Wirtschaft

Zu wenig Geld: Darum sind Arbeitnehmer unzufrieden mit ihrem Gehalt

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Adobe Stock / methaphum
geschrieben von Maria Gramsch

Der Fachkräftemangel hat viele Bereiche des Arbeitsmarkts fest im Griff. Da gewinnt auch das Thema Geld immer mehr an Bedeutung. Doch wie zufrieden sind die Deutschen mit ihrem Gehalt?

Ob Inflation, Krisen auf der ganzen Welt oder eine schwache Konjunktur – die Gründe für steigende Preise sind im vergangenen Jahr vielfältig gewesen. Doch während die Preise für das tägliche Leben steigen, haben sich Lohn und Gehalt bei vielen nicht oder nur kaum verändert.

Die daraus resultierende Unzufriedenheit ist eines der Merkmale des Arbeitsjahrs 2023. Das zeigt nun auch der Gehaltsreport des Stellenportals Stepstone.


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Wie viele Deutsche sind unzufrieden mit ihrem Gehalt?

Die Verbreitung der Unzufriedenheit mit dem Gehalt auf dem deutschen Arbeitsmarkt zeigt sich deutlich in der Auswertung des Stellenportals. Insgesamt waren im vergangenen Jahr in Sachen Gehalt nämlich 64 Prozent der Beschäftigten entweder „sehr unzufrieden“ (17 Prozent) oder „unzufrieden“ (47 Prozent). Ein alarmierendes Ergebnis – denn im Vorjahr lag die Zahl rund 47 Prozent darunter.

Zufrieden sind im Gegenteil dazu nur knapp mehr als ein Drittel der Beschäftigten. Dabei fallen 32 Prozent auf die Kategorie „zufrieden“. Nur vier Prozent waren „sehr zufrieden“.

Wie sehen die Gehälter im Schnitt aus?

Doch wie stellt sich die Lage dar, wenn man sich einmal nur die Zahlen ansieht? Das hängt natürlich wie immer auf dem Arbeitsmarkt unter anderem von der Branche und dem Bildungsabschluss ab. Aber auch die Betriebszugehörigkeit kann hier einen Einfluss haben.

Insgesamt liegt das Bruttomediangehalt laut dem Gehaltsreport in Deutschland bei 43.750 Euro. Diese Zahl ist kein Durchschnitt, sondern stellt die exakte Mitte aller ausgewerteten Gehälter dar.

Doch unterscheidet man zwischen den einzelnen Branchen und anderen Merkmalen eines Jobs, werden deutliche Unterschiede sichtbar. So liegt das Bruttomediangehalt für Akademiker:innen bei 57.500 Euro. Ohne einen Studienabschluss sind es hingegen 41.000 Euro.

Doch neben dem Bildungsgrad steht auch das Thema Personalverantwortung mit auf dem Plan. Demnach erhalten Führungskräfte fast 20 Prozent mehr Gehalt.

Dabei kommt das jährliche Bruttomediangehalt für Beschäftigte mit Personalverantwortung auf 50.000 Euro. Ist diese Personalverantwortung nicht vorhanden, stehen nur 41.000 Euro auf dem Gehaltszettel.

Auch zunehmende Berufserfahrung kann sich auf das Gehalt auswirken. So kommen Berufseinsteiger:innen laut dem Stepstone Gehaltsreport auf 38.250 Euro, nach elf Jahren Berufserfahrung liegt die Zahl bei 48.000 Euro.

Transparenz beim Gehalt macht Arbeitgeber attraktiver

Der steigenden Unzufriedenheit bei dem Thema Geld können Arbeitgeber unter anderem auch mit Gehaltstransparenz entgegenwirken. Denn diese wird laut einer Befragung der Stepstone Group immer wichtiger.

Demnach würden sich 9 von 10 Befragten eher auf einen Job bewerben, wenn das Gehalt bereits in der Stellenanzeige sichtbar wird. Ist dies nicht der Fall, kann das genau den entgegengesetzten Effekt haben. Denn 6 von 10 Befragte gaben an, dass sie bereits auf die Bewerbung bei einer passenden Stelle verzichtet haben, weil die Information über das Einkommen gefehlt hat.

„Wir beobachten seit Jahren, dass Gehaltstransparenz für die Menschen immer bedeutsamer wird“, erklärt Stepstone-Arbeitsmarktexperte Tobias Zimmermann. Wer in einer Stellenanzeige kein Gehalt angebe, verspiele „in Zeiten der Arbeiterlosigkeit wertvolles Potenzial“.

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.

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