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Popcorn-Gehirn: So verkürzen soziale Medien deine Aufmerksamkeitsspanne

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unsplash.com/ Emilija
geschrieben von Fabian Peters

Die Informationsflut in den sozialen Medien kann zu einem sogenannten „Popcorn-Gehirn“ führen. Das ist das Ergebnis wissenschaftlicher Studien und Untersuchungen. Der Begriff beschreibt eine allgemein sinkende Aufmerksamkeitsspanne durch eine zu intensive Social Media-Nutzung. 

Der Begriff Popcorn-Gehirn „bezieht sich auf die Tendenz, dass unsere Aufmerksamkeit und unser Fokus schnell von einer Sache zur nächsten springen, wie beim Aufplatzen von Maiskörnern“. Das erklärte der klinische Psychologe Daniel Glazer kürzlich gegenüber der Metro UK.

Social Media: Was ist ein Popcorn -Gehirn?

Das Phänomen „Popcorn-Gehirn“ ist nicht neu. Denn der Begriff wurde bereits im Jahr 2011 von dem Forscher David Levy von der University of Washington geprägt. Doch mittlerweile berichten immer mehr Experten über die zunehmenden negativen Auswirkungen des Phänomens auf unseren Alltag.


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Laut einer aktuellen Studie sind 62,3 Prozent der Menschen in den sozialen Medien aktiv. Die durchschnittliche Nutzungsdauer liegt demnach bei zwei Stunden und 23 Minuten pro Tag. Das entspricht einem deutlichen Zuwachs im Vergleich zu den Vorjahren.

Die Psychologin Dannielle Haig erklärte vor diesem Hintergrund kürzlich gegenüber Glamour UK, dass das exzessive Scrollen durch Social Media-Feeds dabei eine kleine Dopaminausschüttung auslöst. Das würde das Gehirn belohnen und den Kreislauf anheizen. Haig dazu:

Im Laufe der Zeit kann diese ständige Forderung nach Aufmerksamkeit und der schnelle Wechsel zwischen den Aufgaben zu einem Gefühl der geistigen Unruhe führen oder dazu, dass das Gehirn ‚hin und her springt‘, da es Schwierigkeiten hat, sich über einen längeren Zeitraum auf eine Aufgabe zu konzentrieren.

So beeinflussen soziale Medien die Aufmerksamkeitsspanne

Laut Untersuchungen der Universität von Kalifornien, ist die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne, bevor man sich anderen Themen zuwendet, dabei deutlich gesunken: von 2,5 Minuten im Jahr 2004 auf 75 Sekunden im Jahr 2012 und 47 Sekunden im Jahr 2023. Psychologe Daniel Glazer erklärte dazu:

Einige Schlüsselaspekte beliebter Apps scheinen besonders geeignet zu sein, den Fokus zu zerstreuen – wie variable Belohnungspläne, Mikrodosierung von Dopamin und gezielt süchtig machende Designs, die darauf optimiert sind, das Engagement über das Wohlbefinden zu maximieren.

Die ständige digitale Stimulation scheint dabei sogar die Gehirnleistung zu beeinträchtigen. Denn laut Psychologin Dannielle Haig deute die Forschung darauf hin, dass neuronale Bahnen im Gehirn „umgelenkt oder angepasst werden, um den Anforderungen des Multitasking und der schnellen Informationsverarbeitung gerecht zu werden.

Die Folge: Die Fähigkeit, sich intensiv und gedanklich mit Inhalten zu beschäftigen, kommt mehr und mehr abhanden. Haig zufolge kann das auch das Lernen, das Gedächtnis und emotionale Reaktionen negativ beeinflussen. Sie warnt deshalb davor, dass sich das Popcorn-Gehirn“ negativ auf soziale Interaktionen, Geduld, emotionales Wohlbefinden und Produktivität auswirken und gleichzeitig Ängste und einen Burnout auslösen kann.

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Über den Autor

Fabian Peters

Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).

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