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Neue Regeln: Macht Elon Musk X zur Porno-Plattform?

Fabian Peters
unsplashcom/ Julian Christ

Der Kurznachrichtendienst X (ehemals Twitter) erlaubt ab sofort offiziell pornografische Inhalte auf seiner Plattform. Dafür hat das Unternehmen eigens seine Richtlinien angepasst. Eigentümer Elon Musk hofft offenbar auf eine neue Einnahmequelle. 

Der Microblogging-Dienst X (ehemals Twitter) erlaubt seinen Usern ab sofort das Posten von Inhalten mit „explizitem oder implizitem sexuellen Verhalten“. Das geht aus einer neuen „Richtlinie zu nicht jugendfreien Inhalten“ hervor.

Demnach können Nutzer nun „Darstellungen von nicht jugendfreier Nacktheit oder sexuellem Verhalten teilen, sofern diese Inhalte angemessen gekennzeichnet und nicht besonders hervorgehoben sind.“ Die Vorgaben beinhalten allerdings auch einige Einschränkungen.

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Wird X zur Porno-Plattform?

Zum Hintergrund: Auch vor Elon Musk waren pornografische Inhalte auf X (damals noch Twitter) nicht verboten. Sie wurden jedoch streng moderiert und befanden sich häufig hinter Warnhinweisen. Seit der Einführung des Bezahlabos Twitter Blue (mittlerweile X Premium) haben Nutzer wiederum die Möglichkeit, über ihre Beiträge Geld zu verdienen.

Die Voraussetzung: Nutzer, die in den vergangenen drei Monaten fünf Millionen Impressionen vorweisen, können von X für Werbeanzeigen in den Post Replies eine Umsatzbeteiligung erwarten. Wie The Verge berichtet, haben auch die Betreiber von Accounts mit pornografischen Inhalten diese Möglichkeit bereits genutzt, um Geld zu verdienen.

Die neue Richtlinie sieht derweil vor, dass Nutzer, die pornografische Inhalte teilen wollen, ihre Einstellungen anpassen müssen, um entsprechende Videos und Bilder als sensible Inhalte zu kennzeichnen. Das gelte für alle nicht jugendfreien Inhalte, die sowohl animiert, fotografisch erstellt oder KI-basiert sein können.

Pornografische Inhalte als neue Einnahmequelle?

Nutzer, die minderjährig sind oder kein Geburtsdatum angegeben haben, sollen die Inhalte nicht sehen können. Die neue Richtlinie zu nicht jugendfreien Inhalten verbietet außerdem Beiträge,“die Missbrauch, Nicht-Zustimmung, Objektifizierung, Sexualisierung oder Verletzung Minderjähriger sowie obszöne Verhaltensweisen fördern“.

Die offizielle Erlaubnis pornografische Inhalte zuzulassen, könnte für X derweil eine weitere Einnahmequelle sein, nachdem die Werbeeinnahmen des Unternehmens nach der Übernahme durch Elon Musk erheblich einbrachen. So könnten Porno-Beiträge dafür sorgen, dass mehr Nutzer das Bezahlabo X Premium abonnieren, um entsprechende Inhalte konsumieren zu können.

Der Knackpunkt: X unterliegt in Europa inzwischen den Gesetzen der EU. Der Digital Services Act (DSA) sieht etwa vor, dass Online-Plattformen Minderjährige schützen müssen, indem sie durch technische Maßnahmen den Zugang zu pornografischen Inhalten unterbinden. Wie der Microblogging-Dienst das garantieren will, ist jedoch äußerst fraglich.

Der Wandel hin zu einer Porno-Plattform wirkt außerdem wie eine weitere unüberlegte Verzweiflungstat, um Einnahmen zu generieren – zulasten des Jugendschutzes. Auch das Zulassen von KI-generierten Porno-Inhalten könnte Juristen auf den Plan rufen. Denn bereits im Januar wurden etwa KI-Bilder von Taylor Swift auf X veröffentlicht, die die Plattform zunächst nicht stoppen konnte.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).