Amazon-Verpackungen, Recycling, Prime

Amazon-Verpackungen landen trotz Recycling-Aufdruck oft auf Müllhalde

Felix Baumann
oceana

Eine Studie zeigt, dass Amazon-Verpackungen trotz ihrer Recycling-Fähigkeit und entsprechenden Aufdrucken häufig auf Müllhalden landen. Eine Überarbeitung der Prozesse zum Kunststoffrecycling erscheint deshalb überfällig.

Obwohl sich Amazon seit einiger Zeit mit Kritik konfrontiert sieht, bestellen weiterhin viele Menschen ihre Einkäufe über den Online-Händler. Während die Fahrer in Deutschland die meisten Sendungen inzwischen in Kartons ausliefern, gibt es auch weiterhin die blau-weißen Plastikverpackungen. Diese gehören etwa in den USA nach wie vor zum Standard.

Die Ergebnisse einer Untersuchung der Non-Profit-Organisationen Environment America und U.S. Public Interest Research Group (U.S. PIRG) zeigte kürzlich ernüchternde Erkenntnisse über das Recycling dieser Amazon-Verpackungen. Denn obwohl sie ein Recycling-Symbol haben, spricht die Realität häufig eine andere Sprache. Für ihre Untersuchung statteten die Forscher 93 Verpackungen mit kleinen Tracking-Geräten aus, um deren Weg zu verfolgen.

UPDATE Newsletter BASIC thinking

Du willst nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 Vordenker bekommen jeden Tag die wichtigsten News direkt in die Inbox und sichern sich ihren Vorsprung.

Nur für kurze Zeit: Anmelden und mit etwas Glück Apple AirPods gewinnen!

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung. Beim Gewinnspiel gelten die AGB.

Amazon-Verpackungen landen trotz Aufdrucke oft nicht im Recycling

Die Verpackungen gab das Team dann an Einzelhandelsstandorten in zehn verschiedenen Ländern ab. Dabei gingen sie davon aus, dass sie zu spezialisierten Einrichtungen transportiert und in neue Produkte umgewandelt werden. Die Realität war jedoch ernüchternd. Denn nur ein Bruchteil der Verpackungen erreichte tatsächlich Materialaufbereitungsanlagen. Die meisten endeten auf  Mülldeponien, in Verbrennungsanlagen oder wurden für den Export vorbereitet.

Von den auswertbaren Trackern landeten 13 in Mülldeponien, zwei in Abfallverbrennungsanlagen und drei im Hafen von Los Angeles, was darauf hindeutet, dass sie für die Verarbeitung oder Entsorgung im Ausland bestimmt waren. Lediglich vier Tracker erreichten Materialaufbereitungsanlagen, die Kunststoffe für das Recycling sortieren. Von diesen drei kontaktierten Einrichtungen gaben zwei an, Amazon-Verpackungen nicht zu akzeptieren. Die Dritte verarbeitet ausschließlich Papier und Pappe.

Recycling ist häufig mehr Schein als Sein

Die Untersuchung zeigt die Schwächen des Recyclingsystems und stellt Fragen hinsichtlich der Effektivität der Programme zur Reduzierung der Plastikverschmutzung. Denn die Ergebnisse deuten darauf hin, dass solche Programme nicht nur ineffizient sind. Sie können auch dazu beitragen, die Produktion von Einwegplastik zu rechtfertigen und Hersteller und Einzelhändler von ihrer Verantwortung befreien.

Gleichzeitig versuchen Produzenten damit bei Verbraucher ein gutes Gewissen zu generieren. Solche Erkenntnisse fügen sich in eine wachsende Beweislast ein. Immer mehr Untersuchungen zeigen, dass die Bemühungen um die Recycling-Fähigkeit von Kunststoffverpackungen oft mehr Schein als Sein sind. Eine tiefgreifende Überarbeitung der Systeme zum Kunststoffrecycling ist dringend notwendig, um die wachsende Plastikkrise effektiv anzugehen.

Auch interessant:

Du möchtest nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 smarte Leser bekommen jeden Tag UPDATE, unser Tech-Briefing mit den wichtigsten News des Tages – und sichern sich damit ihren Vorsprung. Hier kannst du dich kostenlos anmelden.

STELLENANZEIGEN
Werkstudent / Dualer Student (m/w/d) Social M...
Deutscher Landwirtschaftsverlag GmbH in München
Content Creator (m/w/d) Schwerpun...
Steinau KG in Arnsberg
Junior Marketing Manager (m/w/d) – Schw...
Bayerisches Pilgerbüro gGmbH in München
SEO Lead (m/f/x)
Rebuy Recommerce GmbH in Berlin
Frontend Software Engineer (f/m/div.)
Bosch Gruppe in Renningen
Data Engineer (f/m/div.)
Bosch Gruppe in Renningen
Social Media Strategist (m/w/d)
BANSBACH GMBH in Stuttgart
Backend Software Engineer (f/m/div.)
Bosch Gruppe in Renningen
THEMEN:
Teile diesen Artikel
Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.