Elektroschrott, Molke, Gold

Forscher gewinnen pures Gold aus Elektroschrott und Molke

Felix Baumann
ETH Zürich/Alan Kovacevic

Forscher aus Zürich haben eine Methode entwickelt, um Gold aus Elektroschrott und Molke zu gewinnen. Der Prozess soll außerdem äußerst nachhaltig sein. Die Hintergründe. 

In Finanzkrise setzen viele Menschen nach wie vor auf das Edelmetall Gold. Das liegt unter anderem daran, dass das Material bereits seit Jahrhunderten als Zahlungsmittel und Wertanlage gilt. Die Reserven auf dem Markt sind zudem rar und tragen so zum Werterhalt des Materials bei. Das könnte sich aber bald ändern.

Denn Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich) entwickelten eine Methode, mit der sich Gold aus Elektroschrott gewinnen lässt. Bei dem relativ nachhaltigen Prozess spielt sogar Käse eine entscheidende Rolle.

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Denn das Verfahren nutzt Molke, ein Nebenprodukt der Käseproduktion, um einen Proteinfaserschwamm herzustellen. Dieser Schwamm ist in der Lage, Gold aus Elektronik-Leiterplatten alter Computer zu extrahieren.

Alter Elektroschrott wird durch Molke zu 450 Milligramm Gold

Um den Schwamm zu erzeugen, setzten die Forscher die Molkenproteine starker Hitze und Säure aus. Im Resultat aggregierten sich die Proteine zu Nanofasern. Nach dem Trocknen entstand daraus der besagte Schwamm. Dann löste das Team die Metallteile von 20 alten Computern in einem Säurebad auf und gaben den Proteinfaserschwamm hinzu.

Aufgrund ihre Struktur lagerten sich die Gold-Ionen an den Proteinfasern ab. Durch anschließendes Erhitzen kristallisierten sie zu Flocken, die die Forscher zu einem Goldnugget einschmolzen. Aus den 20 Computer-Leiterplatten entstand ein etwa 450 Milligramm schweres Nugget mit einem Materialwert von rund 26 Euro.

Aufwand ist laut Forschern 50 Mal geringer als tatsächlicher Gewinn

Die Kosten für die Beschaffung der Ausgangsmaterialien und die Energiekosten des gesamten Prozesses sind laut den Forschern 50-mal geringer als der Wert des daraus gewonnenen Goldes. Nun strebt das Team an, die Technologie zur Marktreife zu bringen. Langfristig wäre dann die Nutzung weiterer Goldquellen wie aus Industrieabfällen und der Mikrochip-Herstellung denkbar.

Aus zwei Abfallstoffen entsteht im Prozess also wertvolles Gold, das gleichzeitig stark auf dem Markt nachgefragt ist. Durch die Nutzung von nachhaltiger Energie erfolgt die Umwandlung emissionsfrei und ist damit nachhaltiger als die Extraktion weiterer Goldquellen aus unserer Umwelt.

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Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.