oder Verletzungen nicht mehr sprachlich artikulieren oder ihre Gedanken in ein Gerät eintippen können. Hier könnte die Technologie des Gedankenlesens unterstützen und bei der Kommunikation helfen.

Das gelte vor allem für Menschen, die an Parkinson erkrankt sind oder einen Schlaganfall erlitten haben. Auch Lähmungen aufgrund von Rückenmarksverletzungen können dazu führen, dass die Betroffenen weder sprechen noch tippen können. Dank der entwickelten Technologie erlangen sie jedoch die Fähigkeit zurück, ihre Gedanken und Wünsche auszudrücken.

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.

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